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Stadtansichten: "die spielzeugkiste" in der Nürnberger Innenstadt

Spielzeugladen gibt es seit 75 Jahren - 14.10.2020 10:33 Uhr

"die spielzeugkiste"

In der „spielzeugkiste“ gibt es unter anderem hochwertiges Holz- und Blechspielzeug, aber auch Plüschtiere oder Puppen. (Fast) nicht in den Laden schaffen es Spielsachen aus Plastik – abgesehen von einigen Sandförmchen.

© Foto: Peter Romir

© Foto: Peter Romir

Es war kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs: Die Nürnberger Altstadt lag noch in Trümmern, als eine Kindergärtnerin namens Sieberg beschloss, dass die Kinder auch – oder gerade – in dieser Zeit wieder Spielzeug brauchen. Und deshalb eröffnete sie am 1. September 1945 in der Altstadt "die spielzeugkiste". Dass es den Laden noch 75 Jahre später geben würde, das hätte sie sich damals sicher nicht träumen lassen. "Ich habe sie selbst nicht mehr kennengelernt, aber eine ältere Kundin hat mir von ihr berichtet", erzählt die jetzige Inhaberin Ursula Motsch. 

Schwabacher Straße

Der Wandel lässt sich gut an den wechselnden Namen der Geschäfte ablesen.

© Foto: Michael Matejka

© Foto: Michael Matejka

2020

1969

An den wechselnden Namen der Geschäfte lässt sich der Wandel gut ablesen: Im Vergleich zum Jahr 1969 (Bild re.) ist etwa aus dem Zölls-Laden eine Apotheke geworden; Geschichte ist neben Photo- und Uhren- auch der Optiker-Laden, dessen Domizil von einem Neubau ersetzt worden ist. Immerhin residiert im Gebäude ganz links weiter eine Gaststätte. Die Straßenbahngleise sind derweil als Folge der U-Bahnlinie U 2 verschwunden – und die Haltestelle Leopoldstraße wird von Bussen angesteuert.

Breite Gasse

1966 begann der Umbau der Einkaufsstraße "Breite Gasse" in Nürnbergs erster Fußgängerzone. Heute dominieren hier Filialen von großen Ketten.

© Foto: Gertrud Gerardi

© Foto: Gertrud Gerardi

1966

2020

 Ab 1966 wurde die Breite Gasse in der Innenstadt umgebaut. Bis 1969 dauerten die Arbeiten, Da meist dünne Gehwegplatten auf der ehemaligen Fahrbahn verlegt wurden, gab es im Laufe der Zeit viele Unebenheiten, ausgelöst durch schwere Lieferfahrzeuge. Ab 1993 wurde der Belag schrittweise saniert. Einen Wandel gab es auch bei den Läden: Heute dominieren Filialen von großen Ketten.

Fußgängerzone in der Innenstadt

Wer heute in aller Ruhe durch die Fußgängerzone läuft, kann sich schwer vorstellen, dass hier zur Zeit des Wiederaufbaus dicht an dicht die Autos standen.

© Foto: Nachlass Friedrich Neubauer

© Foto: Nachlass Friedrich Neubauer

1950

2020

Wer heute in aller Ruhe durch die Fußgängerzone läuft, kann sich schwer vorstellen, dass hier einst dicht an dicht die Autos standen und Pkw und Lieferwagen sich durch die Innenstadt drängten. Doch die Gegenüberstellung des aktuellen Bildes aus der Königstraße mit der historischen Aufnahme aus der Zeit des Wiederaufbaus macht dies deutlich.

Speisehaus für Sondersiechen

Das Speisehaus für Sondersiechen an der Pegnitz wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, aber konnte bereits 1950 als Studentenheim eröffnet werden.

