Freitag, 20.09.2019

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Vorschläge zur Integration: Geduldiges Publikum dank Ramadan

Landtagsabgeordnete Tasdelen und Schmitt-Bussinger laden zum Fastenbrechen - 22.06.2015 06:00 Uhr

Fastenbrechen (iftar) der SPD-Landtagsfraktion: Arif Tasdelen, Helga Schmitt-Bussinger, Christian Vogel und Thorsten Brehm (v.l.n.r.) © Roland Fengler


Für einen Politiker sind Tischreden eine Herausforderung. Oft spät am Abend und auch noch in Sichtweite leckerer Speisen und Getränke, ist die Aufmerksamkeit des Publikum gering. Wer dennoch zum Essen laden und ein geduldiges Publikum haben will, muss es wie die Landtagsabgeordneten Arif Tasdelen und Helga Schmitt-Bussinger machen und ein Fastenbrechen organisieren. Denn da sitzen überwiegend fastende Muslime bei Tisch, die durch stundenlangen Verzicht auf Essen und Trinken wissen, was Geduld heißt.

Immerhin nutzte Arif Tasdelen die Gelegenheit, um über einen Text zu reden, der vielen der Anwesenden wichtig sein dürfte: Den Entwurf seiner Fraktion für ein Bayerisches Integrationsgesetz.

Das soll verbindliche Regelungen für Spracherwerb und gesellschaftliche Teilhabe schaffen, wie Tasdelen betonte. Die vorgeschlagenen Inhalte reichen von der Benennung eines Landesbeauftragten für Integration über die interkulturelle Öffnung der Verwaltung bis hin zur Abschaffung der Sargpflicht für Muslime wie in anderen Bundesländern.

"Gemeinsamkeiten größer"

Gastgeberin Helga Schmitt-Bussinger erinnerte das Publikum aus Muslimen, Christen und Juden daran, dass ihre „Gemeinsamkeiten größer als die Unterschiede" sind: „Auch für Muslime ist die Fastenzeit eine Zeit der Einkehr und Besinnung aufs Wesentliche.“

Einen weiteren Aspekt des Ramadan, die Empathie mit benachteiligten Menschen, hatten die Sozialdemokraten ebenfalls nicht vergessen. Neben zahlreichen SPD-Stadträten aus Nürnberg und Umgebung, Vertretern muslimischer Gemeinden und Vereine waren unter den mehr als Hundert Gästen auch zwei Dutzend Syrer, Iraker und Kosovaren aus der Flüchtlings-Unterkunft in Boxdorf. 

Volkan Altunordu

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