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Jahresrückblick 2020: Büchenbach konzentriert sich aufs Machbare

Abseits von Corona war doch einiges los - 28.12.2020 16:55 Uhr

Mit ausgelassenen Auftritten in der Öffentlichkeit war es nach dem Faschingszug ganz schnell vorbei. Die beliebten Feste und sonstige Veranstaltungen wurden nach dem Kehraus gestrichen.

28.12.2020 © Foto: Steffi Graff


Ein bunterer Gemeinderat, viele lustige Babysöckchen, ein exklusives Wohnungsangebot auf dem Dach des Rathauses, ein Gabenhäuschen am Dorfweiher, viele neue Tablets für die Schule, ein neuer Einsatzleitwagen für die Feuerwehr, der unermüdliche Kampf gegen die Südtrasse der P53, die Straßensanierung in den engen Wohnstraßen rund um den Siedlerplatz, der Bau des Dorfgemeinschaftshauses in Aurau – man kann wirklich nicht sagen, dass im zu Ende gehenden Jahr in Büchenbach 2020 nicht viel los gewesen wäre.

Ein Vorspann zum Jahresrückblick auf das Jahr 2020 ohne das meistgenannte Wort des Jahres – "Corona" - zu erwähnen. Ja, das geht, dann allerdings kommt‘s dicke: Denn natürlich hat das neuartige Virus namens SARS-CoV-2 mit allen seinen Folgen weltweit, also auch in Büchenbach, 2020 zu einem Ausnahmejahr gemacht. Mit weitreichenden Folgen vor allem für das öffentliche Leben.

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Seit dem Faschingskehraus im Februar hat in Büchenbach kein einziges der beliebten jährlichen Feste und keine größere öffentliche Veranstaltung mehr stattgefunden. Osterbrunnen, Zunft- und Kräutermarkt, Challenge, die Kirchweihen in Büchenbach und den Ortsteilen, Waldläufe und Sportfeste, Weiherfest, Kunstausstellung und Weihnachtsmarkt – alles abgesagt.

Auch der Festakt in der Partnergemeinde Németkér zur gemeinsamen Feier des Partnerschaftsjubiläums – gestrichen. Kein leichtes Jahr für die Vereine, die in diesem Jahr einen großen Teil ihrer Aktivitäten ruhen lassen mussten.

Durchdachtes neues Mosthaus 

Geschäftig ging es allerdings beim Obst- und Gartenbauverein zu, der seine erste Saison im neuen Mosthaus im Industriegebiet hinter sich gebracht hat. Der Verein hat viel Geld und Engagement aufgewendet, um dort die Bedingungen für die Mosterei zu perfektionieren.

Mit den neu gewählten Mitgliedern wurde der Gemeinderat weiblicher und grüner.

29.12.2020 © Stefanie Graff


Zum Jahresanfang hatte die Gemeinde sich noch am Beginn eines grandiosen Jahres gewähnt: Top-Haushaltszahlen, große Pläne. Schon das Verabschieden des Haushalts zog sich bis in den April. Da hatte der im März frisch gewählte Gemeinderat erstmals getagt. Und zwar nicht nur in neuer Besetzung, sondern auch unter ganz neuen Bedingungen: In der großen Schulaula statt im engen Sitzungssaal.

Mit Desinfektionsmittel, Masken und Abstand – all das, woran man sich im weiteren Verlauf des Jahres irgendwie gewöhnt hat. Auch wenn es nicht einfacher geworden ist, hinter Masken genuschelte Wortbeiträge zu orten und sich richtig zu verstehen.

Neue Lieblingsplätze im Gemeinderat

Im Laufe der Monate, bei sinkenden Außentemperaturen, Dauerzug und häufiger Lüftungsfrequenz haben vor allem die weiblichen Gemeinderatsmitglieder besondere Überlebensstrategien entwickelt: Keine Sitzung ohne Schals, Decken, Sitzkissen und dicke Wollsocken. Neue Lieblingsplätze gibt es auch: Die Sitzbänke über den Heizkörpern in der Aula.

Politisch hat die Kommunalwahl im März für Büchenbach durchaus bemerkenswerte Ergebnisse gebracht: Bürgermeister Helmut Bauz wurde mit fast 80 Prozent Stimmenanteil im Amt bestätigt und startete mit großer Rückendeckung in seine vierte Wahlperiode als Gemeindeoberhaupt. Der Gemeinderat indes hat deutlich an Farbe und Schwung gewonnen: Im Gremium spielt nach zwölf Jahren Pause Grün jetzt wieder eine Rolle.

