Weniger Geld für Radio Z: Statements

16.2.2013, 14:13 Uhr
Matthias Egersdörfer, Kabarettist:
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"Ein Skandal!"

Matthias Egersdörfer, Kabarettist: "Die Kürzung der Fördergelder für Radio Z ist ein Skandal! Ohne Nennung von Gründen wird notwendiges Geld gestrichen. Für Radio Z bedeutet das ernsthafte Probleme. Die Relevanz und Wichtigkeit des einzigen freien Senders in Bayern ist unbestreitbar. Wenn man sich die Summen und Inhalte anschaut, mit denen andere 'Projekte' weiterhin großzügig unterstützt werden, kann einem grausen. Die Verblödung und Vernebelung des Radiohörers ist beabsichtigtes Ziel. Aufklärung, Kritik und ehrenamtliches Engagement sollen scheibchenweise vernichtet werden." © Hans-Joachim Winckler

Marius Meier, Redaktion
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"Arbeit am Abgrund"

Marius Meier, Redaktion "Stoffwechsel" bei Radio Z: "Diese Kürzung stellt einen krassen Einschnitt in unsere Arbeit dar. Das ist hier eh eine Arbeit am Abgrund. Wir mussten schon die Nachrichten einstellen und es wird immer dünner und dünner für alle Redaktionen, gerade auch für die Angebote für Menschen mit Behinderungen. Für mich ist das vor allem deshalb nicht verständlich, weil von den entsprechenden Gremien immer wieder betont wird, dass die Förderung von Community-Medien wichtig ist.
Besonders frappierend finde ich übrigens, dass die BLM und der Programmförderungssausschuss nicht willens sind, uns ein Interview zu geben." © oh

Christian Laub, Redaktion Tiefton & Limbo Rhythm:
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Christian Laub, Redaktion Tiefton & Limbo Rhythm: "Ich erlebe hautnah, welchen Stellenwert Ehrenamt in den Senderstrukturen hat. Ich sehe, wie auf eine unglaublich gute Art und Weise gesellschaftliche Randgruppen integriert und gefördert werden. Ich erlebe, welch wichtige Rolle der Sender für das kulturelle Leben in Nürnberg spielt und mit welcher Leidenschaft die vielen hundert Mitglieder (teilweise am Rande der Selbstausbeutung) Radio Z aufgrund der knappen finanziellen Mittel am Laufen halten.
Es ist mir deshalb absolut unverständlich, auf welchem Hintergrund der Landesmedienrat zu dieser Entscheidung kommen konnte. Ich fordere ihn deshalb auf: Begründen sie mir, allen Mitgliedern von Radio Z sowie der Öffentlichkeit ausführlich, warum Radio Z ab jetzt weniger 'förderungswürdig' ist! Welchen Stellenwert hat für Sie freies Radio in Bayern?" © oh

Evi Herzing, Musikverein:
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"Kein Verständnis"

Evi Herzing, Musikverein: "Als jahrzehntelanges Fördermitglied des R.A.D.I.O., jahrelang Sendende und jahrzehntelange begeisterte Hörerin dieses einzigartigen vielschichtigen Senders bin ich entsetzt, von den Plänen zur existenzbedrohenden Kürzung der Förderung für Radio Z zu erfahren! Stets wird von staatlicher Seite betont, wie sehr ehrenamtliches Engagement von BürgerInnen geschätzt wird. Radio Z schafft es jetzt schon seit vielen Jahren mit einem Minimum an Finanzmitteln und einem Maximum an ehrenamtlicher Arbeit nicht nur zu überleben, sondern ein engagiertes vielschichtiges und von zahllosen Menschen in der Region und darüber hinaus hochgeschätztes und unabhängiges (!) Programm zu bieten. Ich habe keinerlei Verständnis für diese Kürzungspläne.
Ich fordere, dass Sie ihre Entscheidung noch einmal neu diskutieren, und stattdessen eine wohlverdiente und bitter nötige Erhöhung der Förderung beschließen, denn ohne diese Förderung wird es fast unmöglich für den Sender, sein innovatives und integratives Programm aufrechtzuerhalten." © Privat

Andreas Basner, Redaktion
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"Persönlich verletzt"

Andreas Basner, Redaktion "Lokale Leidenschaften": "Ich fühle mich persönlich verletzt, weil mein ehrenamtliches Engagement so mit Füßen getreten wird! In den bis zu 20 Stunden in der Woche, die ich für die Lokalen Leidenschaften aufbringe, bieten wir jungen Bands die Möglichkeit zu lernen, wie sie mit Medienleuten sprechen, wie sie ihre Musik präsentieren, wie sie ein Interview führen, und zwar vom russisch-stämmigen Hip-Hopper bis zum Elektronikfrickler vom Gymnasium. Wie so viele Programme von Radio Z findet sowas auf den anderen Sendern einfach nicht statt! Wo 15 andere Bundesländer diesen überaus wertvollen Beitrag zur Kultur der Region mit zum Teil 6-stelligen Summen unterstützen, schlagen wir uns in Bayern anscheinend mit Technokraten rum, die kein ersichtlichges Interesse am Programm haben, sondern denen es hauptsächlich um Proporz zu gehen scheint. Braucht Nürnberg Radio Z? Jetzt mehr denn je!" © Harald Sippel

Bernd Pflaum, Musiksendung
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"Ein absoluter Witz"

Bernd Pflaum, Musiksendung "Kill Me I Wanna See Blood": "Es scheint nicht überraschend zu sein, dass die BLM, die in führenden Positionen mit Politikern der CSU und Kirchenvertretern besetzt ist, ein Interesse daran hat, dass Radio Z als frei denkendes, freies Denken zulassendes und staatlich nicht kontrolliertes Medium durch die bislang unbegründete Kürzung der Programmfördergelder an den Rand der Existenz gedrängt wird. Eine 20-prozentige Kürzung ist eine immense Schweinerei, wenn man bedenkt, dass die BLM einen Rekordhaushalt von 38 000 000 Euro hat und bei Radio Z zirka 5000 Euro gestrichen werden. Ein Witz! Ein absoluter Witz!" © Lisa Susu Hahn