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Hilpoltsteiner Wärmenetz steht auf dem Prüfstein

Ein Verantwortlicher muss her - Optimierungsmaßnahmen kosten um die 50 000 Euro - 14.09.2019 05:46 Uhr

Ein neuralgischer Punkt in Sachen Wärmeverluste ist das Hilpoltsteiner Stadtbad. Hier sei die deutliche Absenkung der Rücklauftemperatur im Netz notwendig, so die Expertenmeinung. © Foto: HiZ-Archiv


Das Wärmenetz der Stadt Hilpoltstein steht auf dem Prüfstand. Um gegen zunehmende Wärmeverluste etwas zu unternehmen, stellte Thorsten Meierhofer vom Institut für Energietechnik (IfE) an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden den Teil-Energienutzungsplan am Nahwärmenetz der Stadt Hilpoltstein in der jüngsten Stadtratssitzung vor.

In den Datenerhebungen des Nahwärmenetzes der Stadt sind seit einigen Jahren steigende Netzwärmeverluste zu beobachten. Hierzu wurde bereits im September 2016 durch die Firma N-ERGIE eine Netzuntersuchung mittels Leckwarnsystem und anschließend im März 2017 eine Thermografie zur Überprüfung des Leitungsnetzes durchgeführt. Dabei konnten allerdings keine Mängel oder Schäden am Nahwärmenetz festgestellt werden.

Um weitere Ursachen des Wärmeverlusts ausschließen zu können, war das Institut für Energietechnik (IfE) damit beauftragt worden, das gesamte Nahwärmenetz anhand vorliegender Betriebsdaten der vergangenen Jahre und einer Vor-Ort-Aufnahme der Übergabestationen zu prüfen und eine umfassende Analyse des Ist-Zustandes durchzuführen. Ein sogenannter Teil-Energienutzungsplan, zu 70 Prozent vom Bayerischen Wirtschaftsministerium gefördert, wurde erarbeitet.

Thorsten Meierhofer stellte dem Stadtrat das Ergebnis im Hinblick auf die Wärmeverluste im Nahwärmenetz der Stadt nun vor: "Wir haben jährlich rund 4000 bis 4500 Megawattstunden Wärmespeisung im Netz", berichtete er, "damit werden kommunale Liegenschaften und auch private Abnehmer versorgt, rund 20 Prozent der Wärme wird an Private weitergegeben."

Der Wärmepreis sei in den vergangenen Jahren konstant geblieben. Die Jahresgesamtkosten zur Versorgung der kommunalen Liegenschaften hätten sich in den Jahren 2011 bis 2013 mit 270 000 Euro pro Jahr deutlich reduziert.

Von 2011 bis 2015 sei ein kontinuierlicher Rückgang des Wärmeverbrauchs in den kommunalen Liegenschaften festzustellen, 2016 und 2017 sei der Verbrauch wieder etwas höher gewesen. "Die Kosten liegen in einer realistischen Größenordnung", versicherte Meierhofer. "Mit der Wärme aus der Hackschnitzel-Heizung kann eine günstige Versorgung mit wenig fossilem Kohlenstoffdioxid-Ausstoß realisiert werden." Man habe eine ökologische Energieversorgung.

Seitens der Stadt müsse ein technischer Verantwortlicher für das Wärmenetz ernannt werden, forderte Meierhofer. "Auch die Erarbeitung eines Gesamt-Hydraulikschemas ist notwendig, da in dieser Hinsicht nichts vorhanden ist" – auch das sollte die Stadt Hilpoltstein veranlassen. So sei im Stadtbad ein Austausch notwendig. Ziel: eine deutliche Absenkung der Rücklauftemperatur im Netz. Kurzschlüsse im Freibad müssten vermieden werden. Bei einer größeren Netzspeisung sei auch eine bessere Versorgungssicherheit der "letzten" Abnehmer nötig.

"Wir haben 85 bis 87 Grad Celsius Vorlauftemperatur und etwa 70 Grad Netzrücklauftemperatur, da sollten Optimierungsmaßnahmen eingeleitet werden", so der Experte weiter.

"Die Mitarbeiter waren mehrfach vor Ort, Optimierungsmaßnahmen werden wir nutzen", versicherte Bürgermeister Markus Mahl, "wir haben hohe Temperaturen im Netz, dadurch steigen die Verluste." Das Problem liege in den langen Rohrleitungen, gab Michael Greiner zu bedenken.

"Wir wissen, wo’s hapert", zog Markus Mahl ein Resümee, "nun liegt es an uns, in den nächsten drei bis vier Jahren Geld in die Hand zu nehmen." Harald Knauer wollte wissen, wie teuer die Optimierung sein werde, was Thorsten Meierhofer mit "etwa 50 000 Euro" beantwortete.

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