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Gredl hat als S-Bahn eine Perspektive

Neujahrsempfang der CSU Hilpoltstein dreht sich um die Anbindung des südlichen Landkreises - 26.01.2021 11:00 Uhr

Der Freistaat habe die Gredl und deren Bedeutung für den südlichen Landkreis im Blick, so Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer beim virtuellen Neujahrsempfang.

25.01.2021 © Foto: HiZ-Archiv/Paul Götz


"Corona hat das Leben stark verändert und es gibt dafür keine Blaupause" machte die bayerische Staatsministerin Kerstin Schreyer beim Online-Neujahrsempfang der CSU Hilpoltstein klar. Die Pandemie sei wie ein Brennglas zum Beispiel für die Frage der Digitalisierung. Sie zeige, was plötzlich alles möglich sei und wo es noch Potenziale gebe. So hatten auch die Veranstalter mit einem ausgefallenen Streamingserver zu kämpfen und der Empfang konnte erst im Nachgang ins Netz gestellt werden.


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Die Corona-Pandemie, die Bayern seit knapp einem Jahr in Atem halte, war zwar nicht das zentrale Thema des Neujahrsempfangs der Hilpoltsteiner Christsozialen, schwang jedoch bei den allermeisten Aussagen mit. Bauministerin Schreyer sorgt sich beispielsweise um die Innenstädte, Wohnen wiederum sei die soziale Frage schlechthin – nicht nur in den Städten, sondern auch auf dem Land.

Mobil auch ohne Führerschein

Hier spiele die Anbindung eine wichtige Rolle. "Menschen sollen in ganz Bayern die Möglichkeit haben, in jeder Altersphase gut wohnen zu können." Es dürfe nicht angehen, dass man Lebenssituationen gegeneinander ausspiele. Der Freistaat Bayern investiere daher im laufenden Jahr 848,6 Millionen Euro in die Förderung von Wohnraum, davon profitiere auch das auf der Hilpoltsteiner Dorotheenhöhe geplante Projekt.

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Jeden Morgen nutzen tausende Pendler die Nürnberger S-Bahn. Vor mehr als 30 Jahren standen ihnen nur Regionalzüge – sie halten seltener als S-Bahnen – zur Verfügung. Als 1987 die erste Nürnberger S-Bahn-Linie in Betrieb ging, war das eine kleine Sensation, denn sie galt als Jahrhundertprojekt. Jahrelang war an den Plänen einer Schnellbahn für den Großraum Nürnberg gefeilt worden. Ein Rückblick.


"Wir müssen aber auch die 15- bis 25-Jährigen befragen, wie sie sich ihre Mobilität vorstellen", betonte die Ministerin mit Blick auf den öffentlichen Nahverkehr. Viele junge Menschen würden heute gar keinen Führerschein mehr machen und seien daher auf ein gutes Netz mit Bus- und Bahnverbindungen angewiesen.

So habe das Ministerium auch die Gredl von Roth nach Hilpoltstein als wichtige Strecke zur Erschließung des südlichen Landkreises im Blick. Bis Ende 2021 werde es auf der Strecke eine stündliche Verbindung geben, auch samstags und sonntags. Die Durchbindung der S2 aus Nürnberg sei ein weiteres wichtiges Thema und mit der ergebnisoffenen Untersuchung ein Schritt getan.

Im Dialog mit Landwirten bleiben

Der S-Bahn-Durchbindung widmete sich Hilpoltsteins CSU-Ortsvorsitzende Ulla Dietzel in ihren einleitenden Worten. Vor fünf Jahren haben man sich zusammen mit Ehrenamtlichen und Bahningenieuren im heutigen "Arbeitskreis S-Bahn 2030" auf den Weg gemacht und erste Überlegungen angestellt. Zuletzt habe man eine Machbarkeitsstudie des Büros TTK vorgestellt, das der Strecke eine günstige Prognose bescheinigt. Die Gredl-Strecke müsse dazu aber in das bestehende System integriert werden und dürfe keine Insellösung mehr sein. Der Kritik des Bauernverbands (wir berichteten) entgegnete die Vorsitzende des interkommunalen Arbeitskreises mit einem klaren Dialogangebot. Sie ist zuversichtlich, gemeinsam Lösungen finden zu können.