Die Grünen haben mit drei Sitzen ein gewichtiges Stimmchen mitzureden und haben in den zurückliegenden Monaten gezeigt, dass mit ihnen zu rechnen ist: Sie hinterfragen, stellen Anträge, initiieren und haben damit trotz schwieriger Startbedingungen im Pandemiejahr einiges auf die Beine gestellt. So gibt es in Büchenbach jetzt zum Beispiel eine Bürgersprechstunde vor jeder Gemeinderatssitzung und einen Klimarat.

Gabenhäusle als Tauschbörse

In aller Stille hat sich ein kleines Häuschen hinter dem Rathaus etabliert: Das im Frühjahr aufgestellte "Gabenhäusle" ist zur kontaktlosen Tauschbörse für Dinge geworden, die die einen nicht (mehr) brauchen, andere aber dringend nötig haben. Ein schönes Beispiel für Gemeinschaftssinn in schwierigen Zeiten.

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Schön auch die Überraschung, die die Gemeindebürgerinnen und -bürger 60+ kurz vor dem Fest im Briefkasten gefunden haben: Eine Weihnachts-CD, auf der Büchenbacher für Büchenbacher musizieren.

Projekte, bei denen die neue und erste hauptamtliche Seniorenbeauftragte der Gemeinde Ariane Winter ihre Finger mit im Spiel hatte. Trotz schwieriger Startbedingungen im Februar, als sie ihr barrierefreies Büro im Rathaus bezogen hat. Rathaus zu, persönliche Kontaktaufnahme gerade auch zu den älteren Mitbürgern schwierig. Sie hat das beste aus der Situation gemacht und mit kreativen Aktionen dazu beigetragen, dass nicht nur etwas für die Zukunft passiert, sondern gerade jetzt ein gutes Miteinander der Generationen aufblühen kann.

Aktiver Seniorenbeirat

Im Herbst hat ein vielköpfiger neubesetzter Seniorenbeirat die Arbeit aufgenommen. Winters Aufruf an die Senioren zu Jahresbeginn, Babysöckchen als Geschenk für neugeborene Büchenbacher zu stricken, hat eingeschlagen: Bis die vielen liebevoll hergestellten Füßlinge alle ein neues Zuhause gefunden haben, wird der Klapperstorch noch einiges zu tun haben.

Die ersten Häuser im neuen Büchenbacher Baugebiet "Ehemalige Brennereien" sind schon bewohnt.

29.12.2020 © Stefanie Graff


Apropos: Der hat sich heuer in Büchenbach nicht blicken lassen. Obwohl ihm die Gemeinde eine so schöne Nisthilfe mit formidabler Aussicht aufs Rathausdach hat setzen lassen. Offenbar ist Meister Adebar der Einzige, der sich nicht um eine Wohnimmobilie in Büchenbach reißt. Denn ansonsten kann die Gemeinde nicht annähernd so viel Bauland aus dem Hut zaubern, wie Nachfrage besteht. Im Neubaugebiet "Ehemalige Brennereien" herrscht rege Bautätigkeit derer, denen es gelungen ist, ein Grundstück zu ergattern. Die ersten Häuser sind schon bewohnt.

Ob es an der Einzugs-Unentschlossenheit der Störche liegt, dass die örtliche Geburtenzahl 2020 deutlich unter denen der Vorjahre lag? Man weiß es nicht. Kita-Plätze wird es jedenfalls bald neue geben. Das BRK wird eine große Tagespflegeeinrichtung am Hans-Lederer-Weg bauen. Der Clou: Dort werden künftig nicht nur Kinder vom Krippen- bis zum Schulalter betreut, sondern unterm gleichen Dach auch Senioren. Der Bebauungsplan ist so gut wie fertig. 2021 soll es losgehen.

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Besondere Herausforderungen hatte 2020 für Schulen parat. Zeitweise Schulschließung, Distanz- oder Hybridunterricht – das hat auch die Büchenbacher Schulleiterin Sonja Steinberg und ihr Team ins Schwitzen gebracht. Und mit ihr Verwaltung und Gemeinderat, die aufgerufen waren, die digitale Technik anzuschaffen, die lange ersehnt und dann urplötzlich dringend notwendig geworden war.

