Tipps für Friedhöfe

Naturnaher Gottesacker: Es blüht neben dem Grab

Hersbrucker Zeitung

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13.1.2023, 13:00 Uhr
Den Kirchensittenbacher Friedhof ziert eine hochwertige, magere Thymianwiese.  

© Barbara Füchtbauer Den Kirchensittenbacher Friedhof ziert eine hochwertige, magere Thymianwiese.  

Im neuen Aktionsplan fassen die Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege und der kirchliche Verein „Schöpfung bewahren konkret“ ihre Erfahrungen für Insektenschutz und mehr Artenvielfalt zusammen. Friedhöfe sind nicht nur Orte der Stille und der Trauer. Sie sind auch Orte des Lebens. Wenn Wiesen und Gehölze ökologisch gepflegt und alte Mauern erhalten werden, finden viele Tiere Nahrung, Nistplätze oder Unterschlupf. In naturnahen Lebensräumen gibt es auch optimale Standortbedingungen für viele, darunter sogar seltene Pflanzen, heißt es in der Pressemeldung der Aktion.

Die Besonderheit von Friedhöfen ist ihre große Strukturvielfalt. Auf kleinstem Raum liegen halboffene Flächen, Kleinststandorte mit unterschiedlichen Nutzungsarten und naturnahe Restbiotope direkt nebeneinander. Alte Grabmauern und historische Gebäude sind Ersatzbiotope für Felslandschaften.

Leben in den Nischen

Dadurch werden viele ökologische Nischen geschaffen, wo zahlreiche Pflanzen und Tiere das finden, was sie zum Leben brauchen. Vor allem in Städten und Dörfern können naturnahe Friedhöfe wichtige Rückzugsräume für viele Arten sein.

Welche Maßnahmen die Biodiversität auf Friedhöfen erhöhen, zeigt die Broschüre „Oasen für Pflanzen und Tiere – Friedhöfe. Aktionsplan für Insektenschutz und mehr Artenvielfalt“. Sie gibt konkrete Handlungsempfehlungen, wie Friedhöfe ökologisch aufgewertet werden können. Praktische Tipps und Hinweise zur Pflege und dem ökologischen Wert von Bäumen, Hecken, Sträuchern und Wiesen ergänzen die Beschreibungen.

Im Rahmen der Bayerischen Biodiversitätsstrategie wurde das Projekt „Friedhöfe – Oasen für Pflanzen und Tiere“ durchgeführt, gemeinsam von der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege, dem kirchlichen Verein „Schöpfung bewahren konkret“ und der Projektgruppe NaturVielfaltBayern.

Wiese statt Rasen

Erstellt wurden neben dem Aktionsplan fünf Merkblätter zu ökologischen Pflegemaßnahmen und weitere Publikationen mit Tipps und Hilfestellungen. Über 20 Friedhöfe wurden vor Ort betreut und dort Maßnahmen für die Biodiversität umgesetzt. Aus Rasen wurden Wiesen entwickelt, alte Laubbäume erhalten, Blühgräber mit heimischen, regionalen Samenmischungen angelegt und in aufgelassenen Gräbern wurde die spontane Besiedelung durch Wildkräuter zugelassen. Diese Erfahrungen und Erkenntnisse, die stets gemeinsam mit den Zuständigen der Friedhöfe geplant und umgesetzt wurden, flossen in die Publikationen ein.

Der Aktionsplan kann ab sofort im Bestellshop der bayerischen Staatsregierung bestellt oder heruntergeladen werden unter www.bestellen.bayern.de/shoplink/anl_nat_0046.htm

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