Tiergarten fährt neue Strategie: Löwin von Subali getrennt

7.12.2020, 16:05 Uhr
Laut und eindrucksvoll brüllen kann Subali. Auf Nachwuchs wartet der Tiergarten dagegen bisher vergeblich.

Laut und eindrucksvoll brüllen kann Subali. Auf Nachwuchs wartet der Tiergarten dagegen bisher vergeblich. © Michael Matejka

"Wenn die Löwin Anzeichen von Rolligkeit zeigt, warten wir noch einen Tag ab. Erst dann lassen wir die beiden zusammen", erklärt Tiergarten-Direktor Dag Encke, "vielleicht erhöht sich dadurch die Chance auf Nachwuchs." Die Rolligkeit dauert drei bis vier Tage. Wird die Löwin nicht trächtig, setzt nach etwa drei Monaten die Läufigkeit erneut ein.

Speziallabor untersucht Kot

Außerdem sammelt die Tierpflegerin zweimal wöchentlich Kotproben der beiden Großkatzen, die ein Speziallabor der Universität Wien untersuchen soll. Aus dem Tierkot können die Wissenschaftler Profile des Hormonhaushalts erstellen. Über einen Zeitraum von drei bis vier Monaten werden die Exkremente gesichert, um einen kompletten Zyklus abzudecken. Die österreichische Einrichtung ist seit Jahrzehnten auf die teilweise recht komplizierte Auswertung von Kot- und Urinproben spezialisiert.


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An der Frage des bisher ausbleibenden Nachwuchses hatte sich eine große Debatte entzündet, ob der Tiergarten Subali eventuell töten soll. Auch wenn die Entscheidung darüber erst in anderthalb Jahren ansteht, so hatte allein schon die Möglichkeit Unverständnis und Empörung in der Öffentlichkeit ausgelöst.

Tötung als letzte Option

Der Tiergarten hatte jedoch auch betont, dass zunächst einmal die Zeugungsfähigkeit Subalis überprüft wird. Sollte er unfruchtbar sein, wolle man ihn in einen anderen Zoo abgeben, der nicht mit asiatischen Löwen züchtet. Erst falls alle anderen Optionen scheitern, stelle sich die Frage der Tötung.

Tiergartendirektor Encke findet es aber wichtig, dass auch diese Möglichkeit ins Bewusstsein der Öffentlichkeit eindringt. Ihm geht es um den Artenschutz bei aussterbenden Tierarten: "Ohne Management geht das nicht."

Im Podcast auf nordbayern.de hatte er sich ausführlich zu diesem Thema geäußert.

Man dürfe den begrenzten Platz in Zoos nicht durch Tiere blockieren, mit denen man nicht weiterzüchten könne. Die Löwen Subali und Aarany sind seit zwei Jahren in Nürnberg, seither wartet man vergeblich auf Nachwuchs.

Schwindender Lebensraum

Im Verhältnis ist ein einziger Löwe irrelevant, meint Encke. Er weist darauf hin, dass im afrikanischen Botswana 130.000 Elefanten leben, dort sei aber nur Platz für 50.000 Dickhäuter. Man müsste also 80.000 überzählige Tiere von dort entnehmen. Der begrenzte oder (durch den Menschen) schwindende Lebensraum sei das eigentliche Problem.

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