© Foto: Stadtarchiv Nürnberg/Hochbauamt

© Foto: Stadtarchiv Nürnberg/Hochbauamt

1945

2020

Schwer angezählt, aber zum Glück noch auf den Beinen: So präsentierte sich der Weinstadl vor 75 Jahren. Nach schweren Sprengbombentreffern hatte das 1446 bis 1448 errichtete Fachwerk-Juwel nur noch ein weitgehend abgedecktes Dach. Aber das Bauwerk, in dem jeweils in der Karwoche Leprakranke (Sondersiechen) mit Speisen versorgt wurden oder Klosterfrauen in Kriegszeiten Zuflucht fanden, ließ sich schnell wieder restaurieren und konnte bereits 1950 als Studentenheim eröffnet werden. 

Egidienplatz

Ein wüster Trümmerhaufen prägte im Dezember 1952 noch den Egidienplatz in der Sebalder Altstadt. Später entstand ein Bibliotheks-Neubau und eine neue Wohnanlage.

© Foto: Michael Matejka

© Foto: NN-Archiv

1952

2018

Ein wüster Trümmerhaufen prägte im Dezember 1952 noch den Egidienplatz in der Sebalder Altstadt. Mit Hilfe eines Architektenwettbewerbs wollte die Stadt neue Ideen vor allem für die nordwestliche Ecke rund um das Pellerhaus bekommen. Ein Bibliotheks-Neubau und eine neue Wohnanlage sollten dem Areal rund um die Egidienkirche ein neues Gesicht geben. 

Zwischen 1900 und 1905 ist Diesmal geht es um die frühere Infanterie- und Artilleriekaserne in der Wallensteinstraße in Schweinau, die zwischen 1900 und 1905 errichtet worden war, als das Kaiserreich die „Friedenspräsenzstärke“ des Heeres erhöhen wollte.

© Foto: Michael Matejka

© Foto: Michael Matejka

1949

2020

Während vor 75 Jahren noch das Schild "Nürnberg Vorort Reichelsdorf" den grauen Betonmast zierte – damals lag zum Zeitpunkt der Aufnahme viel Schnee, mehrere Bäume säumten noch die Straße –, schaut es hier heute im Wandel der Zeit ganz anders aus. Zu sehen sind jetzt ein Parkschild und ein Hinweis auf das Altenheim.

1945

ährend vor 75 Jahren noch das Schild "Nürnberg Vorort Reichelsdorf" den grauen Betonmast zierte, schaut es hier heute im Wandel der Zeit ganz anders aus.

© Foto: Michael Matejka

© Foto: Michael Matejka

2020

1926 wurde der "Schocken" am Aufseßplatz eröffnet. 1939 wurde er in "Merkur" unbenannt und nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 1951/52 wieder aufgebaut. Das Kaufhaus war lange der Magnet in der Südstadt. Später wurde die Fassade wabenartig umgestaltet – der Horten residierte bis 2004 im "Schocken", wie Alteingesessene bis heute sagen, dann zog Galeria Kaufhof ein. Seit Mitte 2012 steht der Komplex, abgesehen von temporären Zwischennutzungen, leer. Seit langem warten alle darauf, dass sich etwas tut – bisher vergeblich. Ein Trauerspiel.

Schocken

Der "Schocken" wurde 1926 am Aufseßplatz eröffnet und nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 1951/52 wieder aufgebaut. Das Kaufhaus war lange der Magnet in der Südstadt.

© Stefan Hippel

© Foto: Stadtarchiv Nürnberg/Tümmels Verlag

1951

2020

Am Hauptmarkt hatten die Gemüsehändler in den Trümmerjahren nach dem Zweiten Weltkrieg schon wieder ihre Stände aufgebaut. Währenddessen lagen die Frauenkirche und die benachbarten Gebäude noch weitgehend Ruinen waren oder in Schutt und Asche. Auf dem ersten Bild fehlen die Marktstände, weil am Hauptmarkt noch der Abbau der Christkindlesmarkt-Buden lief.

Im Umfeld fügen sich die Nachkriegsbuden mit ihren steilen Satteldächern weitgehend in das gewöhnte Altstadtbild. Und die Frauenkirche zieren längst wieder auch Uhr und das Männleinlaufen.