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Auch für den designierten Bundestagskandidaten und Rother Bürgermeister Ralph Edelhäußer liege der Fokus auf einer Taktungsverbesserung, die nur mit der Reduzierung der Überwege möglich sei. Alle aufzulösen sei keineswegs sinnvoll, aber es brauche den Dialog, was wo möglich sei. Schon seit Jahren bemühe sich die Stadt Roth um den Erwerb des Rother Bahnhofsgebäudes, um einer eventuellen Durchbindung der S-Bahn-Gleise den notwendigen Platz einzuräumen.

Rund die Hälfte aller Strecken, die die Bürger Bayerns zurücklegen, seien unter fünf Kilometer weit, betonte die Verkehrsministerin. Daher komme auch dem Radverkehr eine besondere Rolle zu.

Radschnellweg von Kelheim bis Bamberg

Beim Thema Radverkehr ging die Ministerin auch auf eine Frage des Hilpoltsteiner Altbürgermeisters und Kreisrats Helmut Neuweg ein, der als Radwegekoordinator des Landkreises eine Asphaltierung des Betriebswegs des Main-Donau-Kanals ins Gespräch brachte, um eine Radschnellverbindung von Kelheim über Nürnberg bis nach Bamberg zu ermöglichen.

Das bayerische Bauministerium dürfe hier jedoch nicht tätig werden, da es sich um eine Bundeswasserstraße handle. Den Kommunen stehe über den Bund aber ein Förderprogramm offen, so Schreyer.


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Wichtig sei jetzt, weiterhin zu investieren und die Wirtschaft zu stützen. Der Appell der Ministerin richtete sich vor allem an die Kommunen, es dem Freistaat gleich zu tun. Beide seien zwar von Finanzeinbrüchen betroffen, wo möglich aber gelte es Projekte umzusetzen und stabil zu bleiben, da man die Wirtschaft mit ihren Arbeitsplätzen brauche.

Die Frage des Vorsitzenden der Stadtratsfraktion, Christoph Raithel, ob denn mit zugesagten Zuschüssen für den Straßen- und Radwegebau gerechnet werden könne und ob die Finanzierung mit Landesmitteln zum Beispiel für Kindergartenbauten gesichert sei, beantwortete die Ministerin mit einem klaren Ja. "Für alles, wofür schriftliche Zusagen vorliegen, gibt es auch die Mittel!"

Südlich um Meckenhausen bauen

Raithel lenkte den Blick auf weitere kommunale Themen. So bezog er zur geplanten Umgehung um Meckenhausen Stellung: Die CSU-Fraktion spreche sich hier deutlich für eine ortsnahe Südvariante aus, da sie den Schwerverkehr aus Richtung Forchheim aufnehme und so die kritische "Wölfl-Kreuzung" entlaste.

Bauliche Maßnahmen an Staatsstraßen würden nicht immer von allen begrüßt, so Verkehrsministerin Schreyer. Ihr sei dabei vor allem die Einbindung der politischen Gremien vor Ort wichtig. Planungen müssen aber auch technischen Anforderungen genügen.

Der Frage eines Bürgers aus Marquardsholz, wie es sich mit der Kuppenabflachung am Kränzleinsberg verhalte und dass der "Ober" doch ohnehin den "Unter" steche, wollte Schreyer nicht gelten lassen. Der Stadtrat habe, so Raithel, im Gespräch mit dem Staatlichen Bauamt eine verträglichere und für alle Seiten tragbare Lösung erarbeitet, die nun zur Umsetzung komme.

Die Aufzeichnung des Neujahrsempfanges kann unter www.csu-hilpoltstein.de abgerufen werden.

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