Über Laubsauger und fairen Handel

13.10.2009, 00:00 Uhr
So nicht! Schließlich gibt es auch laubrechen, die haben eine viel bessere CO²-Bilanz

So nicht! Schließlich gibt es auch laubrechen, die haben eine viel bessere CO²-Bilanz © Eduard G. Weigert

Das Casablance-Kino in der Brosamerstraße 12 ist gerade aus dem Koma erweckt worden, da dient es auch schon als Bühne für die Umweltbewegung. Morgen startet eine sechsmonatige Staffel unter dem Titel «Agenda 21 Kino«. Gezeigt werden Filme, die sich im weitesten Sinne mit den (negativen) Auswirkungen unseres Lebens auf die Erde und die Menschheit befassen.

50 Länder aus der Vogelperspektive

Den Anfang macht die Dokumentation «Home« von Yann Arthus-Bertrand (2008). Der Überflieger zeigt 50 Länder aus der Vogelperspektive. «Der Film ist nicht akademisch und tief analytisch. Aber er hält uns vor Augen, was wir zu verlieren haben«, sagt Nürnbergs Umweltreferent Peter Pluschke (Grüne). Jeden Monat zeigt der Verein Casablanca einen Film, so Brigitte Schönig, die froh über die Kooperation ist. Morgen startet «Home« bei freiem Eintritt um 19.30 Uhr.

Diese Film-Reihe ist Teil der neuen Info-Kampagne des Umweltreferats. Ein weiterer Baustein ist das «Streitgespräch Umwelt« in Zusammenarbeit mit dem Bildungszentrum (BZ). Hier geht es am 9. November um die erneuerbaren Energien und die Chancen, die sich daraus für die Stadtwerke ergeben, erläutert Hiltrud Gödelmann vom Umweltreferat. In der Runde trifft der Nürnberger Stadtwerke-Chef Herbert Dombrowsky auf den profilierten Grünen-Umweltpolitiker Hans-Josef Fell und Rosa Hemmers von Eurosolar.

Streitfall: Atomkraft

«Als wir dieses Thema auswählten, wussten wir noch nicht, dass sich mit dem Konsortium aus kommunalen Stadtwerken auf dem Energiemarkt ein fünfter Anbieter neben den vier Großen etabliert«, so Pluschke. Nun komme mit der möglichen Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke durch die neue Bundesregierung ein weiterer Faktor hinzu. Der beschere den Atomkraftbetreibern enorme zusätzliche Gewinne, die sie wiederum für ihre Marktstrategien einsetzen würden. Was das Wirken der Stadtwerke nicht unbedingt erleichtere.

Ein weiterer neuer Kooperationspartner für das Umweltreferat ist der Verein «Bluepingu«. Die Gründer haben ein regionales Internet-Portal (www.bluepingu.de) aufgebaut, auf dem Initiativen, Verbände und Firmen zu finden sind, die sich dem nachhaltigen, mithin umweltfreundlichen Wirtschaften verpflichtet fühlen. Die drei Säulen, so Roland Brücher, sind «bewusst einkaufen«, «aktiv mitmachen« und «früh anfangen«. Wer Anbieter etwa für Biokost oder gesunde Möbel sucht, wird hier ebenso fündig, wie derjenige, der bei einem Verein oder Verband oder auch nur Event mitmachen möchte. Und schließlich richtet sich das Angebot an Kinder und Jugendliche.

Broschüre für Schulklassen

Für Schulklassen ist die neue Broschüre «KonsuMensch« gedacht, betont Kerstin Stübs vom Umweltreferat, die die Agenda-Gruppen betreut. Das pfiffig gemachte Heftchen ist eine Idee aus Hannover und wurde für Nürnberg angepasst. Es ist ein «Fair-Führer« und erklärt beispielsweise die Weltreise einer Jeans, woher ein Schuh kommt oder wer vom fairen Handel profitiert. Aufgelistet sind auch Nürnberger Geschäfte, die faire Produkte anbieten oder soziale Projekte unterstützen.

Schließlich legt das Referat, das ab Dezember erstmals auch einen eigenen Internetauftritt bekommt, neue Info-Folder auf. Der erste befasst sich mit dem Streit-Thema Laubbläser/-sauger.