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Dienstag, 15.10.2019

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Georgensgmünd entscheidet sich für 20-Meter-Becken

Gemeinderat entscheidet sich angesichts der Kosten für eine "moderate Lösung" - 05.09.2019 09:19 Uhr

Georgensgmünd hat sich für eine "moderate" Sanierung entschieden und will mit einem 20-Meter-Becken Kosten sparen. © Hannibal Hanschke/dpa/lbn


Mit dem Votum für eine moderate Sanierung des Gmünder Hallenbads fällte der Gemeinderat eine Entscheidung, die sich vielfältig auswirken wird. Bürgermeister Ben Schwarz informierte über Pläne, Diskussionen und Entscheidungen und zeigte Gründe für die enorme Kostensteigerung bei der anfangs favorisierten Lösung.

Nach der Bürgerversammlung, so Schwarz, sei "nochmal intensiv nachgeforscht" und nach Alternativen gesucht worden. Neben Ausbauvarianten habe man sich auch unterschiedliche Betriebskonzepte überlegt, um die laufenden Ausgaben zu reduzieren. Letztlich habe man einsehen müssen, dass die große Wunschvariante "auf lange Sicht berechtigterweise Bedenken auslöst", da das Gefühl entstand, "dass die Zahlen davongaloppieren."

Sauna fällt weg

Das Ergebnis stellte er als Verhandlungsgrundlage vor: Anstatt wie gewünscht ein 25-Meter-Becken zu bauen, solle das bisherige, fünf Meter kürzere beibehalten und mit Hub-Boden versehen werden. Die Betriebsräume werden nicht ins Obergeschoss verlagert, sie bleiben im Erdgeschoss. Zur Attraktivitätssteigerung sollen ein Kinderbecken sowie ein kleiner Wellnessbereich beitragen, Wintergarten, seitlicher Beckeneinstieg und Sauna entfallen, da nur so der Baukörper erhalten werde.

Aufgrund des fehlenden 25-Meter-Beckens habe man zwar keine Doppelsportstätte – was mit einer geringeren Schulbauförderung einhergeht – und auch kein für Wettkämpfe geeignetes Bad mehr. Allerdings baue man "primär für Schüler und die Bürger, für die 25 Meter nicht so wichtig sind." Zudem helfe die kleinere Wasserfläche beim Kostensparen.

Getrennte Nutzung soll Kosten sparen

Eine getrennte Nutzung (Schulen vormittags, Öffentlichkeit nachmittags) sei wirtschaftlich sinnvoller. Den Betrag zur jährlichen Defizit- sowie Kredittilgung schätzt Schwarz beim "Kompromissvorschlag" auf 500.000 bis 550.000 Euro. Bei der umfangreicheren Sanierungsversion hätten allein die Personalkosten über 700.000 Euro pro Jahr ausgemacht.

Friedrich Kolb (CSU) stellte klar, dass man die Variante für "finanziell machbar" und den Betrieb für auf Dauer leistbar halte – auch wenn andere Dinge dann schwerer finanzierbar seien. Aber: "Georgensgmünd hat 50 Jahre ein Bad gehabt, ich denke, wir brauchen auch in Zukunft ein Bad."

Unterstützung signalisierte auch Gerd Berghofer (Die Grünen). Die finanzielle Belastung halte er für vertretbar. Kommunen müssten auch etwas für "Lebensgefühl und Lebensqualität" der Bürger tun.

Auch die SPD-Fraktion hat sich laut Uwe Beyer die Entscheidung nicht leicht gemacht, man spreche sich aber dafür aus. "Eine mutige Entscheidung." Die finanzielle Situation könne "nicht besser sein als jetzt".

Trotzdem zu teuer?

Andere konnte selbst die abgespeckte Sanierungsvariante nicht überzeugen. Heinz Auernhammer und Gerhard Gillich (beide FUW), Georg Vogel und Jürgen Haberkern (beide Wir Gmünder) sowie Dr. Matthias Radlmaier (Die Grünen) stimmten gegen das Konzept. Als Gründe führten sie vor allem die Kosten an, die außerdem steigen könnten.

Jürgen Haberkern warf ein, dass das Hallenbad-Defizit bislang durch Stromverkauf ausgeglichen werden konnte. Diese Möglichkeit falle aber weg. Ein Kritikpunkt von Gerhard Gillich war, dass die Kosten lediglich auf eigenen Berechnungen basierten – ohne verlässliche Entscheidungsgrundlage.

Andreas Regler E-Mail

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