Zeigt her eure Nägel: So klappt das Lackieren zu Hause

4.9.2016, 21:29 Uhr
Ein klares, helles Rot kommt beim den Nagellackfarben nie aus der Mode.

© Foto. pict rider-fotolia Ein klares, helles Rot kommt beim den Nagellackfarben nie aus der Mode.

Was brauche ich für die Maniküre?

Oksana Freydenzon von der „Aurora nail & beauty lounge“: Ich empfehle zur Pflege eine Nagelfeile für Naturnägel, ein Rosenholzstäbchen und eventuell einen Nagelhautentferner. Außerdem gehören ein Nagellackentferner, Wattepads und ein Korrekturstift zum Repertoire.

 

Janine Bark von „spitzengefühl“: Es kommt immer darauf an, wie Frau es will: „schnell, schnell“ oder „perfekt“? Für die Luxusvariante braucht man Unterlack, Farblack und Überlack. Der Unterlack schützt den Naturnagel vor Verfärbungen und macht die Nageloberfläche eben — eine gute Basis für das Auftragen des Farblacks. Überlack versiegelt die Oberfläche und bringt einen schönen Glanz. Von Kombi-Produkten (Unter- und Überlack in einem) halte ich persönlich nicht viel.

 

Auf was kann ich verzichten?

Janine Bark: Nagelhautentferner ist nicht unbedingt nötig. Erfahrungsgemäß verstärkt sich das Wachstum der Haut dadurch nur noch mehr. Die Nagelhaut sollte man niemals schneiden, nur vorsichtig zurückschieben.

 

Wie bereite ich die Nägel am besten vor?

Janine Bark: Erst die Nägel in Form feilen, dann den Nagelstaub abwaschen. Zudem sollten die Naturnägel vor dem Lackieren unbedingt fettfrei sein. Hierfür gibt es besonders sensitive Feilen, die speziell für die Nageloberfläche sind.

 

Nagelhaut sollte man vor dem Lackieren vorsichtig zurückschieben. Ein Nagelhautentferner ist nicht unbedingt nötig.

Nagelhaut sollte man vor dem Lackieren vorsichtig zurückschieben. Ein Nagelhautentferner ist nicht unbedingt nötig. © Foto: colourbox.de

Wie viele Schichten sollte man auftragen?

Oksana Freydenzon: Der Unterlack darf nie fehlen, egal ob man einen teuren oder günstigen Nagellack benutzt. Unterlack hat deutlich bessere Hafteigenschaften als jeder andere Farblack. Er trocknet außerdem ziemlich schnell, so dass sich der Zeitaufwand in Grenzen hält.

Überlack ist kratzfest und glänzt schön. Manche Farblacke tun dies aber auch. Wenn es schnell gehen muss, kann man auf den Überlack verzichten. Bei transparenteren Lacken sind oftmals zwei oder sogar drei Schichten notwendig. Es ist ratsam, jede Schicht dünn aufzutragen, weil das Ganze dann viel schneller trocknet als eine dicke Schicht.

 

Ist teurer Lack wirklich besser als preiswerte Produkte?

Janine Bark: Es kommt immer auf die Inhaltsstoffe an. Grundsätzlich ist ein teurer Lack nicht automatisch besser als ein günstiger. In Bioläden gibt es sehr gute Lacke zum kleinen Preis. Sie kosten meist nur vier bis fünf Euro und sind deshalb günstiger, weil die Hersteller auf Werbemaßnahmen verzichten. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe sollte trotzdem immer vor dem Kauf erfolgen. Das Problem: Die Angaben sind auf vielen Fläschchen nur sehr klein und unleserlich aufgedruckt. Daher mein Tipp: Die Inhaltsstoffe mit dem Smartphone abfotografieren und am Bildschirm größer ziehen. Ein Nagellack sollte frei sein von: Formaldehyd, Toluol, DBP (Dibutylphthalat) und Kampfer.

Oksana Freydenzon: Teure Lacke haften oft besser an den Nägeln und glänzen schöner. Sollte man sich doch für ein preiswertes Produkt entscheiden, empfehle ich mehr Geld für guten Unter- und Überlack auszugeben.

 

Warme, dunkle Töne wie dieses Kirschrot sind im Herbst der Hingucker auf den Nägeln.

Warme, dunkle Töne wie dieses Kirschrot sind im Herbst der Hingucker auf den Nägeln. © Foto: Imcsike-fotolia

Welche Farbtrends zeichnen sich derzeit ab?

