Trauer im Tiergarten: Berühmter Gorilla-Opa Fritz ist tot

20.8.2018, 16:33 Uhr
Im Kreise seiner Gorilla-Gruppe blühte Fritz auf.

Im Kreise seiner Gorilla-Gruppe blühte Fritz auf. © Zsuzsanna Helgeth/Tiergarten Nürnberg

Es hatte sich angekündigt. Am Wochenende wurde Fritz immer schwächer, konnte sich kaum noch bewegen. Auch deshalb schloss der Tiergarten das Affenhaus für Besucher - die Gorillagruppe brauchte ihre Ruhe. Am Montag verschlechterte sich der Zustand des 55 Jahre alten Tieres noch einmal dramatisch, sagen die Verantwortlichen des Zoos. Es bestand keine Hoffnung auf Besserung mehr. Bereits Ende des vergangenen Jahres bangte der Tiergarten um den Gorilla-Opa. Doch das 1963 in Kamerun geborene Tier erholte sich - überraschenderweise. 

Am Montagnachmittag erlösten die Verantwortlichen im Tiergarten das Leittier, es wurde eingeschläfert. Danach habe man allen vier Weibchen aus seiner Gruppe die Gelegenheit gegeben, sich von Fritz zu verabschieden. 

Quark mit Himbeermarmelade war seine Leibspeise

Der Tiergarten würdigt den Gorilla als eine "echte Tierpersönlichkeit" - und begründet das auch mit der bewegten Geschichte des Affen. 1966 kam Fritz in den Münchner Tierpark Hellabrunn, vier Jahre später landete er in Franken. Der Gorilla zeugte sechs Junge - zwei Weibchen und vier Männchen. Insgesamt hat Fritz 14 Ur-Urenkel, die in ganz Europa verteilt leben.

Doch der Gorilla verließ Nürnberg auch immer wieder. Zwei Mal wurde er etwa ausgeliehen, mehrere Monate lebte er im Berliner Zoo, von 1986 bis 1988 dann im tschechischen Dvur Kralove. Seine Leibspeise, so sagt es der Tiergarten, war "sein geliebter Quark mit Himbeermarmelade", der ihm immer wieder auf die Beine half. Doch am Montag endete eine Ära - Fritz ist tot. 

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