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Wandel nötig: Experten fordern neuen Nahverkehr in Nürnberg

365-Euro-Jahresticket als Einstieg - U-Bahn als Basis für Mobilitätswende - 23.08.2019 05:46 Uhr

Es wird enger in Nürnbergs U-Bahnen - sie sind ein Treiber für die Mobilitätswende, sagen Experten jetzt. © Michael Matejka


Wie können mehr Menschen dazu bewegt werden, vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen? Diese Frage treibt den Arbeitskreis Attraktiver Nahverkehr Nürnberg (AAN) seit Jahren um. Nun hat die Initiative – mit Blick auf die Kommunalwahl im März 2020 – einen Forderungskatalog an die Politik aufgestellt. Das Ziel: eine "Mobilitätswende".

Die VAG hat das Radleihsystem neu aufgestellt. © Foto: André De Geare


Unerlässlich ist für den AAN die Einführung eines 365-Euro-Jahrestickets im Stadtbereich Nürnberg. "Das ist ein guter Einstieg in umweltfreundliche Mobilität", betont Stefan Scherer, Sprecher des Arbeitskreises, in dem Positionspapier. Er sähe dieses Angebot gerne verknüpft mit Rabatten für den Radverleih und einfachen Tarifen für Gelegenheitsfahrgäste und für die Region.

U-Bahn als Basis für die Mobilitätswende

Für Fahrten, bei denen das Auto unentbehrlich sei, sollen für Anwohner und Besucher in dicht bebauten Kerngebieten Stadtteilparkhäuser errichtet werden. Als mögliche Standorte werden die Nord- und die Südstadt, Gostenhof und St. Johannis genannt.

Als Basis für eine "Mobilitätswende" sieht Scherer die "drei leistungsstarken" U-Bahnlinien. Die automatisierten Linien U 2 und U 3 könnten noch durch zusätzliche Fahrzeuge auf Langzüge erweitert werden. Die U 1 könne durch einen automatisierten Fahrbetrieb (mit Abfertigung weiterhin durch Fahrer) um 30 Prozent dichtere Intervalle und entsprechend höhere Kapazität erhalten.

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Eine wichtige Säule ist aus Sicht des Arbeitskreises ein "modernes Straßenbahnnetz". Dazu gehört etwa eine Verdichtung der Takte auf fünf Minuten an Werktagen, Zehn-Minuten-Takt bis 21 Uhr und an Sonntagen ab 10 Uhr auf den Strecken zum Wegfeld, nach Erlenstegen, zum Tiergarten, in die Südstadt und auf der geplanten Neubaustrecke nach Lichtenreuth (neue Technische Universität TU an der Bruecker Straße).

Gute Prognosen für eine Altstadt-Tram

Damit der dichte Takt auch gehalten werden kann, müsse die Beschleunigung für Straßenbahnen an den Ampeln vorangetrieben werden. Die "Campuslinie", die bereits im Nahverkehrsentwicklungsplan enthalten ist, soll schnell realisiert werden, drängt der Arbeitskreis. Sie verläuft durch Wöhrd, an der Technischen Hochschule vorbei bis zur geplanten TU. Angeschlossen werden kann dann auch der neue Konzertsaal, der neben der Meistersingerhalle gebaut werden soll.

Mit guten Prognosen bewertet ist im Nahverkehrsplan eine Altstadt-Tram. Damit sollen Fahrgäste ohne umzusteigen vom Knoblauchsland, aus St. Jobst, St. Johannis, Wöhrd und der Südstadt direkt bis zum Hauptmarkt kommen.

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Um einen Umstieg auf den Nahverkehr attraktiver zu machen, soll die Stadt-Umland-Bahn zwischen Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach so schnell es geht realisiert werden.

Ein weiterer Punkt: S-Bahn-ähnlicher Verkehr zwischen Cadolzburg – Fürth – Ringbahn – Nordostbahnhof – Heroldsberg – Gräfenberg; neue Stationen in Muggenhof, Wetzendorf, Thon, Rollnerstraße, Nordostpark, Ziegelstein und Buchenbühl; 20-Minuten-Takt bis Heroldsberg, nach Feucht und Lauf.

Wie das alles finanziert werden soll, sagt der AAN nicht. Nur so viel: "Ein attraktives Nahverkehrsangebot ist kein sozialpolitischer Gnadenakt und kein finanzieller Luxus, sondern überlebensnotwendige Dienstleistung für eine attraktive Stadt mit modernem Mobilitätsanspruch." 

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