Nannette Höllriegl von der „Schönheits-Stube an der Burg“: Während im Sommer der absolute Hingucker ein frisches, kräftiges Pink war, ist das ganze Jahr über Frenchlackierung sehr beliebt. Hier variiert die Kombination von Cremeweiß bis zu strahlendem Weiß mit naturfarbenem Grundlack oder auch ein zartes Rose. Nie aus der Mode kommt ein klares helles Rot. Im Herbst und Winter sind vor allem Brombeertöne, Grau und dunkles Kirschrot angesagt.

Welche Farben eignen sich besonders für Alltag und Beruf?

Nannette Höllriegl: Das bestimmt die Trägerin selbst. Manchmal gibt es Einschränkungen von Arbeitgeberseite, weil Farblacke nur selten in medizinischen Berufen oder beim Umgang mit Lebensmitteln erlaubt sind. Eine Regel gilt immer: Je zarter der Lack, desto weniger fallen abgesplitterte Ecken und Kanten ins Auge.

 

Sollte ich für Zehen- und Fingernägel dieselbe Farbe benutzen?

Nanette Höllriegl: Ja, Zehen- und Fingernägel sollten die gleiche Farbe haben. Allerdings ist in Kombination mit Frenchlack jede Farbe passend.

 

Welche Nagellänge ist ratsam?

Nanette Höllriegl: Eine arbeitstaugliche Länge gibt es eigentlich nicht. Viele Frauen kommen auch mit langen Fingernägeln im Alltag zurecht. In Heil- und medizinischen Berufen sind kürzere Nägel zum Massieren oder Pflegen geeigneter.

 

Ist schnelles Darüberlackieren erlaubt oder muss ich immer erst komplett den Nagellack entfernen?

Oksana Freydenzon: Es ist nicht verboten. Man hat lediglich mehr Arbeit beim späteren Entfernen, ansonsten gibt es keinen Nachteil.

Janine Bark: Erlaubt ist es schon, aber es sieht natürlich nicht so toll aus wie eine frische Lackierung nach einer Maniküre.

Soll man Handcreme vor oder nach dem Lackieren auftragen?

Oksana Freydenzon: Hautcreme oder Nagelöl sollten immer nach dem Lackieren aufgetragen werden. Der Naturnagel muss maximal fettfrei und trocken sein. Am Besten vor dem Lackieren die Nagelplatte mit dem Nagellackentferner entfetten.

 

Schadet der Lack den Nägeln?

Oksana Freydenzon: Lack und Entferner enthalten Lösemittel, das Nägel und Haut austrocknen lassen. Deshalb ist es sinnvoll, die Nagelhaut mit dem Nagelöl regelmäßig zu pflegen. Je öfter die Nägel lackiert werden, desto intensiver muss die Pflege sein.

 

Wie kann ich dem Abblättern entgegenwirken?

Oksana Freydenzon: Ursache ist die unzureichende Haftung des Nagellacks. Deshalb ist ein guter Unterlack so wichtig.

 

Wie korrigiere ich kleine Lackierfehler am besten?

Oksana Freydenzon: Ist die Schicht verletzt, hilft nur neu lackieren. Kleine Flecken lassen sich einfach und bequem mit dem Korrekturstift beseitigen.

 

Wie bekomme ich den Lack am schnellsten trocken?

Oksana Freydenzon: Mein Trick: Die Nägel mit dem halbtrockenen Lack in eine Schüssel mit kaltem Wasser tauchen. Wichtig ist, dass man erst nach der letzten Schicht mit dem Trocknen beginnt.

Janine Bark: Zehn bis fünfzehn Minuten sitzen bleiben (das ist die gängige Trocknungszeit), sich entspannen und einen Prosecco trinken. Von Quick Dry rate ich ab. Der entzieht dem Nagel zu viel Feuchtigkeit.

 

Hat Nagellack ein Ablaufdatum?

Oksana Freydenzon: Auf jedem Fläschchen gibt es das Symbol für Haltbarkeit nach dem Öffnen. Die Zahl darauf gibt an, wie lange man das Produkt verwenden darf. Meisten sind das 30 oder 36 Monate. Ich würde dem Lack aber auch den Laufpass geben, wenn er sehr lange zum Trocknen braucht.

 

Worauf muss ich beim Nagellack-Entferner achten?

Oksana Freydenzon: Am besten einen acetonfreien Entferner benutzen. Der trocknet Haut und Nägel nicht so stark aus.

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