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Allersberg: Statt Sanierung Anschluss an Rother Kläranlage

Kleinanlagen in Altenfelden, Ebenried und Eppersdorf werden aufgelassen - 24.01.2018 06:00 Uhr

Die Kläranlagen Altenfelden, Eppersdorf (unser Foto) und Ebenried werden geschlossen. In seiner jüngsten Sitzung beschloss der Allersberger Marktgemeinderat, dass das Abwasser künftig nach Roth geleitet wird. © Foto: Archiv/Mücke


Was aus den drei Kläranlagen werden soll, darüber hatte der Bauausschuss wie berichtet im vergangenen Jahr schon mehrfach beraten, denn die wasserrechtlichen Erlaubnisse aller Anlagen laufen in den nächsten Jahren aus.

Für eine erneute Betriebserlaubnis hätten die drei Anlagen saniert werden müssen. Das hatte das Ingenieurbüro Klos aus Spalt untersucht und auch gleich eine Alternative aufgezeigt: Das Abwasser aus Altenfelden, Ebenried und Eppersdorf über Druckleitungen nach Roth in die Kläranlage zu leiten. Die Ausschussmitglieder hatten in allen drei Fällen die Überleitung nach Roth empfohlen.

Heinrich Wägemann vom Büro Klos stellte die Ergebnisse am Montagabend nochmals vor. Danach soll von der jetzigen Kläranlage Altenfelden eine Druckleitung in Richtung Appelhof gebaut werden, von dort geht das Abwasser dann nach Roth. Das hat den Vorteil, dass auch das westlich des Regionalbahnhofs geplante Gewerbegebiet mit angeschlossen werden kann. Von Eppersdorf wird das Abwasser nach Allersberg geleitet und im Bereich der Eppersdorfer Straße in das Ortsnetz eingespeist. Das Abwasser von Ebenried wird durch den Wald östlich von Allersberg und im Bereich der Freystädter Straße ebenfalls in das Ortsnetz von Allersberg eingeleitet.

Das Ortsnetz von Allersberg sei dafür ausreichend, erklärte Wägemann auf Nachfrage. In allen drei Fällen muss am Ort der jeweiligen Kläranlagen eine Mischwasserbehandlung erfolgen.

Die Zeit drängt, machte Wägemann deutlich. Bis Ende 2019 müsse versucht werden, einen Bescheid für die staatliche Förderung zu erhalten. Dabei gibt es für den Anschluss von Altenfelden und Eppersdorf laut Wägemann einen Zuschuss, weil dort noch Teichanlagen vorhanden sind und diese nach den staatlichen Vorgaben verschwinden sollen. Bis Ende 2021 müssen die Maßnahmen dann umgesetzt werden.

Keinen Zuschuss wird es dagegen für Ebenried geben, weil dort bereits eine technische Anlage vorhanden sei, die aber erhebliche bauliche Mängel aufweise. Auch eine eventuelle Leitung des Ebenrieder Abwassers nach Göggelsbuch sei geprüft worden, erläuterte der Fachmann. Doch dies sei einerseits 20 000 Euro teurer und andererseits könne das Ortsnetz in Göggelsbuch die Abwassermengen nicht so leicht aufnehmen.

Als Kosten gab Wägemann für Altenfelden voraussichtlich rund 650 000 Euro (voraussichtlicher Zuschuss rund 320 000 Euro), für Eppersdorf mit 490 000 Euro (Zuschuss 204 000 Euro) und für Ebenried mit 960 000 Euro an. Macht fast zwei Millionen Euro.

Eine Ausgabe, die Bürgermeister Daniel Horndasch gerne über Ergänzungsbeiträge finanzieren möchte, weil dann im Haushalt keine Kosten anfallen. Wie hoch diese Beiträge sein könnten, erklärte Kämmerin Katrin Müller, wies aber darauf hin, dass die Rechnung in der Kürze der Zeit noch mit Unsicherheiten behaftet sei.

Ihrer Tabelle zufolge muss für ein Grundstück mit 650 Quadratmeter Grundstücksfläche und 350 Quadratmeter Geschossfläche ein Beitrag von rund 815 Euro gezahlt werden. Doch Bürgermeister Horndasch warnte auch davor, dies als verbindlich anzusehen, denn manches sei noch ungewiss und weitere Flächen kämen hinzu. "Eher kann sich der Beitrag etwas senken", so der Bürgermeister. Außerdem erklärte er, dass auch Ratenzahlungen möglich seien.

Auch die zeitliche Abfolge der Maßnahmen spiele eine Rolle, erinnerte Roger Bitsch (SPD), sei aber zumindest teilweise durch die staatliche Förderung vorgegeben. Da wollte Siegfried Mücke (CSU), dass der Bürgermeister auch in München vorstellig werden solle, um vielleicht doch noch auch für Ebenried einen Zuschuss locker machen zu können. Am Ende wurde aber einstimmig beschlossen, die Überleitungen des Abwassers aus allen drei Kläranlagen mit Pumpwerken in die Kläranlage Roth vorzubereiten und die Maßnahmen weiter vorzubereiten. Außerdem wurde mehrheitlich beschlossen, die Kosten vollständig über Ergänzungsbeiträge zu finanzieren und nicht über die laufenden Gebühren, lediglich Lorenz Lehner und Siegfried Mücke (beide CSU) sprachen sich dagegen aus.

Lehner für gerechte Lösung

Lehner hatte zuvor plädiert, als sozial gerechtere Lösung die Kosten nur zu 80 Prozent über Ergänzungsbeiträge zu finanzieren und zu 20 Prozent über die Gebühren, um auch die Mieter zu beteiligen. Für Mückes Antrag, den Bürgermeister wegen des Zuschusses auf Dienstreise nach München zu senden, fanden sich auch nur drei Unterstützer.

Heinrich Wägemann wartete auch noch mit ergänzenden Maßnahmen auf. So müsse das Regenrückhaltebecken westlich von Allersberg mit einem Volumen von rund 10 700 Kubikmeter zu einem Regenüberlaufbecken umgebaut und ein zusätzlicher Filter nachgerüstet werden, damit das Oberflächenwasser in die Kleine Roth und danach in den Rothsee eingeleitet werden könne. Und auch Kamerabefahrungen für das Ortsnetz in Allersberg werden wieder fällig (Kostenaufwand rund 200 000 Euro), da die letzten bereits rund 20 Jahr zurückliegen, aber eigentlich alle zehn Jahre erfolgen sollten.

REINHOLD MÜCKE

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