Auhof, Regens Wagner, Lebenshilfe: Start in die neue Normalität

9.6.2021, 15:00 Uhr
Die Bewohner der Einrichtungen dürfen dank einer hohen Impfbeteiligung zu alten Gewohnheiten zurückkehren. Bei den Betreuern ist die Quote nicht so hoch, sie müssen deshalb öfter testen.

Die Bewohner der Einrichtungen dürfen dank einer hohen Impfbeteiligung zu alten Gewohnheiten zurückkehren. Bei den Betreuern ist die Quote nicht so hoch, sie müssen deshalb öfter testen. © Foto: Stefan Hippel

"Unsere Bewohner sind zu 90 Prozent komplett geimpft", meint Christian Gampel, Leiter des Wohnbereichs im Hilpoltsteiner Auhof. Komplett bedeutet in diesem Fall: Der Großteil der Bewohner hat bereits zweimal die Spritze erhalten. Bei den Mitarbeitern liege die Quote "zwischen 65 und 70 Prozent".

Die Impfungen würden das Leben in der Einrichtung natürlich gewaltig erleichtern. "Mit unseren geimpften Bewohnern dürfen und können wir ganz anders planen als zu Corona-Zeiten", freut sich Gampel. Das fängt bei der Arbeit in den Werkstätten an und ziehe sich über das gemeinsame Mittagessen bis hin zu Besuchen in den Wohngruppen. Das gemeinsame Mittagessen in der Caféteria sei einer der Höhepunkte des gesellschaftlichen Lebens in der Einrichtung oberhalb des Main-Donau-Kanals, erzählt Gampel. Miteinander zu arbeiten und gemeinsam zu essen hebe die Stimmung im Haus ungemein.

Sogar Urlaubsreise geplant

Arbeiten war bis vor Kurzem nur Mitgliedern einer Wohngruppe vorbehalten und das nur alle 14 Tage. Das "Nichtstun" und die Kontaktverbote hätten die Atmosphäre stark beeinträchtigt. Zwar gebe es nach wie vor Auflagen, wie zum Beispiel das Tragen von FFP2-Masken und die Abstandsregelung von eineinhalb Metern, an die sich seine Schützlinge aber vorbildhaft halten würden. Wie normal mittlerweile das Leben im Auhof sei, zeige folgendes Beispiel: Vergangene Woche beobachtete Gampel eine Wohngruppe, die mit ihren Betreuern eine Urlaubsreise plant.


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Bei den Mitarbeitern werde man die 90-Prozent-Geimpften nicht erreichen, betont Gampel im Gespräch mit unserer Zeitung. Ganz einfach, weil es – wie im Alltagsleben auch – natürlich Impfverweigerer geben würde oder weil sich einige aus gesundheitlichen Gründen nicht spritzen lassen dürfen.

"Wir sind glücklich, wieder im Alltag zurück zu sein", erklärt Gampel und weist darauf hin, dass während des (zweiten) Lockdowns einige Bewohner "Verhaltensauffälligkeiten" gezeigt hätten, "weil sie nicht mehr raus gedurft haben".

Es wird wieder Fußball gespielt

"Das Leben geht wieder in Normalität über", sagt die Regens-Wagner-Einrichtungsleiterin Heike Klier und fügt hinzu, dass 95 Prozent der Bewohner von Regens Wagner in Zell durchgeimpft seien. Bei den Mitarbeitern seien es etwa 60 Prozent.


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Die Bewohner, die in Gruppen untergebracht seien, seien natürlich glücklich, dass die Lockerungen zum Beispiel den Sport erleichtern würden. So werde "jetzt die Fußballgruppe wieder geöffnet. Allerdings unter strengen Hygienemaßnahmen", berichtet Heike Klier.

Aber auch an den Arbeitsplätzen gehe es gelöster zu. Denn nun würde wieder jeder "seinen Fähigkeiten entsprechend eingesetzt". Vorher seien diese Tätigkeiten auf Wohngruppen verteilt gewesen.

Aufbruchstimmung

"Bei uns herrscht Aufbruchstimmung", zeigt sich Klier erleichtert über die Lockerungen. Die Bewohner würden zum Teil wieder in der Begegnungsstätte essen. Und ganz wichtig: Der Kontakt untereinander – also zwischen den Gruppen, deren Mitglieder übrigens aus dem gesamten Bundesgebiet kämen, weil die Einrichtung in Zell auch auf Hörbehinderung spezialisiert ist – sei wieder möglich.

Mitarbeiter, die aus welchen Gründen auch immer, nicht geimpft seien, müssten sich Schnelltests unterziehen. "Die Testbereitschaft unserer Mitarbeiter ist aber sehr hoch", erklärt Heike Klier.

86,4 Prozent durchgeimpft

Die Lebenshilfe Schwabach-Roth unterhält drei Wohnstätten – zwei in Schwabach und eine in Roth. Von den 88 Mitgliedern der Gruppen seien 86,4 Prozent durchgeimpft, berichtet Bereichsleiter Christian Busch. Natürlich gebe es nach wie vor Einschränkungen und "wir sind weiterhin mit hohen Schutzmaßnahmen unterwegs. Dennoch sind wir in eine neue Normalität gestartet", betont Busch.

Zu Beginn des Lockdowns habe man die Werkstätten in die Wohngruppen verlegt, sodass die Gruppen unter den gewohnten Umständen und mit den bekannten Kollegen arbeiten konnten. Auch Besuche seien durchgängig möglich gewesen - unter Wahrung der üblichen Schutzmaßnahmen, meint Busch.