Dienstag, 12.11.2019

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Die "Bayerische" als Training

Hannah Wittmann sieht die Leichtathletik-Meisterschaften in Regensburg als Vorbereitung für die DM. - 23.07.2019 17:33 Uhr

Beim Kugelstoßen gibt‘s für das Multitalent Hannah Wittmann vom SV Rednitzhembach noch ein wenig Luft nach oben, weshalb sie sich für die bayerischen Leichtathletik-Meisterschaften explizit ihre „schwächsten“ Disziplinen ausgesucht hat. © Foto: Sportfoto Kiefner


Warum sucht sich eine junge Sportlerin bei bayerischen Meisterschaften ausgerechnet die Disziplinen aus, bei denen sie die geringsten Chancen auf eine gute Platzierung hat? Hannah Wittmann, W 15, vom SV Rednitzhembach tat genau das bei den bayerischen Meisterschaften in Regensburg. Und sie hatte ihre Gründe: Sie hat sich für die deutschen Meisterschaften in den Blockwettkämpfen der U 16 in Lage qualifiziert und wollte gezielt an den drei Disziplinen arbeiten, bei denen sie noch "Luft nach oben" hat.

Das junge Multitalent hat 2019 eine beeindruckende Bilanz vorzuweisen: Bereits im Winter belegte sie Platz zwei beim bayerischen Hallenvierkampf. In der Sommersaison wurde sie dann im Juni kurz hintereinander zuerst in Marktschwaben bayerische Meisterin im Block Wurf und nur Woche später in Friedberg holte sie sich im Siebenkampf ihren nächsten Meistertitel. Nach ihrer Zeit im E-Kader waren ihre Leistungen eher unauffällig geblieben, doch ihre Entwicklung der letzten Zeit macht neugierig: Die Altersklasse 15 ist üblicherweise das letzte Altersklassenjahr, in dem in der Leichtathletik der Mehrkampf im Vordergrund steht. Die meisten Sportler mit Ambitionen konzentrieren sich dann auf einige wenige Disziplinen.

Um im Mehrkampf erfolgreich zu sein, ist es gut, wenn es die eine oder andere Paradedisziplin gibt, aber vor allem darf man keine ausgewiesene Schwäche haben, um auf gute Punktzahlen zu kommen. Und man braucht gute körperliche Voraussetzungen, um die kräftezehrenden Mehrkampftage durchzuhalten und um nicht ständig durch Verletzungen zurückgeworfen zu werden.

Genau dies könnte auf Hannah Wittmann zutreffen: Sie hat Schnellkraft für die Sprints und den Weitsprung, Athletik für die Wurfdisziplinen und eine gute Ausdauer für die 800 Meter. Um diese Fähigkeiten weiter auszubauen, trainiert sie vier- bis fünfmal pro Woche: montags in ihrem Heimverein SV Rednitzhembach, dienstags und mittwochs beim TSV Wendelstein und freitags in Roth beim Training der LG Landkreis Roth. Dazu kommen immer wieder Einzeltrainings mit Papa Gerald Wittmann, der selbst früher ein guter Leichtathlet war. "Die Blockwettkämpfe gibt es ja dann in der U18 nicht mehr. Ich traue mir zu, eine Siebenkämpferin zu werden. Aber vor allem hoffe ich, dass ich weiter verletzungfrei bleibe", so Wittmann.

Der Zeitplan der Bayerischen in Regensburg war für den Trainingseffekt perfekt: Wie bei den Blockmeisterschaften konnte sie mit kurzen Pausen zügig hintereinander im Hürdensprint (Ergebnis: 13,00 Sekunden, Platz 12), Diskuswurf (25,03 Meter, Platz 11) und Kugelstoßen (10,28 Meter, Platz 5) antreten. Mit ihren Leistungen war Hannah trotz zweier persönlicher Bestleistungen über die Hürden und mit der Kugel nicht ganz zufrieden. Doch genau diese produktive Unzufriedenheit ist es, aus der neue Erfolgsgeschichten im Sport entstehen können, vielleicht ja in einem Kader. Und die deutschen Meisterschaften? "Das werden meine ersten deutschen Meisterschaften. Die will ich vor allen Dingen genießen. Aber natürlich werde ich mein Bestes geben", sagt Wittmann.

CORNELIA VON HARDENBERG

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