Mittlerweile ist das Gros der Technik angekommen und in Benutzung. Die personalisierten iPads sind für Distanzunterricht in den ersten und zweiten Klassen im Einsatz. Das Feedback von Eltern und Lehrkräften sei positiv, berichtet Schulleiterin Sonja Steinberg.

Gemeinsam gegen P53

Auch Büchenbach wandte sich gegen die Stromleitungstrasse P53.

29.12.2020 © Stefanie Graff


Ebenso ge- wie entschlossen zeigte man sich, was die Ablehnung der geplanten Südtrasse der P53 angeht. Die sehr aktive Bürgerinitiative hat es geschafft, einen fraktionsübergreifenden Schulterschluss des Gemeinderats zu einem strikten "Nein zur P53" zu schließen. Auch die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden kämpfen gemeinsam.

Viel Geld ist auch 2020 im Boden vergraben worden. Für Abwasserbeseitigungsanlagen, Erschließungsarbeiten, Straßen- und Wegebau hat die Gemeinde einen großen Teil ihrer Investitionsmittel ausgegeben. Eine Großbaustelle hat sich auf engstem Raum am Siedlerplatz peu à peu vorgearbeitet. Dort gibt es jetzt eine erhöhte Sitzgelegenheit und Infotafeln mit Wissenswertem zur Ortsgeschichte.

Aus für zwei Kläranlagen

Was die Abwasserbeseitigung angeht, sind wichtige Entscheidungen gefallen. Büchenbach wird in naher Zukunft keine eigene Kläranlage mehr betreiben, sondern sich an das Rother Klärwerk anschließen. Sowohl die Anlage am Rande des Kernorts als auch die in Aurau werden stillgelegt und rückgebaut. Da gab es 2020 viel zu planen und zu entscheiden.

Bald fertig: Das neue Dorfgemeinschaftshaus in Aurau

29.12.2020 © Stefanie Graff


In Aurau dagegen ist endlich in die Höhe gewachsen, was man sich dort schon lange wünscht. Das Dorfgemeinschaftshaus steht und wird noch innen ausgebaut. Die Fertigstellung ist für das erste Quartal 2021 geplant.

Auch wenn man sich natürlich möglichst wenig Einsätze wünscht, so freut sich die Feuerwehr dennoch sehr über ihr funkelniegelnagelneues Einsatzleitfahrzeug, das im Oktober offiziell in Betrieb genommen worden ist. Der betagte Vorgänger bekommt jetzt doch noch eine zweite Chance in einer Ortsteilwehr.

Neues Schulgebäude des Montessorivereines

Still war es 2020 um die Pläne des Montessorivereins geworden, hinter der Turnhalle ein neues eigenes Schulgebäude zu bauen. Hinter den Kulissen scheint aber doch einiges vorwärts gegangen zu sein. "Nächstes Jahr soll es losgehen", berichtete Bürgermeister kurz vor Jahresschluss.

Daran schließen sich dann Aufgaben an, die wiederum die Gemeinde erledigen muss: Die Neugestaltung der Außenanlagen der Turnhalle samt neuem Parkplatz, Freifläche vor dem Portal der Halle und Verlegung der Ortsverbindungsstraße nach Rothaurach.

Hoffen auf 2021

Erst aber heißt es zu schauen, wie tief die finanziellen Einschläge sind, die die Gemeinde in Folge des Corona-Jahres zu verkraften hat. Gleich im Januar will Kämmerin Martina Hechtel Konkretes vorlegen. Während die gemeindliche Haushälterin auf viele positive Zahlen hofft, wird hier wie überall viel davon abhängen, ob sich die Zahl der Infektionen, Kranken und Toten mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung endlich dauerhaft in den Griff bekommen lassen.

In Büchenbach hatte es seit März bis Mitte Dezember gut jeden hundertsten Einwohner mit einem positiven Testergebnis erwischt. Die Hoffnung, dass auf das Jahr 2020 mit seinen vielen Einschränkungen und Schicksalsschlägen ein Jahr folgt, das leichter und freundlicher wird, eint Büchenbach mit dem Landkreis und der Welt.

STEFANIE GRAFF

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