Aktion des Lions Club Hersbruck

Wer will an Weiberfasching Krapfen haben?

Andrea Pitsch
Andrea Pitsch

Redakteurin

E-Mail zur Autorenseite

16.1.2023, 06:00 Uhr
Lions-Mitglied Dieter Bärmann (links) ist ein fester Ausfahrer und machte hier einer Arztpraxis in Neuhaus eine Freude.

© A. Pitsch Lions-Mitglied Dieter Bärmann (links) ist ein fester Ausfahrer und machte hier einer Arztpraxis in Neuhaus eine Freude.

War er zunächst ein fester Termin zum Faschingsauftakt im November, ist er seit ein paar Jahren auf den Weiberfasching gewandert. Nicht einmal Corona konnte der Aktion etwas anhaben. Organisator Thomas Zeus weiß warum.

Rückblick: Der letzte Februar stand ja noch im Zeichen der Pandemie.

Ja, aber davon hat unsere Aktion nichts gemerkt. Wir haben dennoch ungefähr genau so viele Krapfen verkauft wie sonst auch. Wir hatten natürlich gedacht, dass es schwieriger wird. Hatten uns mit Deckeln auf den Kartons und Desinfektionsmitteln entsprechend vorbereitet. Das Schöne war dann der Zuspruch, über den wir uns echt gefreut haben. Ich denke, die Leute wollten darauf einfach nicht verzichten und fanden es toll, dass es unseren Krapfenschmaus trotzdem gab.

Krapfen ausfahren, das klingt erst einmal so einfach. Was steckt da alles an Organisation dahinter?

Eigentlich nicht so viel. Das Schwierige ist für mich, an Weihnachten schon an die Krapfen zu denken. Da gilt es abzuklären, ob wir die Aktion wieder machen oder nicht. Nächster Schritt ist ein Zeitplan, weil es ja einen Bestellschluss gibt. Es gibt immer ein paar Nachzügler und ich bin beruflich auch immer wieder unterwegs. Das muss ich alles unter einen Hut bekommen, weil das ist ja ein Feierabendjob. Dann setze ich das Anschreiben an die Firmen auf, deren Adressen ich über die Jahre gesammelt habe. Das ist meist ein ähnlicher Text. Ausdrucken, eintüten, wegschicken und warten.

Und Stolpersteine gibt es keine?

Naja, bei den Rechnungen muss ich auf das richtige Datum achten, sonst kommen die Buchhalter. Und ich habe keine Datenbank für die Firmen, sondern mir die Daten selbst zusammengeschrieben. Da kann es schon mal sein, dass es einen Betrieb nicht mehr gibt oder sich Ansprechpartner ändern. Solche Anpassungen nehme ich dann immer gleich vor, weil dann ist das erledigt und die Datei liegt wieder ein Jahr.

Thomas Zeus organisiert den Hersbrucker Krapfenschmaus von Beginn an.

Thomas Zeus organisiert den Hersbrucker Krapfenschmaus von Beginn an. © privat

Das Organisatorische geht gut allein, aber am Donnerstag, 16. Februar, also Weiberfasching, braucht es mehr Helfer.

Das ist nie ein Problem. Beim Clubabend frage ich rum und erinnere die Lions-Kollegen dann kurz vorher noch einmal daran. Wichtig ist, dass jemand ein größeres Auto hat, wo viele Kartons reinpassen, weil die Leute sollen ihre Bestellung ja in ein bis zwei Stunden nach dem Backen haben. Wir wollen ja nicht den ganzen Vormittag rumfahren. Es freuen sich echt immer alle drauf, weil es beim Abliefern meistens schöne Gespräche gibt. Die Ausfahrer suchen sich schon die Kunden aus, die sie kennen und man sieht ihnen dann die Vorfreude auf die Aktion an.

Was müsst Ihr denn eigentlich immer so an Mengen verteilen?

Im Schnitt sind das 2500 bis 3000 Stück. Die Bäckerei Wacker, die die Krapfen etwas günstiger für uns backt, kommt damit noch nicht an ihre Kapazitätsgrenzen. Unsere 40 bis 50 Kunden verteilen sich größtenteils über das Hersbrucker Stadtgebiet und bestellen zwischen einem und acht Kartons.

Und was muss man tun, wenn man noch Krapfen bestellen möchte?

Ganz formlos eine Mail schreiben, wer für welche Uhrzeit wie viele Krapfen haben möchte. Es geht nur kartonweise – in einem sind 24 Stück –, weil einzelne Krapfen wären zu aufwendig. Es sind übrigens schon rund 1000 Krapfen bestellt. Nach dem Brief kommt immer ein erster Schwung, dann ist etwas Ruhe und zum Endspurt bis 29. Januar hin kommen immer noch welche.

Preissteigerungen sind derzeit allgegenwärtig. Wie sieht es bei Eurer Aktion aus?

Ein Bäcker braucht halt Strom und Wärme. Daher war zu erwarten, dass wir mit den 35 Cent pro Stück nicht mehr hinkommen würden. Ein Krapfen kostet nun 40 Cent. Aber das wurde bislang akzeptiert von den Bestellern. Außerdem ist der Erlös ja wieder für unsere üblichen sozialen Zwecke.

Was macht den Krapfenschmaus denn so besonders?

Er ist einfach und man muss wenig tun. Man muss nicht selbst dran denken, zu Weiberfasching für Kunden oder Mitarbeiter Krapfen zu besorgen. Es ist der Service, dass sie frei Haus kommen. Und außerdem freuen sich die Leute einfach über das süße Gebäck.

Krapfenbestellungen werden bis 29. Januar per Mail an hersbrucker.krapfenschmaus@gmail.com angenommen. Das Bestellformular und Infos findet man unter http://www.lc-hersbruck.de

Keine Kommentare