Mittwoch, 20.11.2019

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Schüsse und Befehle: So lief die Anti-Terror-Übung am Hauptbahnhof ab

Große Teile des Bahnhofes waren die ganze Nacht gesperrt - 15.10.2019 23:58 Uhr

In voller Montur spielten die Polizisten verschiedene Szenarien eines Ernstfalls nach. © Roland Fengler


Menschen liegen vermeintlich blutend auf dem Boden, andere kauern in einer Ecke, manche schreien, ein paar sind längst tot. Dazwischen ertönen Schüsse, eine Stimme ruft Befehle durch die große Halle, die umstehenden Polizisten befolgen jedes Wort. Das alles ist eine Übung, die die Bundespolizei München zusammen mit der Landespolizei Nürnberg, der Berufsfeuerwehr und den Rettungsdiensten durchführt, um Einsätze gegen terroristische Täter sowie die Rettung und Versorgung verletzter Personen unter realistischen Bedingungen zu trainieren. Insgesamt 1500 Einsatzkräfte nahmen an der fiktiven Terrorübung teil. Von 20 Uhr bis 5 Uhr wurde der Hauptbahnhof Nürnberg für diesen Zweck fast komplett gesperrt, lediglich die hinteren Bahngleise konnten von Passanten auch während der Übung genutzt werden.

In vier Module aufgeteilt, spielten die Beamten in der Nacht verschiedene Szenarien durch. Um die ganze Situation möglichst real aussehen zu lassen, wurden die Komparsen vorab geschminkt.

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Anti-Terror-Übung in Nürnberg: Hier proben Einsatzkräfte den Ernstfall

Bei einer groß angelegten Anti-Terror-Übung am Nürnberger Hauptbahnhof haben in der Nacht zum Mittwoch 1500 Einsatzkräfte für den Ernstfall trainiert. "Es ist wichtig, dass wir uns auf solche Einsatzlagen vorbereiten und einstellen", betonte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. Der Hauptbahnhof war für die Übung die ganze Nacht über gesperrt.


Die angeblich Verwundeten, wurden vor der Übung mit Schminke so hergerichtet, dass ihre Verletzungen täuschend echt aussahen. © Roland Fengler


Polizeipräsident Roman Fertinger, der vor der Übung vor Ort war, betonte, dass Terroristen zunehmend sogenannte "weiche Ziele", wie den Zugverkehr, ins Visier nehmen würden. Bei der Übung nahmen zudem erstmals auch Streifenbeamte teil - etwas, dass es erst seit wenigen Jahren gibt. Sie seien die ersten vor Ort und würden seit 2015 nun in ihrer Ausbildung auch für solche Einsätze geschult.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann gab vor Beginn des Trainings ebenfalls ein Statement ab. Er betonte, dass Anschläge überall stattfinden könnten. "Es ist wichtig, dass wir uns auf solche Einsatzlagen vorbereiten und einstellen. Und es ist wichtig, dass wir die Zusammenarbeit in einer solchen Situation üben. Damit die Zusammenarbeit dann in so einem Moment auch wirklich funktioniert."

Bundesweit wurden bislang elf solcher Übungen durchgeführt. Zwei fanden zuvor bereits in München statt; in Nürnberg war es das erste Training.

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