Parkbad

Parkbad Schwabach: Leck im Schwimmerbecken wieder dicht

Günther Wilhelm
Günther Wilhelm

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29.5.2021, 07:00 Uhr
Baustelle Schwimmerbecken: Jede Naht im Edelstahl wurde genau untersucht. Mit Erfolg. Damit kommt die Öffnung des Parkbads in Sicht.

Baustelle Schwimmerbecken: Jede Naht im Edelstahl wurde genau untersucht. Mit Erfolg. Damit kommt die Öffnung des Parkbads in Sicht. © Thomas Feihl

Antje Schwemmer atmet erstmal durch. Ob sie erleichtert ist? "Definitiv", sagt die stellvertretende Leiterin des Schwabacher Parkbads. Die gute Nachricht kam am Donnerstagsabend: "Das Leck im Schwimmerbecken ist gefunden. Die Fachfirma hat es sofort zugeschweißt", berichtet sie am Freitagvormittag.

Fündig geworden sind die Spezialisten der Firma, die das Becken 1997 eingebaut hatte, an einer Naht am Einströmungsschacht am Boden des Beckens. "Dort ist ständig Druck drauf", erklärt Antje Schwemmer. Möglicherweise sei das die Ursache.

Bemerkt hatte das Parkbad-Team das Problem im April bei den Vorbereitungsarbeiten für die neue Badesaison. Die ist wegen Corona schon nicht ganz einfach, nun kam auch noch dieses Problem hinzu. "Das Parkbad ist gut in Schuss", sagt Bauingenieur Thomas Feihl von den Stadtwerken, die das Hallen- und Parkbad betreiben. "Das hat uns schon etwas kalt erwischt." Und die mögliche Parkbadöffnung verzögert.

Plötzlich sinkt der Wasserstand

Auch über den Winter bleibt Wasser im Becken, das beugt Frostschäden vor, erklärt Thomas Feihl. Im Frühjahr wird das Becken abgelassen, gesäubert und wieder befüllt. "Dann haben wir festgestellt, dass innerhalb von 24 Stunden der Wasserstand um etwa sechs Zentimeter gesunken war. Das hatten wir noch nie", berichtet Antja Schwemmer. "Die erste Idee, woran das liegen könnte, waren die Zu- und Ableitungen. Die haben wir sofort überprüft. Aber da war alles in Ordnung", ergänzt Thomas Feihl.

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Mit der "Farbeindringprüfung" wurde der etwa sieben Zentimeter lange Riss entdeckt. © Antja Schwemmer, NN

Also hat die Stadtbäder GmbH die Fachfirma mit der Suche nach dem Leck beauftragt. Die begann am Donnerstagmorgen. Am Mittag hatte das Team der Firma Berndorf bereits etwa zehn Stellen entdeckt. Zufrieden war Detlef Rach von der Firma deshalb aber nicht. "Alle Stellen waren so klein wie eine Stecknadel. Da können keine 20 Kubikmeter Wasser abhauen", erklärte er im Gespräch mit dem Tagblatt. Dass ein solches Problem überhaupt auftauche, sei ungewöhnlich. "Im ersten Jahr treten schon mal Spannungsrisse auf", sagt Rach, aber nach 23 Jahren seien sie eher selten.

Fündig mit dem Farbtest

Was er genau untersucht? "Auf der Fläche passiert nichts, die Schwachstellen sind die Nähte", erklärt der Experte. Die haben seine Kollegen und er mit zwei Methoden unter die Lupe genommen. "Einmal benutzen wir eine Vakuumglocke mit einem Seifenmittel. Dann sieht man, wo was perlt - fast wie bei einem Fahrradschlauch", erläutert Detlef Rach lächelnd. Methode zwei nennt sich "Farbeindringprüfung". Dabei wird ein spezielle rote Flüssigkeit aufgetragen, die in undichte Stellen fließt und sie sichtbar macht.

Mit den Schweißarbeiten im Einströmschacht am Boden des Schwimmbeckens wurde das Leck behoben.

Mit den Schweißarbeiten im Einströmschacht am Boden des Schwimmbeckens wurde das Leck behoben. © Antje Schwemmer, NN

Mit Prognosen war Rach am Mittag noch vorsichtig. "Wir hoffen, dass wir die Stelle finden." Wie lange das dauern könne, hänge auch vom wechselhaften Wetter ab. Denn der Farbtest ist nur bei Trockenheit möglich. Deshalb könne das auch bis ins Wochenende dauern. Dann aber ging es doch relativ schnell. Dank des Farbtests konnte der etwa sieben Zentimeter lange Riss nicht erst nach Tagen, sondern schon nach Stunden entdeckt und behoben werden.

"Etwa eine Woche Vorlauf"

Damit steht der Öffnung nun nichts mehr im Wege. Um ein wenig Geduld muss Antje Schwemmer aber noch bitten. Wenn der Bautrupp seine Baustelle abgebaut hat, wird des Becken nochmal gründlich gereinigt. Dann folgt das Auffüllen des 50 Meter langen und 14,30 Meter breiten Beckens. "Das alleine dauert etwa zweieinhalb Tage", sagt Antje Schwemmer. Anschließend wird das Wasser auf wohlige 24 Grad aufgeheizt. "Und wichtig sind schließlich die Probeläufe für die Regel- und Messtechnik."

Das heißt: "Bis zur Öffnung des Parkbads brauchen wir noch etwa eine Woche Vorlauf", schätzt Antje Schwemmer. Auf einen genauen Tag festlegen kann sie sich nicht, hofft aber auf das kommende Wochenende. "Wir öffnen so bald wie möglich."

Dann braucht es nur noch eines: endlich Badewetter.

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