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Wilde Tiere tummeln sich im Nürnberger Hauptbahnhof

Fotoausstellung zeigt exotische Exemplare in ungewohnter Umgebung - 10.07.2018 18:30 Uhr

Zur Eröffnung seiner Fotoausstellung „Touristentiere“ schaute Fotograf Stefan Nimmesgern selbst im Nürnberger Hauptbahnhof vorbei. Seine Bilder zeigen wilde Tiere in einer eher ungewöhnlichen Umgebung.

10.07.2018 © Roland Fengler


Tatsächlich hat Stefan Nimmesgern ein wenig nachgeholfen. Der Werbe- und Reportage-Fotograf hat für seine Ausstellung "Touristentiere", die bis zum 17. Juli im Hauptbahnhof zu sehen ist, Natur- und Kultur-Landschaften mal mehr, mal weniger offensichtlich verfremdet. In seinen Werken krabbeln Riesenschildkröten in der Nähe des Nordpols umher, zwei Affen sitzen auf einem Wolkenkratzer in Singapur. Und Elefanten finden sich plötzlich auf der russischen Inselgruppe Franz-Josef-Land wieder.

Um die Verwirrung komplett zu machen, sind unter den meterbreiten Panoramen auch zwei Fotos, die der 61-Jährige nicht verändert hat. Sie zeigen Dutzende Mähnenrobben auf Peninsula Valdés in Argentinien und Vertreter der südasiatischen Storchenart Sunda-Marabus am Tonle Sap in Kambodscha.

"Die Idee für die Bildstrecke kam mir, als Braunbär Bruno 2006 nach Bayern ,einreiste‘", sagt Nimmesgern. Von Edmund Stoiber als "Problembär" geächtet, wurde Bruno wenig später abgeschossen. Für Nimmesgern vermittelte Bruno einen Eindruck vom Fernweh und vom Interesse an der Welt jenseits des eigenen Reviers. Ein Foto zeigt denn auch mehrere Braunbären, die - in Erinnerung an Bruno - andächtig am Sylvensteinspeicher in Lenggries sitzen.

Montage oder Realität?

Nicht immer ist den Betrachtern sofort klar, ob die Bilder echt sind oder die Tiere hineinmontiert wurden. "Einmal hat eine Frau gefragt, wie ich die Zebras auf den Eisberg getrieben habe", berichtet der Ammerländer. Sie war sehr beruhigt, als sie hörte, dass es sich um eine Montage fernab jeglicher Tierquälerei handelte.

Die Panoramafotos hat Nimmesgern mit einer analogen Kamera aufgenommen. Die einkopierten Tiertouristen sind zum Teil digital, aber auch analog fotografiert. Die meisten stammen aus seinen Reisen nach Afrika und Südamerika.

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Internationales Aufsehen erregte der Weltenbummler, dessen verstorbener Vater viele Jahre in Nürnberg gelebt hat, mit seiner Reportage am Nanga Parbat in Pakistan, wo er das Auffinden der sterblichen Überreste von Reinhold Messners Bruder Günther dokumentierte. Als ambitionierter Bergsteiger hat Nimmesgern selbst zahlreiche Reisen und Expeditionen in die Berge des Himalaya, Afrikas und der Anden unternommen. Vom Reisen hat er auch nach all den Jahren noch nicht genug. Papua-Neuguinea und China stehen auf seiner Wunschliste ganz oben.

Johannes Handl Lokalredaktion E-Mail

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