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Donnerstag, 18.07.2019

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15 Jahre bis zum großen Triumph

23.06.2019 17:44 Uhr

Im Wasser bei den schnellsten Männern dabei und auch sonst diesmal nicht zu schlagen: Lena Gottwald. © Foto: Salvatore Giurdanella


Die 23-jährige Zirndorferin gewann die 31. Auflage des Klassikers über 1,5 Kilometer Schwimmen, 42 Kilometer Radfahren und 10 Kilometer Laufen mit großem Vorsprung vor Elena Illeditsch und Astrid Zunner. Mit Sophia Ramsauer (Team Memmert) und Theresa Wild (La Carrera TriTeam Rothsee) landeten die beiden besten Lokalmatadorinnen kurz hintereinander auf den Rängen vier und fünf.

Schon in den vergangenen Jahren war die angehende Sportwissenschaftlerin Gottwald einige Male nah dran am Sieg. Doch stets machte ihr Triathlon-Profi Anja Beranek (inzwischen wieder Ippach) einen Strich durch die Rechnung. Vergangenes Jahr war die 23-jährige Gottwald einigermaßen angefressen, weil Ippach gar nicht auf dem Meldebogen stand, aber dann kurzfristig doch noch einen Startplatz ergatterte (und dann ihren neunten Sieg feierte).

Dieses Jahr weilte Ippach beim Ironman in Irland, und so war der Weg frei für Lena Gottwald. Doch wie es auch ist, ganz recht machen kann man es der Vielstarterin offenbar nicht. "Es hätte mich schon gefreut, wenn Anja auch hier gewesen wäre, ich glaube, heute hätte ich sie schlagen können."

In der Tat lieferte die Studentin, die am Dienstag noch das Herpersdorfer Rad-Einzelzeitfahren gewonnen hatte, eine beeindruckende Vorstellung ab. Aus dem Wasser kam sie mit den besten Männern. Auf dem Rad vergrößerte sie ihren Vorsprung auf die Verfolgerinnen, ohne genau zu wissen, wie sie lag: "Es war ein bisschen wie ein Blindflug für mich." Auf den zwei abschließenden 5-Kilometer-Laufrunden ließ sie nichts mehr anbrennen, auch wenn der Stil nach der ersten Runde nicht mehr spielerisch leicht wirkte. Bei 2:10:26 Stunden blieben für sie die Uhren stehen.

Für Gottwald ging ein Traum in Erfüllung, schließlich war sie schon als achtjähriger Knirps bei den Schülerrennen am Rothsee dabei. 15 Jahre später also der ganz große Coup. Übrigens: Kurz hinter ihr passierte "Mr. Rothsee" Marcus Schattner, mit dem sie schon bei der Biathle- und Triathle-WM gestartet ist, den Zielbogen.

Bis die zweite Frau den Arbeitstag beendet hatte, mussten die Zuschauer dagegen noch etwas länger warten. Silber ging letztlich nicht ganz überraschend an die Neumarkterin Elena Illeditsch (Endurance Shop Team), für die der Rothsee-Triathlon ein wunderbarer Testwettkampf vor dem Challenge in zwei Wochen war. "Radfahren top, Laufen top, nur beim Schwimmen hatte ich Probleme", so Illeditsch. Doch die positiven Dinge überwogen offenbar: "Wenn der Wettkampf in die Hose gegangen wäre, wäre ich demotiviert in den Challenge gegangen. Jetzt bin ich motiviert." In zwei Wochen hat sie einiges zu verteidigen. Vergangenes Jahr landete die 28-Jährige bei ihrem Langdistanz-Debüt auf Platz zehn, war drittbeste Deutsche und hatte sich den Altersklassen-Sieg geholt.

Unter dem Radar

Noch mehr als Illeditsch schwamm, fuhr und lief Astrid Zunner beim Rothsee-Triathlon unter dem Radar vieler Zuschauer. Sie selbst war auch perplex, dass sie es aufs Treppchen schaffte. "Ich habe mich angesichts des Feldes nicht unter den Top Ten gesehen", sagte die 45-Jährige gut gelaunt im Ziel. Die Regensburgerin, vor ein paar Wochen bei der Kurzdistanz-Europameisterschaft in den Niederlanden mit Silber in ihrer Altersklasse dekoriert, erwischte aber einen perfekten Tag. Das Neopren-Verbot kam ihr als guter Schwimmerin entgegen, auf dem Rad fühlte sie sich blendend. Und das Laufen war wie immer: "Da habe ich mich halt durchgequält." Mit Erfolg. Für Zunner war es am Rothsee die zweite Podestplatzierung nach 2014, als sie Zweite geworden war. 

ROBERT GERNER

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