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Soltani bricht Hungerstreik nach sechs Tagen ab

Inhaftierter Rechtsanwalt pocht weiter auf Freilassung - Kampf gegen Willkür - 29.03.2018 11:01 Uhr

Der inhaftierte Rechtsanwalt und Menschenrechtspreisträger Abdolfattah Soltani hat seinen Hungerstreik abgebrochen. © privat


Sechs Tage hat Abdolfattah Soltani im Evin-Gefängnis in Teheran keine feste Nahrung zu sich genommen, um gegen die diskriminierende Behandlung politischer Gefangener zu protestieren. "Er hat nur Wasser oder Tee getrunken und vier Kilo abgenommen", sagt seine in Nürnberg lebende Tochter Maede Soltani. Laut seiner Frau Masoumeh Dehgan habe der Menschenrechtsaktivist zuletzt einen geschwächten Eindruck hinterlassen, berichtet Maede Soltani.

Innerhalb weniger Tage hatten Soltani mehr als 3600 Menschen im Iran und in anderen Ländern in einer Petition aufgefordert, den Hungerstreik zumindest zeitweise auszusetzen. Laut Maede Soltani hat die Initiative dazu beigetragen, dass ihr Vater seinen Streik am Montag um 14 Uhr Teheraner Zeit vorerst beendet hat.

Kampf gegen Willkür

Seine Forderungen gebe ihr Vater nicht auf, stellt Maede Soltani klar. "In seinem Verfahren sind massive Rechtsfehler und Willkür passiert, seine Anträge auf ein Wiederaufnahmeverfahren hat der iranische Oberste Gerichtshof bis jetzt vier Mal abgelehnt, ohne das Verfahren und die Unterlagen studiert und eingesehen zu haben", kritisiert sie. Maede Soltani und ihre Unterstützer fordern die iranische Justiz dazu auf, die Gesetze einzuhalten und ihren Vater sofort und bedingungslos freizulassen.

Nach Artikel 58 des islamischen Strafrechts habe ihr Vater ein Recht auf Freilassung, erklärt Maede Soltani. Demnach dürfe jeder Gefangene nach einem Drittel seiner Haftstrafe auf freien Fuß gesetzt werden: "Mein Vater hat zwei Drittel seiner zehnjährigen Haftstrafe hinter sich, laut Gesetz sollte er schon längst freikommen."

Johannes Handl Lokalredaktion E-Mail

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