Montag, 27.01.2020

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Polizei nimmt in Nürnberg und Fürth 86 Fahrraddiebe fest

140 gestohlene Räder sichergestellt - Langfinger sind ausschließlich männlich - 02.10.2013 12:01 Uhr

86 Fahrraddiebe hat die Polizei in Nürnberg und Fürth in den vergangenen zwei Monaten festgenommen. © Matejka


Die Polizei beobachtet die ständig steigende Zahl von Fahrraddiebstählen mit Sorge. Wurden 2010 in Nürnberg und Fürth noch 1.967 Diebstähle angezeigt, waren es 2011 schon 2.751 und 2012
bereits 3.415 Fälle. Allein im Jahr 2012 lag der geschätzte Sachschaden nach Angaben der Polizei bei rund 1,5 Millionen Euro. Jeden Monat werden durchschnittlich in den beiden Städten jeweils 260 Zweiräder geklaut.

Im August und September kontrollierte die Polizei deswegen in Nürnberg und Fürth verstärkt Fahrradfahrer, Hinterhöfe und Garagen - mit Erfolg, wie die Polizei nun mitteilt. Die Beamten nahmen 86 Fahrraddiebe und-hehler fest, 15 davon in Fürth. 140 gestohlene Räder konnten bei den Kontrollen wieder sichergestellt werden.

Fahrraddiebe sind ausschließlich männlich

Von den  Tätern hat die Polizei  ein überraschendes Profil erstellt. Bei den Festgenommenen handelte es sich ausschließlich um Männer, die zwischen 14 bis 79 Jahren alt waren. Der Altersdurchschnitt der Diebe lag zwischen 20 und 25 Jahren. Die Hälfte der tatverdächtigen Diebe waren laut Polizei Drogenkonsumenten. Gestohlen wurden sowohl gebrauchte, eher minderwertige Räder als auch hochwertige Mountainbikes beziehungsweise  Trekkingräder. Meist gingen die Diebe mit Bolzenschneidern zu Werke.

In der Mehrzahl der Fälle wurden die Räder von öffentlichen Straßen, Wegen und Fahrradabstellplätzen sowie aus Hinterhöfen von Mehrfamilienhäusern gestohlen. Die Tatorte waren über die Stadtgebiete von Nürnberg und Fürth verteilt. Besonders oft schlugen die Diebe in Nürnberg innerhalb des Stadtrings sowie im Süden zu.

Ein Mann hatte 40 Fahrräder gestohlen und auf einem Firmengelände in Nürnberg gehortet. Ein Teil des Diebesguts war bereits auf einen Lkw geladen und zum Abtransport vorbereitet. Ein Teil der Räder wird immer wieder ins osteuropäische Ausland transportiert.

Zum Teil wurden die Räder auch in privaten Fahrradwerkstätten umgebaut, zerlegt und anschließend die Einzelteile verkauft oder aus verschiedenen Einzelteilen ein “neues“ Rad zusammengebaut.

In einem weiteren Fall schildert die Polizei die Festnahme eines Diebes in der eigenen Wohnung. Bei dem Mann wurde ein Mountainbike mit manipulierter Rahmennummer gefunden. Zudem befanden sich noch sieben Fahrradrahmen und acht Felgen von unterschiedlichen Rädern in der Wohnung.

Die Polizei rät dazu, ausschließlich hochwertige Schlösser zu verwenden. Erst im April hatte die Stiftung Warentest zahlreiche Fahrradschlösser unter die Lupe genommen. Ein Titanschloss war dabei durchgefallen. Die Tester hatten das 180 Euro teure Schloss innerhalb von zehn Sekunden geknackt. Zudem sollte das Rad an einen möglichst stabilen Gegenstand wie einen Laternenmast oder ein Geländer angeschlossen werden. Radeldiebe zeigen sich jedoch auch hier sehr erfinderisch. In Neumarkt hatte ein Langfinger einen zehn Zentimeter starken Baum umgesägt, um an das Zweirad zu kommen.

Auch eine Codierung des Fahrrads beim ADFC empfiehlt die Polizei.

Katrin Wiersch

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