Landeskriminalamt ermittelt

Polizeibericht Nürnberg: Gerichtsvollzieherin entdeckt etliche Kriegswaffen in einer Wohnung

Das "Original": NN-Redakteur Alexander Brock.
Alexander Brock

Lokales

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12.5.2022, 14:25 Uhr
Kriegswaffen wie diese hat die Polizei in der Wohnung eins 74-jährigen Nürnbergers gefunden. Oben ist eine Kalaschnikow abgebildet.

© a-dpa-20220503_134405-3.jpg, dpa Kriegswaffen wie diese hat die Polizei in der Wohnung eins 74-jährigen Nürnbergers gefunden. Oben ist eine Kalaschnikow abgebildet.

Eine Gerichtsvollzieherin soll eine Zwangsräumung vollstrecken. Doch die Frau traut ihren Augen nicht, als sie am Dienstag gegen 15 Uhr die zu räumende Wohnung im Nürnberger Stadtteil Rennweg betritt: Sie findet dort eine größere Menge an Waffen. Sie verständigt die Polizeiinspektion Nürnberg-Ost. Der Wohnungseigentümer ist zu diesem Zeitpunkt nicht vor Ort, berichtet die Pressestelle des Bayerischen Landeskriminalamtes (BLKA).

Beamte der Inspektion Ost nahmen die Waffen schließlich genauer unter die Lupe: Neben pyrotechnischen Gegenständen entdecken sie auch Kriegswaffen: 20 Kurzwaffen, also Pistolen und Revolver und vier Sturmgewehre vom Typ Kalaschnikow AK47 mit zugehöriger Munition. Aber auch Armbrüste und Messer finden die Polizisten. Vor diesem Hintergrund haben Waffenexperten des BLKA zusammen mit der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth die weiteren Ermittlungen übernommen.

Tatverdächtiger in U-Haft

Doch wo ist der Wohnungseigentümer? Die Sicherheitsbehörden leitet eine Fahndung ein. Beamten der Bayerischen Bereitschaftspolizei gelingt es schließlich, den 74-Jährigen in der Nähe der Wohnung gegen 19.30 Uhr festzunehmen. Da der Mann aufgrund der Zwangsräumung jetzt als Wohnsitzlos gilt (Fluchtgefahr), hat die Staatsanwaltschaft Haftbefehl beantragt, den das Amtsgericht Nürnberg schließlich erlässt. Laut BLKA sitzt der Tatverdächtige derzeit in Untersuchungshaft.

"Hier liegt vermutlich ein Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vor. Das ist ein schweres Verbrechen", sagt BLKA-Sprecher Ludwig Waldinger auf Anfrage. Jetzt müsse herausgefunden werden, wie funktionsfähig die Waffen seien. Das spiele beim Strafmaß eine wichtige Rolle. "Außerdem muss geklärt werden, wo der 74-Jährige die Waffen her hat."

Allerdings gebe es nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler keine Hinweise auf ein extremistisches Handeln oder weitere Straftaten. Waldinger: "Momentan muss davon ausgegangen werden, dass es sich um einen Waffensammler ohne Genehmigung handelt."