Hauptmarkt

Auf dem Hauptmarkt hatten die Gemüsehändler ihre Stände bald wieder aufgebaut, während die Frauenkirche und die benachbarten Gebäude noch weitgehend Ruinen waren.

© Foto: Michael Matejka

© Foto: Michael Matejka

1945

2020

Am Eckhaus Füll 15 ist die Hausmadonna des Bildhauers Veit Stoß (1447–1533) zu sehen. Das linke Bild entstand etwa um 1946/1947, als an dieser Stelle in der Sebalder Altstadt der Schutt zum Teil schon weggeräumt war und erstes Grün aus der Erde spitzte.

Die Treppe ist im Laufe der Jahre wieder deutlich verbreitert worden, während viele Sandsteinfassaden aufpoliert wurden. Und auch wenn man nicht alle Originalgebäude retten konnte: Das mittelalterliche Flair des Burgviertels ist bis heute erhalten geblieben.

Hausmadonna

Auf beiden Bildern ist am Eckhaus Füll 15 die Hausmadonna des Bildhauers Veit Stoß (1447–1533) zu sehen. Sie überstand die Treffer durch die Fliegerbomben.

© Foto: Stadtarchiv Nürnberg

© Foto: Stadtarchiv Nürnberg

1946/1947

2020

Das linke Foto zeigt den Komplex nach dem Zweiten Weltkrieg, wo 1946 mit den US-Streitkräften der "Americana Club" in den zum Teil zerstörten Komplex eingezogen war. Von 1973 bis 1997 residierte dort mit dem Komm ein selbstverwaltetes Kommunikationszentrum, das durch die spektakuläre "Massenverhaftung" vom 5. März 1981 überregional bekanntwurde. Bis 2002 entstand im Zuge des ersten Sanierungsabschnitts auf der Südkante mit einem modernen, gläsernen Kopfbau ein neuer Eingangsbereich.

Tucherschloss

Das Tucherschloss wurde im Zweiten Weltkrieg massiv zerstört. Außer der westlichen Hoffassade, der Fassade zur Straße und dem Erdgeschossgewölbe ist nichts übrig geblieben. Heute ist es ein Museum.

© Foto: Stadtarchiv Nürnberg, A39 III F H 59

© Foto: Stadtarchiv Nürnberg, A39 III F H 59

1946

2020

 Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lag das Burgviertel weitgehend in Trümmern. Neben vielen Wohn- und Geschäftshäusern war auch die Sebalduskirche schwer zerstört. Die Szenerie hat sich seit dem Wiederaufbau komplett gewandelt: Der Blick vom Ölberg unterhalb der Burg auf die Altstadt ist wieder eine Augenweide – man sieht die Landschaft aus steilen Satteldächern, die Kirchtürme und rechts am Horizont auch den Fernsehturm. Und ein paar Stufen nach unten lockt gleich die Gaststätte "Zum Waffenschmied".

Das Künstlerhaus - damals und heute

1946 war das Künstlerhaus in der Königstraße 93 ein amerikanischer Club. Heute hat es wieder zu seiner alten Funktion als Veranstaltungsort für Kunst- und Kulturliebhaber zurückgefunden.

© Eeva Anundi

© Gertrud Gerardi

1946

2020

Was auch mit den geparkten Autos zu tun hat: Während Anfang der 60er Jahren noch der VW-Käfer dominierte (Bild links), parkt heute ein Audi am Straßenrand. Eine große Veränderung in der Marienstraße erfolgte im Herbst 1949 mit der Ansiedlung des Verlags Nürnberger Presse im früheren Gauleiterhaus auf der rechten Straßenseite. Direkt nebenan entstanden ab 1976 die neuen Redaktionsgebäude von NN und NZ. Und gegenüber wurde 1993 der Marienplatz in Willy-Brandt-Platz umbenannt.

Altstadt

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lag das Burgviertel weitgehend in Trümmern. Neben vielen Wohn- und Geschäftshäusern war auch die Sebalduskirche schwer zerstört. Die Szenerie hat sich seit dem Wiederaufbau komplett gewandelt.

