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"Urban farming" im Z-Bau: Die Ernährung der Zukunft?

Aquaponik-Versuchsanlage in Nürnberg kombiniert Gemüse- und Fischzucht - 17.05.2017 05:54 Uhr

Tilapia in einem Aquaponik-Tank (Symbolbild). © REUTERS/Brian Snyder


Das Becken mit Tilapia, einer afrikanischen Barschart, ist mit vier weiteren Plastik-Kuben verbunden, die als Beete dienen. Dort wachsen Tomaten und Kräuter, die mit dem Aquariumswasser gedüngt werden, das Ausscheidungen der Fische enthält. Die Flüssigkeit sickert weiter durch Erdreich und Kies, wird dabei gereinigt und kann in dem geschlossenen System wieder ins Aquarium zurückfließen.

Ulrich Hirschmüller vom Science Shop Nürnberg baut das Aquaponik-Projekt mit einer Gruppe Gleichgesinnter auf. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt das Vorhaben. Der 27-jährige Biologe erläutert den Sinn: "Die Vorteile der kombinierten Fisch- und Pflanzenproduktion liegen auf der Hand. Pflanzen lieben nährstoffreiches Wasser, Fische lieben sauberes Wasser, am Ende kann man beides essen."

Für Hirschmüller ist das Spannende an dem Aquaponik-Vorhaben: Nicht auf ausgetretenen Wegen wissenschaftliche Erkenntnisse wiederkäuen, sondern ausprobieren, verbessern und aus den Erfahrungen lernen.

Zunächst einmal bis zum Herbst

Die Initiative Science Shop Nürnberg steht dabei nicht allein: Auch die Fürther Fachschule für Agrarwirtschaft experimentiert mit Aquaponik. Ein Knoblauchsländer Landwirt aus Lohe beschäftigt sich in der Nähe des Flughafens ebenfalls intensiv mit dem Thema. Und auch überregional gibt es etliche Initiativen — etwa in Berlin. Dort stellt sich die Gruppe "machBar Potsdam" die gleiche Aufgabe.

Das Nürnberger Projekt dauert zunächst einmal bis zum Herbst, Verlängerung 2018 durchaus möglich. "Beim Erntedankfest im Oktober gibt es dann Fisch am Spieß und frisches Gemüse", meint Ulrich Hirschmüller. Der Weg dorthin ist aber noch weit.

Informationen findet man auf facebook unter Science Shop Nürnberg oder auch per E-mail: info@scienceshopnuernberg.de. Besucher sind bei den Treffen mittwochs ab 18 Uhr am Z-Bau, Frankenstraße 200, willkommen. 

Hartmut Voigt

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