Corona und Kälte

Freibadsaison: Gemischtes Jahr für Wasserratten im Landkreis Roth

17.9.2021, 06:04 Uhr

"Ich bin überrascht, wie viel Zuspruch wir hatten", sagt Hilpoltsteins Freibadleiter Friedrich Taschner. © Tschapka, NN

„Rein wirtschaftlich gesehen war die Saison alles andere als optimal, nachdem wir ja nur eine wirklich vergleichsweise überschaubare Zahl an Gästen rein lassen durften“, so Schubert weiter. Mit dieser Einschätzung geht er ebenfalls konform mit allen anderen Freibadleitungen.

Erst mit den jüngsten Änderungen der geltenden Hygienevorschriften für Freibäder, die Anfang September in Kraft traten, gab alleine Roth die „Timeslots“ auf. „Wir waren uns sicher, dass wir zu dieser Jahreszeit nicht mehr überrannt werden“, so Schubert, der mit seinem Team im Landkreis als letztes die Badesaison beenden wird; nämlich erst am Sonntag, 26. September.


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Im Gegensatz zur Saison 2020, in der sich alle Freibädern erst vorsichtig an Besucherzahlen, an Online-Buchungen und an den „Schichtbetrieb“ für Schwimmer („Timeslots“) heran tasten mussten, lief es heuer in allen Bädern von Anfang an reibungslos. „Die Leute waren es einfach schon gewöhnt, dass sie sich einbuchen müssen. Und wer‘s dann mal raus hatte, für den war es dann wirklich nur noch eine Frage von einer Minute“, berichtet Günther Herzog, Bademeister in Heideck.

Natürlich hätten die limitierten Besucherzahlen und das schlechte Wetter auch ihren Tribut gefordert. 18.000 Besucher statt rund 40.000 in „normalen“ Jahren weist die Heidecker Bilanz für 2021 aus. Doch seien das immer noch mehr als 2020.

Mehr Besucher als 2020

Eine Entwicklung, die auch in Roth und Hilpoltstein registriert wurde. Gut 60.000 „Wasserratten“, darunter viele Dauergäste, fanden in der Kreisstadt seit der Eröffnung Anfang Mai den Weg ins Freizeitbad. Deutlich mehr als 2020 - da waren es knapp 46.000 -, aber viel weniger als in Nicht-Pandemiezeiten mit durchschnittlich 150.000 Gästen pro Saison.

Benjamin Wegler, ein begeisteter Schwimmer und Hobbytriathlet, erwartete bei seinem jüngsten Freizeitbadbesuch eine echte Überraschung: Werkleiter Dr. Gerhard Brunner (2. von links), Bürgermeister Ralph Edelhäußer (rechts) und Badbetriebsleiter Matthias Schubert empfingen ihn als den offiziell 60.000. Besucher dieser Saison mit kleinen Präsenten. 
 

Benjamin Wegler, ein begeisteter Schwimmer und Hobbytriathlet, erwartete bei seinem jüngsten Freizeitbadbesuch eine echte Überraschung: Werkleiter Dr. Gerhard Brunner (2. von links), Bürgermeister Ralph Edelhäußer (rechts) und Badbetriebsleiter Matthias Schubert empfingen ihn als den offiziell 60.000. Besucher dieser Saison mit kleinen Präsenten.    © Stadtwerke Roth, NN

Platz zwei in der Besucherstatistik belegt Hilpoltstein: Laut Schwimmmeister Friedrich Taschner passierten bis dato knapp 30.000 Gäste das Kassenhäuschen in der Saison 2021. Im vergangen Jahr waren es - trotz mehr Sonnentagen - nur 18.000 gewesen. Taschner: „Ich bin auch überrascht, dass wir soviel Zuspruch hatten.“

Die Besetzung der Zeitfenster, den sogenannten Slots, habe hervorragend funktioniert. „Wir waren oft ausgebucht.“ Ein paar Mal habe man sogar die 750-er Marke überschritten. Das neue Sanitärgebäude mit WC, Duschen und Umkleiden, sei „sehr gut angenommen worden“.

Und weil das so ist, ist das Burgstädter Freibadteam ebenfalls in die Verlängerung gegangen - am Sonntag, 19. September, wird aber auch da der Stöpsel gezogen.


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Das haben die Thalmässinger bereits vor wenigen Tagen. Nach einer „nicht so prickelnden“ Saison, wie Julian Karch von der Marktgemeinde offen zugibt. 16.000 Gäste wurden heuer gezählt – rund 800 weniger als im vergangenen Jahr.

Frei nach dem Motto: Nach der Badesaison ist vor der Saison, wagt zumindest Matthias Schubert einen vorsichtig optimistischen Blick ins Jahr 2022. „Wir haben trotz aller Beschränkungen sehr wohl gemerkt, wie dankbar unsere Badegäste waren, dass sie überhaupt kommen konnten. Aber wir haben auch viele Stammkunden vermisst, die ohne die Möglichkeit, eine Dauerkarte nutzen zu können, nicht gekommen sind. Ich glaube und hoffe, dass wir diese im nächsten Jahr wieder begrüßen können – dann, wenn wir hoffentlich wieder in den Normalbetrieb übergehen können.“

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