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Umweltschützer messen zu viel Nitrat in Privatbrunnen

Verein VSR-Gewässerschutz stellte in jeder vierten Probe zu hohe Werte fest - 16.07.2019 18:40 Uhr

Projektleiter Harald Gülzow (rechts) und Milan Toups analysieren im Labormobil des VSR-Gewässerschutzes eine Wasserprobe. Immer wieder stellen sie fest, dass Wasser in Privatbrunnen deutlich zu hohe Nitratwerte aufweist. © Foto: Gerhard Seybert, Medien&Presse


Der gemeinnützige Verein VSR-Gewässerschutz musste Bürgern einmal mehr mitteilen, dass ihr Brunnenwasser zu viel Nitrat enthält. Zahlreiche Brunnenbesitzer hatten am 20. Mai an einem Infostand in der Innenstadt Wasserproben abgegeben, um sie testen zu lassen. Die jetzt veröffentlichten Ergebnisse decken sich in etwa mit denen der Vorjahre: Jeder vierte Brunnenbesitzer erfuhr, dass der Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm Nitrat pro Liter in seinem Brunnen überschritten ist.

Insgesamt hat die Umweltschutzorganisation das Wasser von 44 privat genutzten Brunnen aus dem Raum Nürnberg–Heilsbronn–Allersberg analysiert. Ein Grund für die hohen Belastungen ist laut Angaben des Vereins die intensive Landwirtschaft, die sich in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter ausgebreitet habe. "Die bisherigen Düngeverordnungen ermöglichten der Agrarindustrie zu wachsen und ihre landwirtschaftlichen Flächen auf Kosten der Umwelt zu überdüngen", beklagt Susanne Bareiß-Gülzow, die Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz.

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Der Diplom-Physiker Harald Gülzow, Projektleiter im VSR-Gewässerschutz, und Milan Toups als Bundesfreiwilliger fanden bei den Untersuchungen 123 Milligramm Nitrat pro Liter (mg/l) in einem privat genutzten Brunnen in Heilsbronn. Weitere mit Nitraten stark verschmutzte einzelne Privatbrunnen stellten sie in Lohe mit 110, Thon mit 76, der Werderau mit 90, Gebersdorf mit 87 und Langenzenn mit 66 mg/l fest.

Besitzer ärgern sich

Laut dem Verein möchten viele Besitzer nicht mehr hinnehmen, dass ihr Brunnenwasser nur eingeschränkt nutzbar ist. Sie ärgert vor allem, dass das Wasser nicht geeignet ist, um Gartenteiche zu füllen. Es besteht die Gefahr, dass sich Algen massenhaft vermehren. Abgestorbene Pflanzen können anschließend zu Fischsterben führen. Auch beim Gießen des selbst angebauten Gemüses sollte Brunnenwasser nicht dazu führen, dass Nitrat angereichert wird.

Der einzelne Brunnenbesitzer kann eine Anreicherung vermeiden, wenn er die Nitratbelastung des Brunnenwassers in die Düngeberechnung einbezieht. Hierfür muss er aber dringend die Nitratkonzentration im Brunnenwasser kennen. Wer den Termin am Labormobil verpasst hat, kann eine Wasserprobe mit der Post an die Geschäftsstelle des VSR-Gewässerschutzes, Egmondstraße 5, 47608 Geldern, schicken. Weitere Infos finden Sie hier.

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