Gebürtiger Hamburger

Peter Hammer: Multitalent von der Waterkant

29.5.2010, 00:00 Uhr

© Stefan Hippel

Auf seiner lebenslangen Gratwanderung zwischen heiterer Verspieltheit und melancholischem Ernst hat der gebürtige Hamburger und ehemalige Seemann viel probiert, hat viele Länder durchstreift, bis er 1974 in Nürnberg mehr oder minder sesshaft wurde. Lange Zeit wohnte er über der Szene-Kneipe »Gregor Samsa«, danach zog er in den Stadtmauerturm am Färbertor, den er im Lauf der Jahre in eine eigenwillige Mischung aus Wohnung, Werkstatt und Wunderkammer verwandelt hat.

»Sinn für das Sonderbare«

Dort stehen in allen Räumen höchst merkwürdige Maschinen und mechanische Musikinstrumente. An allen Wänden hängen Kästen, gefüllt mit komplizierten Konstruktionen, die auf Knopfdruck zu einem ruckenden, zuckenden, scheppernden und blinkenden Leben erwachen. Da staunte sogar der Kuriositätenjäger Franz Xaver Gernstl, als er Hammer im Mai 2009 mit einem Team des BR-Fernsehens besuchte.

Der fantasievolle Tüftler, der gefühlvolle Blues-Sänger und unkonventionelle Banjo-Spieler Peter Hammer fühlt sich in Nürnberg »am rechten Ort«, an dem er einen weitverbreiteten »Sinn für das Sonderbare« zu verspüren meint. In der Noris fand er Freunde und Geistesverwandte wie den Musiker Keili Keilhofer oder den Maler Peter Angermann, mit denen der hartnäckige Individualist hin und wieder gemeinsame Sache machen kann: ein Konzert, eine CD, eine Malreise in die freie Natur oder eine Ausstellung.

Im Bewusstsein breiterer Kreise fest verankert

Die heimische Kunstszene adelte Peter Hammer vom ersten Tag an mit dem Prädikat »passt scho«, die offiziellen Kunstvermittler brauchten etwas länger. Doch spätestens seit den 90er Jahren ist der vielseitige Stadtturm-Bewohner auch im Bewusstsein breiterer Kreise angekommen. Seine Arbeiten hingen in der städtischen Kunsthalle ebenso wie in der renommierten Regionalschau-Reihe »Positionen + Tendenzen«. 2004 erhielt Peter Hammer einen der Kunst-Förderpreise der Stadt Nürnberg. Der »Auftritt« von sechs hammermäßigen Musik-Apparaten war der absolute Höhepunkt der damaligen Verleihungsfeier.

Noch bis Mitte Juni sind neue »Hammer-Werke« in der Kneipengalerie Yechet Mad, Brosamerstraße 12, zu sehen (Di.-So. 19-24 Uhr).