Vorbereitungen für erste Kriegsflüchtlinge

Stadt Nürnberg: "Wir haben Kapazitäten für Menschen aus der Ukraine"

Isabel Lauer

Lokalredaktion Nürnberg

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25.2.2022, 16:26 Uhr
In Polen sind die ersten Flüchtlinge aus der Ukraine bereits angekommen. Eine Mutter und ihre Kinder warten in einem Aufenthaltsgebäude eines Bahnhofs in Przemysl.

© Beata Zawrzel via www.imago-images.de In Polen sind die ersten Flüchtlinge aus der Ukraine bereits angekommen. Eine Mutter und ihre Kinder warten in einem Aufenthaltsgebäude eines Bahnhofs in Przemysl.

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine bereitet sich die Stadt Nürnberg auf die schnelle Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine vor. "Es werden ausreichend Kapazitäten zur Verfügung stehen", sagte Stadtsprecher Andreas Franke am Freitag. "Wir werden Menschen aus der Ukraine, die jetzt wegen des Krieges zu uns kommen, Unterstützung zukommen lassen."


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Nach Angaben des Rathauses leben aktuell 4200 Ukrainer und Ukrainerinnen in Nürnberg. Man rechne sowohl mit dem Eintreffen von Angehörigen der hier Lebenden als auch mit weiteren Flüchtlingen, die über staatliche Stellen kommen. Wann die ersten Menschen aus den Kriegsgebieten eintreffen werden und wie viele, könne aber noch niemand seriös sagen, so Franke.

Die Stadtverwaltung hat sich deswegen bereits mit Hilfsorganisationen ausgetauscht. Man nutze hierfür die Erfahrungen und Kontakte von 2015/2016, als mehrere Tausend Flüchtlinge in der Stadt ankamen, erklärt Andreas Franke, beispielsweise die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und ehrenamtlichen Initiativen.

Auch die Melde- und Ausländerbehörde sei vorbereitet und habe sich mit dem Freistaat ausgetauscht. Das Amt für Migration informiert im Internet über Melde-Formalitäten für Ukrainer (www.nuernberg.de/internet/auslaenderbehoerde/). Ukrainische Staatsbürger dürfen sich in EU-Ländern 90 Tage ohne Visum aufhalten.

Die SPD-Stadtratsfraktion hat in einem Schreiben an Oberbürgermeister Marcus König (CSU) angeregt, eine Nürnberger Hotline einzurichten, in der sich Geflüchtete, aber auch ihre Verwandten und Freunde informieren können. "Damit würden wir den Menschen eine konkrete Unterstützung in der Krise zukommen lassen und im Rahmen unserer Möglichkeiten helfen."

Der Partnerschaftsverein Charkiw-Nürnberg hat ein Spendenkonto eingerichtet: IBAN DE12 7605 0101 0001 3500 58 (Sparkasse Nürnberg), Verwendungszweck: "Hilfsprojekte in Charkiw".

Ukrainer in Franken und die "Allianz für ein freiheitlich-demokratisches Russland" rufen für Samstag, 26. Februar, ab 14 Uhr zu einer Solidaritätskundgebung gegen die russischen Angriffe auf. Im Anschluss findet um 16 Uhr ein dreisprachiges Friedensgebet in St. Lorenz statt.

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