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Streit um türkischen Supermarkt: Anwohner sind verärgert

Betreiber bittet um Tipps - und will auf Hasenbucker zugehen - 04.02.2015 07:44 Uhr

Hakan Can will sein Sortiment am Hasenbuck noch weiter optimieren. © Foto: Roland Fengler


Hakan Can kommt nicht zur Ruhe. Bis zur Eröffnung seines neuen Supermarkts hatte der 34-Jährige bereits einiges zu ertragen. Erst schlugen ihm Unbekannte die Scheiben ein und versuchten, den türkischstämmigen Unternehmer mit Nazi-Schmierereien zu vergraulen. Dann verzögerten sich die Genehmigungen für den Umbau des früheren Edeka-Markts, so dass die im September 2014 geplante Einweihung erst Mitte Januar stattfand.

Nun, keine drei Wochen nach der Eröffnung, bei der neben Wirtschaftsreferent Michael Fraas auch Vertreter des Bürgervereins und der Stadtratsfraktionen vorbeischauten, droht erneut Ungemach. Während die prominenten Gäste bereits erfreut das Ende der Nahversorgungslücke im Stadtteil verkündeten, sehen das einige Anwohner etwas anders.

Sie beklagen, dass das Sortiment zu wünschen übrig lässt. Einer Frau etwa fehlen Fischkonserven und die Tiernahrung für ihre Katze. „Ich hatte mir mehr erwartet, weil der Betreiber ja angekündigt hatte, das Sortiment an dem der alten Edeka auszurichten“, sagt sie enttäuscht.

Anwohnerin Iris Hofmann kann noch mehr aufzählen. Während es in der Bäckerei „nur Weißbrot“ gebe, fehlten Schreibwaren und Zeitschriften völlig. Auch dass Can aus Rücksicht auf seine türkischen Stammkunden, die er vom Pferdemarkt mitbringt, kein Schweinefleisch führt, stößt ihr sauer auf. „Dafür habe ich die Wahl aus 10 000 Sorten Oliven.“ Ihr Fazit: „Can hat sich nicht auf die Bedürfnisse der Hasenbucker eingestellt und das Sortiment ist zu 100 Prozent auf ausländische Kunden zugeschnitten.“

Kritik, die Hakan Can nicht nachvollziehen kann. So etwa beim Gebäck: „Wir hatten eine dunkle Brotsorte, mussten sie in den ersten Tagen aber dauernd wegwerfen, weil sie nicht gekauft wurde.“ Nun will er abgepackte, dunkle Brote anbieten. Bei Produkten wie Tierfutter und Konserven bittet er um Nachsicht und verspricht Abhilfe: Viele Artikel habe er zum ersten Mal im Sortiment. „Bis wir raushaben, was nachgefragt wird und was nicht, dauert es ein Weile.“

Da sei es umso bedauerlicher, dass aus dem Stadtteil bislang keine Reaktionen bei ihm ankommen. „Wenn ich selbst mal nicht vor Ort bin, kann man auch jeden Mitarbeiter ansprechen, um Kritik und Anregungen loszuwerden“, sagt Can. „Wir sind ein Familienunternehmen.“ Eine Box für Kundenwünsche und der Facebook-Auftritt des Supermarkts sollen nun abhelfen, hofft er.

Während er sich sogar beim Thema Wurstwaren eine Lösung vorstellen kann — etwa durch einen deutschen Metzger, der den Standort anfährt — muss er bei Dingen wie Zeitschriften passen. Das gesamte Sortiment des Vorgängers könne man aus Platzbedarf für die eigenen, ausländischen Produkte nicht bieten, erläutert Hakan Can und ergänzt: „Wenn deren Konzept allein sich rentieren würde, hätte die Edeka ja nie dichtgemacht.“ 

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