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Vorerst keine S-Bahn-Nightliner für das Nürnberger Umland

Verkehrsclub hält Vorgehen für "grundfalsch und nicht nachvollziehbar" - 20.09.2018 15:12 Uhr

Es ist beschlossen: Die CSU sagt "Nein" zum S-Bahn-Nachtverkehr in der Metropolregion Nürnberg. © Daniel Karmann


"Einmal mehr zeigt sich, dass die CSU für einen attraktiven Nahverkehr für die Bevölkerung nichts übrighat", kommentiert der Grünen-Verkehrsexperte Markus Ganserer die Sitzung des Wirtschaftsausschusses des Bayerischen Landtags. Dort ging es am Donnerstagnachmittag um einen möglichen S-Bahn-Nachtverkehr in der Metropolregion Nürnberg.

Eine Entscheidung, das betont die CSU-Fraktion, sei nicht gefallen - man habe lediglich auf einen Beschluss aus dem Mai 2017 verwiesen. Damals sprach sich eine Mehrheit klar für eine Taktverdichtung der S-Bahn nach Altdorf aus. "Die Nightliner waren 2017 wegen Finanzierungsfragen zurückgestellt worden", teilt die CSU-Fraktion mit. Das sei mit Zustimmung der Grünen entschieden worden. "An diesem Sachverhalt hat sich bis heute nichts verändert. Dem in der vorliegenden Petition geäußerten Anliegen kann daher nicht entsprochen werden."

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD), von dem die Petition für die Nightliner im Frühjahr initiiert wurde, kritisiert ein "grundfalsches und nicht nachvollziehbares" Vorgehen der CSU im Wirtschaftsausschuss. Wie in der Petition vorgeschlagen wird, könne ein Nachtverkehr von Samstag auf Sonntag das kulturelle Angebot in der Region besser vernetzen. Besonders junge Menschen würden davon profitieren: Sie könnten das Auto beim Ausgehen am Abend stehen lassen und stattdessen sicher mit der Bahn nach Hause fahren.

Auf die Stimmen der Bürger hören

Jetzt ist der Ärger bei den Initiatoren der Petition groß. "Wenn schon so eine einfache und kostengünstige Verbesserung nicht möglich sein soll, was ist dann von den vollmundigen Bekenntnissen der CSU zum ÖPNV zu halten?", kritisiert Bernd Baudler, Vorsitzender des VCD im Großraum Nürnberg.

Auch im Hinblick auf den durchschlagenden Erfolg der Nightliner-Busse sei das Vorgehen schwer nachvollziehbar. Baudlers Appell lautet deshalb, "auf die Stimmen der betroffenen Bürger und Kommunen an den Strecken zu hören – und zumindest einen Probebetrieb zu starten." Ob die CSU diese Einwände allerdings noch berücksichtigen wird, bleibt abzuwarten. In Frankfurt, Hamburg und Berlin ist der Wochenendnachtverkehr längst eine Selbstverständlichkeit. 

awi

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