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Georgensgmünd hat große Pläne fürs Hallenbad

Luxusvariante kostet mindestens 6 Millionen Euro - Es klappt nur mit Förderung - 04.01.2018 06:00 Uhr

Das Hallenbad in Georgensgmünd könnte eine Frischekur vertragen. Die Sanitärtechnik, Lüftungs- und Heizungstechnik müssen saniert werden, damit das Bad weiter betrieben werden kann. © Salvatore Giurdanella


Bis zum Herbst dieses Jahres soll die neue Turnhalle stehen, das Richtfest ist bereits gefeiert. Gleich daneben steht seit 1969 das kleine Hallenbad, ein Kombinationsbau aus Hopfenhalle oben und Badehalle darunter. Diese Kombination allein dürfte weltweit einzigartig sein und war damals sicher zeitgemäß, inzwischen wird die Halle oben aber nur noch als Lagerhalle genutzt und das Schwimmbad ist in die Jahre gekommen.

Vor allem die Technik ist nicht mehr auf dem aktuellen Stand — und mehr als Schwimmen kann man hier eigentlich nicht. Doch das ist immerhin mehr, als in den umliegenden Gemeinden möglich ist, neben Greding und Hilpoltstein mit seinem Schulschwimmbecken, ist Georgensgmünd die einzige Kommune, die noch ein eigenes Hallenbad betreibt. Auch deshalb wolle man es unbedingt erhalten und alsbald sanieren, betonte Bürgermeister Ben Schwarz schon beim Richtfest der Turnhalle, und habe unter anderem deswegen den Standort für die Halle direkt nebenan gewählt.

Bassin hält dicht

Vor rund vier Jahren wurde bereits der Betonkern des Beckens saniert. Dieser steht im Keller des Gebäudes auf Stützen und ist von innen, der Wasserseite, gefliest. Durch die Sanierung hält er für weitere 15 bis 20 Jahre den Fluten stand, berichtet Bürgermeister Schwarz. Doch um das Becken herum gibt es genug zu tun. 

Auf diesen Anforderungen aufbauend hat das Architekturbüro Wenzel verschiedene Sanierungsszenarien entwickelt. Alle sehen vor, dass Bad und Turnhalle bald einen gemeinsamen Eingang haben sollen, der bereits beim Turnhallenneubau mit geplant wurde. Die weiteren Entwürfe variieren zwischen dem, was dringend nötig ist, um den Bestand des Bades zu sichern, und Möglichkeiten, wie das Bad erhalten und attraktiver gemacht werden kann.

Mindestens eine Million Euro

Die Sanierungsalternative eins kostet rund eine Million und ist Pflicht, um den Betrieb erhalten zu können. Darin ist vorgesehen, die jetzige Herrenumkleide rückzubauen und in den Räumen parallel zum Becken Unisex-Kabinen-Umkleiden einzurichten, die Sanitärbereiche für Herren und Damen werden ebenfalls erneuert und der Eingangsbereich wird auf die gegenüberliegende Seite hin zur Turnhalle verlegt. Dort soll dann auch der Kassenautomat stehen. Die Erneuerung der Technik ist ebenfalls geplant. Für diese Maßnahmen allein müsste die Gemeinde rund eine Million Euro einkalkulieren.

Becken für Kleinkinder, Liegewiese, Sauna

Am besten gefiel dem Gmünder Gemeinderat in seiner letzten Sitzung 2017 aber eine Kombination aus drei Alternativen, für die insgesamt rund 4,6 Millionen fällig würden, erklärt Ben Schwarz. Diese sehen vor, dass im Bereich der jetzigen Herrenumkleide ein Bereich für Kleinkinder entstehen soll, mit einem in das Eck eingepassten Viertelkreis-Becken, das eine Wassertiefe von rund 30 Zentimetern haben soll.

So könnten hier auch die kleinen Gmünder gefahrlos planschen, während die Eltern auf Liegen entspannen und plauschen könnten und den Nachwuchs trotzdem im Blick haben. Dahinter soll dann parallel zum Wiesengrund ein kleiner Anbau entstehen, in dem zusätzlich zwei Saunen Platz fänden: Eine Themen- und eine Panorama-Sauna mit Ausblick auf die Wiesen.

