Gemeinderat Georgensgmünd bringt Bebauungsplan auf den Weg

4.9.2020, 16:38 Uhr
In der Pleinfelder Straße in Georgensgmünd soll ein Wohn- und Geschäftshaus gebaut werden, das mal so aussehen könnte.

In der Pleinfelder Straße in Georgensgmünd soll ein Wohn- und Geschäftshaus gebaut werden, das mal so aussehen könnte. © Vorentwurf: KFK Architekten

Dafür will die Gemeinde einen qualifizierten Bebauungsplan erstellen. Der Gemeinderat hat nun gegen die Stimme von Jürgen Richter grünes Licht dafür gegeben.

Richter stimmte dagegen, weil der Bebauungsplan in einem verkürzten Verfahren ins Werk gesetzt werden soll. "Das halte ich für undemokratisch", sagte das Gemeinderatsmitglied der Grünen. Richter führte allerdings auch noch einige inhaltliche Punkte an, die ihn störten. So würden etwa Stellplätze für Fahrräder fehlen, für Autos seien zu wenige eingeplant und es fehle an Kinderfreundlichkeit, weil keine Grünflächen vorgesehen seien. Bürgermeister Ben Schwarz wies den Vorwurf, es ginge undemokratisch zu, für seine Verhältnisse scharf zurück: "Es ist schlicht falsch, dass das Verfahren undemokratisch ist", so Schwarz.

In der Pleinfelder Straße in Georgensgmünd soll ein Wohn- und Geschäftshaus gebaut werden, das mal so aussehen könnte.

In der Pleinfelder Straße in Georgensgmünd soll ein Wohn- und Geschäftshaus gebaut werden, das mal so aussehen könnte. © Vorentwurf: KFK Architekten

Es sei so eigens im Baugesetzbuch geregelt und vorgesehen, wenn es sich um Innenentwicklung handle. "Lediglich die vorgezogene Bürgerbeteiligung falle weg, man müsse keine Ausgleichsflächen benennen und in Sachen Umwelt sei keine Langzeitbetrachtung erforderlich", zählte Schwarz auf. Das sei auch logisch, denn es handle sich ja um eine bereits versiegelte Fläche.

Insbesondere die formalen Beteiligungsrechte für Bürger und Betroffene mit öffentlicher Auslegung der Pläne und mit Fristen für Einwendungen gelten auch für das vereinfachte Verfahren, betonte das Gemeindeoberhaupt.

Ferner brauche man beim jetzigen Verfahrensstand nicht in die inhaltliche Diskussion einzusteigen. Das könne der Gemeinderat ausführlich im Verlauf des weiteren Verfahrens tun. "Heute wollen wir lediglich eine Planungsabsicht auf dem besagten Grundstück bekunden", so Schwarz.

Bauherren des Neubaus mit 27 Eigentumswohnungen von 36 bis 100 Quadratmeter und zwei geschäftlichen Bereichen sind Wolfgang und Ralf Braun. Auch sie traten der Kritik Richters entgegen. Dank der geplanten Tiefgarage werde der Stellplatzbedarf übererfüllt, erklärten sie. In der detaillierten Planung werde es natürlich auch Abstellplätze für Fahrräder, einen Spielplatz und Grünflächen geben, versicherten der Bauingenieur und der Architekt.

Orchester braucht neuen Raum

Auch in Sachen Lärmschutz seien besondere Maßnahmen zu erwarten. So seien alle Wohnungen zur Pleinfelder Straße hin ausgerichtet. Zur Bahnhofstraße hin sorge ein Laubengang hinter der Fassade für mehr Dämmung.

Ferner betonten sie, dass es sich beim Ortsteil Friedrichsgmünd um ein Sanierungsgebiet mit städtebaulichem Handlungsbedarf handle und das bestehende Gebäude, in dem ein Verbrauchermarkt untergebracht war, nicht mehr erhaltenswert sei.

Gemeinderatsmitglied Friedrich Kolb (CSU) begrüßte die Planung sehr. "Für die jetzige Nutzung ist das Grundstück zu schade", unterstrich er. "Das neue Gebäude hingegen erfüllt alle in dem Gebiet gesteckten städtebaulichen Ziele, vor allem die Nachverdichtung und den Nahversorgungscharakter", so Kolb.

Noch dient der ehemalige Verbrauchermarkt dem Gmünder Blasorchester einmal pro Woche als Übungsraum.

Im Falle eines Abrisses soll das Orchester künftig im Gebäude des neuen Hallenbads zusammenkommen können. Dort wird ein Veranstaltungssaal Platz finden, der bis Ende 2021 fertiggestellt sein soll.

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