© Foto: Lala Aufsberg/Stadtarchiv

© Foto: Lala Aufsberg/Stadtarchiv

1945

2020

Ende 1964 wurde die Eichendorffstraße neu ausgebaut; die Bahnüberführung in Erlenstegen behinderte den Autoverkehr. Der Zebrastreifen ist inzwischen einer Ampel gewichen.

Marienstraße

Die Marienstraße hat ihr Gesicht bis heute an vielen Stellen geändert. Eine große Veränderung in der Marienstraße erfolgte im Herbst 1949 mit der Ansiedlung des Verlags Nürnberger Presse im früheren Gauleiterhaus.

© Foto: Gertrud Gerardi

© Foto: Gertrud Gerardi

1950

2020

 Seinen Namen hat der Laufer Schlagturm der Schlaguhr zu verdanken, die in seinem inneren schlägt. Er ist einer der wenigen erhaltenen Türme in Nürnberg. Und so beherrschte er um 1870 den Blick auf die Äußere Laufer Gasse, ebenso wie heute. Vielen Nürnbergern ist die Gasse von einem Besuch des Einwohnermeldeamtes bekannt. Dabei hat sie auch sonst einiges zu bieten: Cafés, Imbisse, Bäcker, Fotostudios und ein Schuhgeschäft.

Eichendorffstraße

Ende 1964 wurde die Eichendorffstraße neu ausgebaut; die Bahnüberführung in Erlenstegen behinderte den Autoverkehr. Der Zebrastreifen ist inzwischen einer Ampel gewichen.

© Michael Matejka

© Foto: NN-Archiv

1964

2020

Im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs wurde das historische Pellerhaus, von 1602 bis 1605 errichtet, weitgehend zerstört. Der Blick in den Pellerhof war 1945 ein sehr trauriger (Bild links). Ungeachtet der vielgelobten 50er-Jahre-Architektur des neuen Pellerhauses ist der Pellerhof seit 2006 auf Initiative der Altstadtfreunde rekonstruiert worden (Bild rechts). Das sorgt für besondere Einblicke.

Laufer Schlagturm

Seinen Namen hat der prägende Laufer Schlagturm der Schlaguhr zu verdanken, die in seinem inneren schlägt. Er ist einer der wenigen erhaltenen Türme in Nürnberg. Und so beherrschte er um 1870 den Blick auf die Äußere Laufer Gasse.

© Michael Matejka

© Ferdinand Schmidt/ Stadtarchiv Nürnberg

1870

2020

Auch die Ecke Luitpold-/Könistraße hat sich stark verändert: Das Café Corso befand sich einst im Erdgeschoss des Jugendstilgebäudes in der Königstraße 70, das im Zweiten Weltkrieg durch Bomben stark beschädigt wurde (Bild li.).

Wie die umliegenden Häuser, wurde es nach 1945 renoviert – und bis heute ist im Eckgebäude eine Gastronomie ansässig. Nach langen Jahren mit einer Beck-Filiale residiert dort seit Oktober 2017 Starkoch Alexander Herrmann mit den Lokalen "Fränk'ness" und "Imperial".

Das Pellerhaus - damals und heute

Der Pellerhof wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Seit 2006 ist der Hof auf Initiative der Altstadtfreunde rekonstruiert worden.

© Michael Matejka

© NN Archiv

1945

2006

"Fränk'ness" statt Café Corso

Das Café Corso befand sich einst im Erdgeschoss des Jugendstilgebäudes in der Königstraße 70 (Bild li.). Seit Oktober 2017 residiert dort Starkoch Alexander Herrmann mit den Lokalen "Fränk’ness" und "Imperial" (Bild re.).

© Michael Matejka

© privat/NN-Archiv

1945

2020

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Damals und heute: So sehr hat sich Nürnberg verändert

Bomben, Industrieaufschwung und eine glorreiche Vergangenheit: Kaum eine Stadt in Deutschland hat eine so bewegte Geschichte wie Nürnberg. Eine Geschichte, die das Erscheinungsbild der Stadt stetig verändert hat. Wir versuchen, sie sichtbar zu machen.


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