Auf der linken Seite entsteht derzeit die neue Georgensgmünder Zweifachturnhalle. Nach der Sanierung des Hallenbades sollen beide Gebäude ein gemeinsames Foyer erhalten, über das man sowohl in die Halle als auch ins Bad gelangt. © Salvatore Giurdanella


Ein zusätzlicher Anbau an die Schwimmhalle würde die Fensterfront um rund sechs Meter nach vorne in Richtung Wiesengrund versetzen, sodass zwischen Fenstern und Schwimmbecken Platz entstünde für weitere Liegen und ein Therapie- und Wärmebecken, wo etwa Aqua-Gymnastik möglich wäre. Die findet derzeit im großen Becken statt, das immer donnerstags, dem Warmbade-Tag, von 28 auf 32 Grad aufgeheizt wird.

"Das ist natürlich ein enormer Energie-Aufwand. Wenn man ein kleineres Becken hätte, das man konstant auf Temperatur hält, dann wäre das effizienter." Auch das große Becken soll energetisch optimiert werden.

Entscheidung schon im Frühjahr

Denn einen (großen) Teil der insgesamt rund 4,6 Millionen Euro teuren Sanierung hofft der Bürgermeister über eine Förderung aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung für Projekte, die CO2 einsparen, bestreiten zu können. Dazu muss der Hallenbad-Umbau natürlich auch energetisch eine deutliche Verbesserung bringen. "Wir werden einen Förderantrag einreichen und dann sehen, was förderfähig ist. Im Frühjahr haben wir dann hoffentlich eine Zahl, die wir im Gemeinderat diskutieren können", sagt Schwarz. Dann wolle man entscheiden, was gemacht werde.

Denn zu der Sanierung des Bades kommt auch noch eine Planung mit der jetzigen Hopfenhalle, die sich über der Schwimmhalle befindet. Hier könnte eine Multifunktionshalle entstehen, für bis zu 340 Besucher bei Konzert-Bestuhlung. Auch eine Küche für das Catering wäre vorgesehen. Die Maßnahme für sich würde rund 1,4 Millionen Euro kosten. Falls sich die Gemeinde das nicht auch noch leisten könne, erklärt Schwarz, würde man wohl die Halle abreißen und die Betonplatte vorerst abdichten, sodass das Hallenbad eine Art Dach hätte.

Immer im Minus

Einfach wird das nicht, daraus macht Schwarz keinen Hehl. Über die Eintrittspreise kann man die Sanierung nicht finanzieren. Schon jetzt werden pro Besucher elf Euro und aufs Jahr gesehen rund 300 000 Euro Verlust gemacht. Realistische Eintrittspreise lägen bei annähernd 15 Euro.

Eine Summe, die man unmöglich von den Besuchern verlangen kann, denn es ginge auch darum, für Vereine wie die Wasserwacht einen Trainingsraum zu bieten und den Schwimmunterricht für Schulen sicherzustellen und das sei wegen des Wetters nur in Hallenbädern möglich.

Ohne Förderung unmöglich

Zunächst aber muss geklärt werden, wie es mit der Finanzierung aussieht. Denn das Hallenbad ist nicht das einzige Projekt, das die Gemeindekasse belastet. Kürzlich wurde die Kläranlage für rund acht Millionen saniert, die Marktplatzsanierung wird rund 1,5 Millionen Euro kosten und für den geförderten Wohnungsbau wird nochmals eine Million fällig, die Sanierung eines Kindergartens steht ebenfalls an und der Straßenunterhalt drückt ebenfalls auf die Finanzten, und zu guter Letzt schlägt natürlich die neue Turnhalle mit rund vier Millionen Euro zu Buche.

Sanierung und Umbau im vom Gemeinderat angestrebten Maße können deshalb nur gelingen, wenn die nötigen Förderungen gewährt werden. Aber ob das klappt, wird sich erst noch zeigen. 

Viola Bernlocher Süd-Springerin E-Mail

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