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Samstag, 20.07.2019

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Fränkischer WasserRadweg: Entspannt radeln am Ufer

Der rund 450 Kilometer lange Radweg wurde in Wassertrüdingen offiziell eingeweiht - 24.06.2019 06:00 Uhr

Immer dem blauweißen Zeichen hinterher... die blauen Täfelchen zeigen, wohin der „Fränkische WasserRadweg“ führt. © Foto: Landratsamt


Die Rundtour "Fränkischer WasserRadweg" führt über Abenberg, Roth, Hilpoltstein und den Rothsee in zunächst Richtung Allersberg. Ehe es dann über Neumarkt in Richtung Beilngries weitergeht. In den Landkreis Roth kommen die Radler*innen dann wieder in Greding. Von hier geht es über Thalmässing, Heideck und Röttenbach in Richtung Brombachsee. Eine weitere Tourenvariante leitet die Radler*innen von Roth über Georgensgmünd und Spalt direkt zum Brombachsee.

Neue Beschilderung

Zur besseren Orientierung wurde auf dem neuen "Fränkischen WasserRadweg" auch eine einheitliche Beschilderung angebracht. An den bekannten weiß-grünen Fahrrad-Wegweisern helfen künftig entsprechende Einhänger beim Finden des richtigen Weges. In der obersten Zeile steht das größere "Fernziel", darunter die nächstgelegene Ortschaft bzw. ein Zwischen- oder Nahziel. Unterhalb der Wegweiser zeigen die quadratischen Ergänzungen an, dass man sich auf dem neuen Fränkischen WasserRadweg befindet.

Übrigens: auch andere überregionale oder besondere Radwege werden künftig mit diesem System ausgeschildert. Alleine im Landkreis Roth werden aktuell über 600 Schilder an dieses neue, bayernweit einheitliche System angepasst.

Die Gesamtstrecke von 464 Kilometern des Fränkischen Wasserradweges – immer entlang von Bächen, Flüsse und Seen – wurde nun von Innenminister Joachim Herrmann auf dem Gelände der kleinen Landesgartenschau Wassertrüdingen feierlich eröffnet.

Bei großem Medienecho und unter weißblauem Himmel würdigte der altmühlfränkische Landrat Gerhard Wägemann zu Beginn der Feierstunde das Radwandernetz als ein "Musterbeispiel für erfolgreiche Vernetzung". Denn das Projekt ist nicht nur bezirks- und landkreisübergreifend angelegt, sondern es verbindet gleich vier Tourismusgebiete: Bayerischer Jura, Naturpark Altmühltal, Romantisches Franken und Fränkisches Seenland.

Der Tourismusverband der letztgenannten Destination (dessen Vorsitzender Wägemann zugleich ist), hatte bei Planung und Umsetzung des neuen Radwanderwegenetzes die Federführung übernommen. Dieses Netz spannt sich von Rothenburg bis Beilngries und von Dinkelsbühl bis Neumarkt. Durch die angestrebte Wassernähe (die auf 80 Prozent auch verwirklicht wurde) seien es insgesamt nur 2500 Höhenmeter, die auf- und abgeradelt werden bräuchten, was im Vergleich zur Streckenlänge recht wenig sei, so der Landrat. Verschiedene Varianten und Kombination ließen den Radelnden die für ihn passende Route bequem zurechtstückeln.

Dazu habe auch noch ein Firmenpartner gewonnen werden, der für den Gepäcktransport sorge und Themenpakete anbiete. So gibt es den Worten Wägemanns zufolge etwa eine Romantische- oder eine Wasserwirtschafts-Runde. Nicht zu vergessen ein Fahr- und Sicherheits-Training für E-Bike-Nutzer.

Eigenes Begleitheft

Mehr Informationen bietet auf knapp 150 Seiten ein Begleitheft im praktischen Ringbuchformat, das der Verbandsvorsitzende gemeinsam mit dem Geschäftsführer des des Tourismusverbands Fränkisches Seenland, Hans-Dieter Niederprüm, vorstellte. Dieser hatte sich eigens zur Eröffnung ein Trikot übergestreift, das auf den Fränkischen WasserRadweg hinweist.

Mit ihm sei es gelungen, "ein starkes Ausrufezeichen für den Tourismus im fränkischen Raum" und weiter darüber hinaus zu setzen, betonte in seinem Großwort der Ansbacher Landrat Jürgen Ludwig. Es sei dazu aber auch viel Vorarbeit im Freistaat und in den Landkreisen geleistet worden. Das Konzept des neuen Radwegenetzes überzeuge und so könne dieses zugleich einen guten Teil zur Wirtschaftsförderung in der Region beitragen. Denn der Genussradler von heute greife gerne zu regionalen Produkten und wolle hier auch übernachten.

Und nicht zuletzt sei der Weg im Allgemeinen und die Einweihung selbst im Besonderen "unser Beitrag für Friday for Future", so der Innenminister Joachim Herrmann – und meinte damit die anwesenden "Fans des Fahrradfahrens", deren Quote wohl bei nahe 100 Prozent gelegen haben dürfte. Denn die Nutzung des Drahtesels als Fortbewegungsmittel sei sowohl umweltschonend als auch gut für die Gesundheit.

Schon seit Beginn seiner Amtszeit habe er sich für den Radwegeausbau stark gemacht. Derzeit seien seitens der Staatsregierung jährlich dafür 40 Millionen Euro vorgesehen. Dabei müsse man beidem gerecht werden: "dem Tourismus und dem Radeln im Alltag" – demgemäß hat die neue Rundroute, die Joachim Herrmann als "tolle kommunale Initiative" mit verbindendem Charakter hervorhob, sowohl die Urlauber wie die Einheimischen als Zielgruppen im Visier. 

JÜRGEN LEYKAMM

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