Montag, 18.11.2019

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Auftakt mit Gambrinus

Der Spalter Kirchweihzug profitiert vom Wetterglück, und die Königinnen stechen Bierfässer an. - 21.10.2019 05:00 Uhr

Mit Schwalben stellen die Feuerwehrkameraden den Kirchweihbaum in Spalt in die Senkrechte, nachdem der Kirchweihzug durch die Stadt gerollt ist. © Foto: Jürgen Leykamm


Ein bisschen beginnt sogar die Sonne zu lachen. Der Tross selbst legt manche Pause ein, damit die Fässer mit Spalter Hellem an Gastronomen und Vereine verteilt werden können.

Ein Brauch, den es in der Form nur in der Hopfen- und Bierstadt gibt. Gleich nach der Brücke erleichtern Braumeister Martin Haberkorn und der Auszubildende Jakob Heckl den von Pferden des Planwagen-Unternehmers Stefan Hofmann gezogenen Bierwagen um ein Fass. Insgesamt sind es elf Vertreter von Gasthäusern und Vereinen, die während des Zuges in den Genuss kommen.

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Kirchweih in Spalt

Durch Spalt zog der Kirchweihzug.


Für stimmungsvolle Musik sorgen gleich zwei Musikgruppen: die heimische Stadtkapelle und das "Pfofelder Blechla", die an zwei Positionen im Zug spielen, um sich akustisch nicht zu überlagern. Zahlreiche Vereine bereichern ihn: Der TSV Spalt, dessen junge Fußballer ihre lauten Sprechchöre erklingen lassen, während ihre Kameraden von den Pfadfindern in schmucker Kluft und fahneschwenkend durch die Straßen ziehen.

Nicht nur der Bierwagen und natürlich der Kirchweihbaum werden von Pferden gezogen, sondern auch das monumentale Fass, auf dem der Gambrinus thront. Da braucht es schon den Vierspänner der Familie Drechsler aus dem Knoblauchsland, um voranzukommen.

Schutzpatron der Brauer

Der sagenhafte niederländische König, der als Biererfinder und Schutzpatron der Brauer gilt, erweist sich bei näherem Hinsehen als Klaus Carl, der auch als Django bekannte Betreiber der Gunzenhausener "ZanZiBar". Nach einem hochprozentigen Schluck für die Teilnehmer des Zugs trifft er unter Beifall der Gäste am Festplatz ein. Es wartet der Bieranstich. Doch davor muss erst noch etwas umgebaut werden. Nach dem Regen ist der Kirchweihbaum nass, so wird für einen Sicherheitsabstand gesorgt, bevor die Feuerwehrler ihn mit Schwalbenstangen aufrichten.

Die Festfichte ist nicht so groß wie sonst, sie misst 25 Meter. "Aber es geht hier nicht um Größe, sondern um Pflege der Tradition", gibt Bürgermeister Udo Weingart zu bedenken. In gut 20 Minuten ist das Werk vollbracht.

Noch währenddessen legen die Spalter Hoheiten los: Johanna Merkenschlager als Bier- und Katharina Thomas als Hopfenkönigin dürfen jeweils ein Fass Bier anstechen. Insgesamt sind es sieben Schläge – doch die meisten von ihnen sind der Show geschuldet. Angestoßen werden darf auf Floriansjünger Felix Asam, der zum Geburtstag ein Ständchen der beiden Kapellen bekommt. Als die Krüge geleert sind, verteilt sich das Publikum in die Gasthäuser – es wird Wirtshauskirchweih gefeiert. Zudem warten die "Kirchweihküchle". Erst aber haben die Kinder ihren Spaß am Festplatz bei den Fahrgeschäften. Auch ein Blick in das neue Feuerwehrfahrzeug lohnt sich dort.

Am heutigen Kirchweihmontag wird in Spalt noch weiter gefeiert. Die Kolpingsfamilie lädt ab 14 Uhr zu Kaffee und Kuchen ins Jugendheim. Der Erlös kommt der Weltmission zugute. Zwei Ausstellungen sind zu sehen: "Kunst und Kunsthandwerk" ist das Motto bei Haushaltswaren Gabler und in der ehemaligen Gaststätte "Zur Sonne" sowie im Erdgeschoss des Klos-Stadel. Dort wartet im ersten Stock außerdem "ein fotografischer Spaziergang durch Spalt".

 

JÜRGEN LEYKAMM

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