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So will sich der Tiergarten vor Tiger-Angriffen schützen

Komplizierte Schließanlage soll helfen - Konzentration der Pfleger ist wichtig - 06.07.2020 16:49 Uhr

Tiger Samuel streift durch sein Freigelände im Nürnberger Tiergarten. Die Pflegekräfte müssen die Großkatze jederzeit im Auge behalten. Die Raubkatzen müssen im Käfig im Raubtierhaus eingesperrt sein, wenn die Mitarbeiter im Freien das Gehege reinigen.

© Ralf Rödel/NNZ


Köln, Münster, Breslau und jetzt Zürich: Vier Tierpfleger(innen) starben in den vergangenen Jahren durch Tigerattacken. Die Großkatzen durchtrennten den Atlaswirbel ihrer Opfer mit einem einzigen Biss in den Nacken. Den Genickbruch überlebten die Fachkräfte nicht. "Der Tötungsbiss ist bei Tiger, Leopard und Jaguar genetisch fixiert", meint der Tiergarten-Chef, "wenn jemand in ihr Territorium eindringt, erfolgt sofort ein gezielter Angriff." Daher würden Waldarbeiter in Südostasien einen Beißschutz am Hinterkopf tragen.

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Löwen, Tiger und Delphine: Die Geschichte des Nürnberger Tiergartens

Bei seiner Eröffnung 1912 lag das Tiergarten-Areal noch in der Nähe des Dutzendteichs. 883 Tiere 193 verschiedener Arten beherbergte der Tiergarten damals - heute sind es über 3000 Tiere fast 300 unterschiedlicher Arten. Hier gibt's die schönsten Bilder aus über 100 Jahren Zoo-Geschichte!


Es spielt keine Rolle, ob Zootierpfleger ein enges Verhältnis zu der Großkatze haben. Oft besteht sogar ein großes Vertrauen: Die Raubtiere lassen sich durchs Gitter vom Pfleger aus der Hand füttern, sie machen bei medizinischen Trainings mit. Doch es ist entscheidend, dass Grenzen eingehalten werden und eine ganz zentrale Regel ist, dass Tiger und Pfleger sich nicht gleichzeitig im Gehege aufhalten.

Tiger im Tiergarten sollen ständig im Blick sein

Encke formuliert die Grundbedingung so: "Man soll nicht sicher sein, dass der Käfig leer ist, sondern man muss exakt wissen, welches Tier sich gerade wo aufhält." Die Raubtiere ständig im Blick zu behalten, sei das A und O. Bevor die Mitarbeiter morgens ins Raubtierhaus hineingehen, schauen sie außen auf den elektronischen Bildschirm, der ihnen den Innenraum zeigt. Erst wenn sie überprüft haben, dass alles in Ordnung ist, schließen sie die Türen auf.

Giraffe, Eisbär und Co. - Das Tiergarten-Quiz

© Roland Fengler

Der Tiergarten Nürnberg feierte 2019 das drittstärkste Besucherjahr seiner Geschichte. Kennen Sie sich mit den Tieren am Schmausenbuck aus? Testen Sie Ihr Wissen im Tiergarten-Quiz.

© Ralf Schedlbauer, NN

© Ralf Schedlbauer, NN

Frage 1/10:

Wie hieß das Eisbären-Baby, das 2007 im Tiergarten das Licht der Welt erblickte?

© Roland Fengler

© Roland Fengler

Frage 2/10:

In welchem Jahr wurde die Delfinlagune eröffnet?

Frage 3/10:

Wie hieß der älteste, in einem europäischen Zoo lebende Gorilla, der 2018 verstarb?

© Roland Fengler

© Roland Fengler

Frage 4/10:

Wie viele Besucher kamen 2019 in den Tiergarten?

© Roland Fengler

© Roland Fengler

Frage 5/10:

In welchem Jahr wurde der Tiergarten am Schmausenbuck eröffnet?

Frage 6/10:

Wo war der Tiergarten vor seinem Umzug an den Schmausenbuck?

© Christian Dienemann

© Christian Dienemann

Frage 7/10:

Welches Futtermittel wird mit 74 Tonnen im Jahr am meisten verfüttert?

© Roland Fengler

© Roland Fengler

Frage 8/10:

Wie viele Tierarten leben im Tiergarten?

© Stefan Hippel

© Stefan Hippel

Frage 9/10:

Wie viele Tiere leben derzeit im Tiergarten?

© Eduard Weigert

© Eduard Weigert

Frage 10/10:

Wie groß ist der Tiergarten?

© Roland Fengler

Drinnen trennen 30 Millimeter dicke Glasscheiben die Besucher von den Raubtieren. Ein Augsburger Labor hatte die Glasstärke getestet: Tote Kühe wurden gegen das Glas geschleudert, um die Kraft eines Tigersprungs zu simulieren. Drei Zentimeter Glas mit zwei Folien sorgen für Ausbruchssicherheit, ergaben die Untersuchungen.

Schließsystem soll im Tiergarten helfen

Massive Schlösser sichern die dicken Glasscheiben im Inneren des Raubtierhauses, die Tiger und Besucher trennen.

© Ralf Rödel/NNZ


Zusätzlich zur normalen Schließanlage wurden Schlösser installiert, die von Bolzenschneidern nicht geknackt werden können. Der Tiergarten reagierte damit auf das Drama vor 20 Jahren, als ein Unbekannter vier Eisbären aus ihren Käfigen ließ, indem er die Schlösser zerstörte. Zoo-Beschäftigte mussten die Polarbären damals letztendlich erschießen, weil sie weder auf Betäubungsmittel reagierten noch sich in die Anlage zurück locken ließen.


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Bei der Raubkatzen-Anlage ist obendrein ein sehr ausgetüfteltes Schließsystem eingebaut: Nur wenn eine Tür geschlossen ist, lässt sich die nächste Tür oder der nächste Schieber öffnen. Außerdem gibt es für das Personal detaillierte Sicherheitseinweisungen, wie man sich bei den unterschiedlichen Tieren zu verhalten hat. Das Wichtigste für die Pflegekräfte ist: jederzeit absolute Konzentration. Denn schon die kleinste Unachtsamkeit kann bei Löwen und Tigern zur Katastrophe führen.


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