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Eugen Börschlein will auf den Abenberger Chefsessel

In Abenberg war irgendwie klar, dass Eugen Börschlein irgendwann ins Bürgermeisterrennen gehen würde - 20.02.2020 17:18 Uhr

Er will ins Abenberger Rathaus: Eugen Börschlein tritt am 15. März für die Freien Wähler an. Er ist einer von vier Bürgermeisterkandidaten in Abenberg. © Freie Wähler


Wenn es einen logischen Bürgermeisterkandidaten gibt, dann heißt dieser Mann Eugen Börschlein. Seit 20 Jahren macht der 52-jährige Genossenschaftsbanker in Abenberg Politik für die Freien Wähler, seit zehn Jahren ist er Vorsitzender des FW-Ortsverbands, seit zwölf Jahren sitzt er im Stadtrat. Wie schon sein Vater und sein Großvater.

"Ich kann vermitteln"

Ob aus dem logischen Bürgermeisterkandidaten Eugen Börschlein auch ein Bürgermeister Eugen Börschlein wird, steht auf einem anderen Blatt. Denn traditionell müssen sich die Unabhängigen in der Burgstadt mit der Rolle der "dritten Kraft" zufrieden geben.

Bei Kommunalwahlen sahnen CSU und SPD bislang immer die meisten Stimmen (und Sitze) ab. In der Besetzung des aktuellen Abenberger Stadtrates ist das ganz gut abzulesen: acht Mitglieder der CSU, acht Mitglieder der SPD, vier Mitglieder der Freien Wähler.

Eugen Börschlein glaubt trotzdem, dass ein Bürgermeister Börschlein Abenberg ganz gut tun würde. "Ich bin derjenige, der am ehesten zwischen den Blöcken vermitteln könnte", sagt er. Und: "Von allen Bewerbern um den Chefsessel im Rathaus habe ich die mit Abstand größte kommunalpolitische Erfahrung."

Börschleins Kandidatur ist kein Schnellschuss. Schon vor zwei Jahren habe er sich mit dem Gedanken getragen, es 2020 zu versuchen, nachdem sein Fraktionskollege Anton Friedrich zuletzt zweimal gescheitert war. Als Rathauschef Werner Bäuerlein an Weihnachten 2018 verkündet hat, 2020 nicht mehr anzutreten, da stand für den Bankkaufmann endgültig fest: "Ich werde es machen."

Permanenter Wahlkampf

Seit Januar 2019 – einen Tag, nachdem die SPD ihre Kandidatin Susanne König präsentiert hatte – befindet er sich im permanenten Wahlkampf. Wobei: So viel anders als sonst macht Börschlein gar nicht. Denn auch seine Mitbewerberin König sagt zum Beispiel: "Der Eugen ist wirklich überall." Er macht das nicht, weil er muss. Er macht das, weil er will. "Ich finde das, was unsere Vereine leisten, einfach toll", sagt er.

Deshalb ist er auch bei zahlreichen Vereinen Mitglied. Beim Burgförderverein und beim Heimatverein bringt er auch sein berufliches Wissen ein, für die Verstorbenen des Soldaten- und Kameradenvereins schreibt er die Grabreden. Nebenher ist er halt noch Verbindungsstabsoffizier und Oberstleutnant der Reserve. "Nicht als PeP", wie er scherzhaft mit Blick auf manche Kollegen hinzufügt, "sondern weil ich nach dem Ausscheiden aus dem Dienst alle Lehrgänge mitgemacht habe." PeP steht übrigens für "Politisch exponierte Persönlichkeit".

Raiba-Center Schwabach, fünfter Stock. Eugen Börschlein sitzt im "Lufthansa-Zimmer" und erzählt. Man weiß nicht, ob das Lufthansa-Zimmer heißt, weil die Sessel in diesem Besprechungsraum an Pilotensitze erinnern oder wegen der grandiosen Aussicht. Im fünften Stock des Raiba-Centers hat Börschlein sein Büro. Als Wertpapierspezialist berät er vermögende Kunden und ist auch für die Geldanlage des eigenen Arbeitgebers mit zuständig.

Davon müsste sich der 52-Jährige verabschieden, wenn es am 15. März (oder in einer Stichwahl 14 Tage später) klappen sollte. Börschlein würde mit einem lachenden und einem weinenden Auge gehen. "Mir macht mein Beruf ja Spaß", sagt er, "aber Kommunalpolitik ist halt auch meine große Leidenschaft."

Ganz müsste der Vater zweier erwachsener Kinder nicht vom Erlernten lassen. Denn das liebe Geld spielt auch in Abenberg immer eine wichtige Rolle. Vor allem das Geld, das die Stadt nicht hat. Aber hier ist in den vergangenen 15 Jahren ja einiges passiert. Die Schulden wurden von über 13 auf unter sechs Millionen Euro gedrückt, gleichzeitig hat die Burgstadt in Sachen Steuerkraft auch dank neuer Gewerbegebiete kräftig aufgeholt. Diesen Weg würde Eugen Börschlein gerne weiter beschreiten.

Das heißt für ihn: mit dem Ausweisen eines neuen Gewerbegebietes (Richtung Obersteinbach) gleich weitermachen. Auch neue Wohnbaugebiete (wenn auch mit mehr Fokus auf Wohnungen) müssten erschlossen werden. Schließlich seien die 43 Grundstücke an der Wiesenstraße im Nu weg gewesen. Die dazugehörige Infrastruktur muss natürlich mitwachsen. Börschlein: "Ich denke, dass wir bald noch einmal eine Krippe brauchen."

In den meisten inhaltlichen Punkten unterscheidet sich der FW-Kandidat nur marginal von seinen Mitbewerberinnen und Mitbewerbern. Was für ihn bedeutet: "Auf den Menschen kommt es an."

Ob es für ihn reicht, weiß Börschlein natürlich nicht. Auch eine Einschätzung, was die eigenen Chancen angeht, fällt ihm schwer. Immerhin soviel: "Ich muss es in die Stichwahl schaffen. Dann würde es eigentlich ganz gut aussehen."

Eugen Börschlein ist 52 Jahre alt und Vater zweier erwachsener Kinder. Der gelernte Bankkaufmann ist aktuell Wertpapierspezialist der Raiffeisenbank Roth-Schwabach. Seine politischen Ämter: Mitglied der Freien Wähler seit 2000, 1. Vorsitzender seit 2010, Stadtrat seit 2008, aktuell Fraktionssprecher der Freien Wähler im Stadtrat Abenberg. Er ist Mitglied in zahlreichen Vereinen von Abenberg und Umgebung.

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