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"Schwerwiegende Havarie": Wiso nach Campus-Party dicht

Veranstaltung musste geräumt werden - Klimmzüge an Wasserrohr? - 23.10.2015 06:52 Uhr

Muss nach der "Campus-Party" erst einmal trockengelegt werden: die Wiso in Nürnberg.

22.10.2015 © Miriam Ebert


Am Mittwoch herrschte an der Wiso in Nürnberg noch ganz normaler Uni-Betrieb. Dann lud die Studentenvertretung RCDS Nürnberg zur "Campus-Party", los ging es um 21 Uhr. Auf Facebook hatten die Veranstalter angekündigt, alle Studenten mit einem "riesengroßen Knall" begrüßen zu wollen. "Die etwas andere Campusnacht" sollte es werden - so warben die Initiatoren. Sie sollten Recht behalten, und wie! Denn die Nacht wurde "anders": Die Party eskalierte gewaltig.

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Nach "Campus-Party": Feuerwehr muss Wiso-Gebäude auspumpen

Diese Nacht dürfte den Wiso-Studenten noch einige Zeit in Erinnerung bleiben: Nach einer Party am Mittwochabend blieb der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Uni Erlangen-Nürnberg zwei Tage geschlossen. Ein Schaden an der Sprinkleranlage hatte die gesamte Elektrotechnik des Gebäudes lahmgelegt.


Um kurz vor 23 Uhr ging plötzlich der Feueralarm los, aus der Sprinkleranlage schoss Wasser. Der Sicherheitsdienst reagierte sofort und räumte den Gebäudekomplex.

Auslöser für den Alarm war offenbar eine missglückte "Fitnessübung" eines Partygasts. Mehrere Studierende gaben gegenüber nordbayern.de am Donnerstag unabhängig voneinander an, dass ein junger Mann Klimmzüge an einem Wasserrohr der Sprinkleranlage gemacht hatte und das Rohr dabei gebrochen sei. Daraufhin sei die Wiso regelrecht überflutet worden. Das Wasser beschädigte den Niederspannungshauptverteiler des Gebäudes, was zu einem Ausfall der Gebäudetechnik führte.

Das ganze Ausmaß dokumentieren zahlreiche Bilder und ein Video von der Situation, die im Netz kursieren. Überall war Wasser, dazu heulte der Feueralarm.

INFO:Die WiSo bleibt heute zu! Merken: wir waren bei 42 Klimmzügen...photos by Cornelia Ritter / Stefan Saber

Posted by Campus Claus on Donnerstag, 22. Oktober 2015

Der ausgelöste Alarm der Brandmeldeanlage rief auch die Feuerwehr und die Polizei auf den Plan. "Beim Eintreffen der ersten Streife standen die etwa 1200 Besucher der Veranstaltung bereits im Freien", teilte die Polizei am Donnerstagnachmittag mit. Demnach stellte die Berufsfeuerwehr Nürnberg dann die Wasserzufuhr zur Sprinkleranlage ab und war anschließend mehrere Stunden damit beschäftigt, die ausgetretenen Wassermassen abzupumpen. Da auch die Stromversorgung betroffen war, seien Mitarbeiter der N-Ergie hinzugezogen worden, so die Polizei.

Die Beamten griffen zum Lautsprecher und lösten die Veranstaltung auf. Kurz nach Mitternacht entschuldigte sich der RCDS via Facebook für die "abrupte Beendigung des Abends." Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei wurde bei dem Vorfall niemand verletzt. Die Kripo ermittelt "wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Überschwemmung." Wie hoch der Sachschaden ist, war laut Polizei noch nicht absehbar.

Am Donnerstag durfte der komplette Komplex jedenfalls aus Sicherheitsgründen nicht mehr betreten werden. "Die Sicherheit der GebäudenutzerInnen kann nicht gewährleistet werden. Die Schadensbehebung läuft. Gez. Prof. Wrede, Dekan", stand auf einem Aushang, der am Gebäude angebracht worden war. "Das gesamte Gebäude Lange Gasse 20 Altbau und Neubau muss am 22.10.2015 wegen einer schwerwiegenden technischen Havarie für Studierende, MitarbeiterInnen und Gäste geschlossen bleiben", hieß es.

Wann die Wiso wieder öffnet, sei derzeit noch völlig unklar, sagte Susanne Langer, Pressesprecherin der Friedrich-Alexander Universität (FAU), auf Nachfrage der Nürnberger Zeitung. Die Uni in Nürnberg bleibe mindestens bis Freitag geschlossen, dann werde neu entschieden, wann das Gebäude wieder freigegeben wird, heißt es auf der Facebookseite des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften.

"Die Techniker arbeiten mit Hochdruck daran, die Schäden zu beheben", so Langer. Bis dahin bleibt die Wiso erstmal dicht.

Zeugen des Vorfalls werden gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst zu melden unter der Telefonnummer 0911 / 2112- 3333.

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