Wildpflanze des Monats

Die Nachtkerzenwurzel hat einen hohen Nährwert

Gabriele Leonie Bräutigam

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22.1.2023, 13:00 Uhr
So sieht Ofengemüse mit Nachtkerze aus.
 

© G. Bräutigam So sieht Ofengemüse mit Nachtkerze aus.  

Dass die weit verbreitete Nachtkerze ein so leckeres Wurzelgemüse ergibt, dass sie früher auch „Schinkenwurz“ genannt wurde, ist bei uns in der Region viel zu wenig bekannt, findet Gabriele Leonie Bräutigam, Leiterin des Wildkräuter-Seminarhauses Oedmühle.

Die meisten kennen gelb blühende Nachtkerzen (Oenothera) als Sommerpflanze. Sie sind wertvoller Bestandteil vieler Blühmischungen. Doch nicht nur den Bienen bieten sie reichlich Futter – alle Teile der Nachtkerze sind essbar.

Die Blüten schmücken im Sommer Salate und Desserts, die würzig schmeckenden Blätter der grundständigen Blattrosette kann man im Frühjahr gut Gemüsepfannen zugeben, um ihnen geschmacklich Charakter zu verleihen. Das Nachtkerzenöl der Samen gilt vor allem äußerlich angewandt bei Neurodermitis, innerlich bei Wechseljahrsproblemen als hilfreich.

Einfach abbürsten

Besonders lecker schmeckt jedoch die (je nach Standort) zehn bis 40 Zentimeter lange Pfahlwurzel der zweijährigen Nachtkerze in ihrem ersten Winter. Man erntet sie von November bis März – je größer die Blattrosette, desto größer die Wurzel. Im Volksmund nannte man die Nachtkerzenwurzel wegen ihres hohen Nährwerts früher auch „Schinkenwurz”.

Die Nachtkerzenwurzel enthält vor allem Stärke, Eiweiß und Mineralstoffe. Vor dem Verarbeiten wird sie einfach mit einer Wurzelbürste oder einem Stahlschwamm gereinigt. Beim Garen färbt sie sich leicht rötlich. Im Geschmack erinnert sie an Schwarzwurzeln, entwickelt aber eine angenehm leichte Schärfe. Am besten lässt sie sich zu Gemüse oder in Suppen verarbeiten oder auch in feinen Scheibchen oder Raspeln roh über einen winterlichen Salat hobeln.

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