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Hilpoltsteiner wegen Totschlag vor Gericht

Gegenüber Vermieter und Polizei ausgerastet:Erst ein Schuss ins Bein stoppte rasenden Mann. - 30.06.2020 16:39 Uhr

Laut Anklage schlug er am 1. August 2019 mehrfach mit einem Stock auf seinen Vermieter ein, und konnte in seiner rasenden Wut auch nicht von mehreren Polizisten von weiteren Angriffen abgehalten werden. Erst ein gezielter Schuss in den Oberschenkel stoppte den Mann.

Versuchter Totschlag, gefährliche Körperverletzung, versuchte gefährliche Körperverletzung und ein tätlicher Angriff auf einen Vollstreckungsbeamten in einem besonders schweren Fall – die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft sind von enormer Wucht.

Doch was ihn an jenem 1. August trieb, erklärt der 49-Jährige zu Prozessbeginn nicht, er schweigt. Jedoch trägt der Staatsanwalt keine Anklage-, sondern eine Antragsschrift vor, die Strafverfolgungsbehörde geht davon aus, dass der Beschuldigte, ein Schlosser und Kampfkunstlehrer, nicht in der Lage war, das Unrecht seiner Tat einzusehen. Der Beschuldigte leidet an einer massiven paranoid-halluzinatorischen Schizophrenie.

Eifersucht möglich

An jenem Tag feierte der Vermieter im Dachgeschoss eines Mietshauses in Hilpoltstein kurz vor 19 Uhr seinen 70. Geburtstag – und in der Kellerwohnung zertrümmerte der Mieter (49) mit einem Kampfkunststock (63 Zentimeter lang, 330 Gramm schwer) das Mobiliar und das Schlafzimmerfenster samt Rollo. Eine mögliche Triebfeder: Eifersucht. Der tobende Mann witterte im Vermieter einen Nebenbuhler. Und der Umstand, dass seine Lebensgefährtin und deren Tochter dem Vermieter zum Geburtstag gratulierten, bestärkte ihn in seinem Verdacht.

Der Vermieter rief wegen der Randale die Polizei, der Kampfkunstlehrer drang in die Dachgeschosswohnung ein und misshandelte den 70-Jährigen schwer, mehrfach schlug er ihm mit dem Stock auf den Kopf. Polizeistreifen aus Hilpoltstein und Feucht rückten an, doch es gelang den Polizisten nicht einmal nach einem Warnschuss, den Mann zu beruhigen. Er drohte auch den Beamten mit seinem Kampfstock.

Nun will die Staatsanwaltschaft den Mann in einem forensischem Krankenhaus unterbringen.

lu

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