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Jüngster Kandidat der CSU-Geschichte in Röttenbach

Der 31-Jährige Christian Riedl will Bürgermeister in der Gemeinde werden. - 21.12.2019 17:08 Uhr

Auf einen Blick die 16 CSU-Kandidaten für den Gemeinderat mit Bürgermeisterkandidat Christian Riedl (vordere Reihe Mitte), flankiert von Roths Bürgermeister Ralph Edelhäußer und zweitem Gmünder Bürgermeister, Kreisrat Georg Schiffermüller. © Foto: Alois Osiander


Zu Beginn seiner Vorstellung betonte Riedl, dass er keinen Wahlkampf mit Anfeindungen oder Verunglimpfungen führen will, sondern Wahlwerbung für seine Ideen. Dafür erntete der 31-Jährige ungeteilten Beifall. Mit seiner Frau Melissa und den Kindern Felix und Tina bewohne er sein "Häuschen" in Oberbreitenlohe, erklärte Riedl. Dort sei er als "Sandwichkind" mit seinen drei Geschwistern Martin, Matthias und Marie aufgewachsen. Neben seinem Amt als Gemeinderat, zu dem er mit 25 Jahren gewählt worden sei, engagiere er sich bei der Feuerwehr und als Elternbeirat im Kindergarten.

Nach der Mittleren Reife habe er das Schreinerhandwerk erlernt und mit 22 Jahren die Meisterprüfung absolviert. Bald sei er in einer Möbelfabrik als Abteilungsleiter für die Produktion verantwortlich geworden. Als Grund, weshalb er trotz eines Berufes, in dem er "aufgeht", Bürgermeister von Röttenbach werden will, nannte Christian Riedl vor allem zwei Motive: "Erstens habe ich Freude am Umgang mit Menschen" und zweitens traue er sich zu, die Gemeinde Röttenbach an verantwortlicher Stelle weiter zu entwickeln und zu gestalten. Seit drei Jahren habe er dazu Schulungen und kommunalpolitische Seminare besucht.

Demografischen Wandel managen

Auf den im Januar stattfindenden Versammlungen in allen Ortsteilen will der Kandidat seine kommunalpolitische Agenda der Öffentlichkeit vorstellen. Angesichts der knapp bemessenen Redezeit beschränkte er sich bei der Nominierungsversammlung auf die Darstellung von gewichtigen "kommunalpolitischen Herausforderungen" der künftigen Gemeinderatsperiode: "Wir müssen in unserer Gemeinde miteinander den demografischen Wandel managen. Es geht dabei um die Schaffung eines positiv angemessenen Lebensumfelds für Alt und Jung."

Das Augenmerk müsse bei diesem Anliegen auf den Erhalt der Schule und auf die Angleichung der Krippen- und Kindergartenplätze an die Siedlungsentwicklung gelegt werden. In der Vergangenheit seien immer mehr Bauplätze ausgewiesen worden, ohne dass die Infrastruktur mitgewachsen sei: "Dieses Versäumnis holt uns jetzt ein und wird uns noch sehr viel Geld kosten."

Des Weiteren müssten Strategien entwickelt werden, wie die Senioren der Gemeinde möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können. Bei dem Projekt "Wohnen für ALLE" bestünden bislang viele ungelöste Probleme, aber noch viel wichtiger sei die Schaffung von Angeboten für Tagespflege und Tagesbetreuung in der Gemeinde. Ein entschiedenes Ja sprach Riedl für den Dorfladen aus, den man genauso wie den Metzger und andere Geschäfte zur fußläufigen Versorgung mit dem täglichen Bedarf benötige. Wenngleich sich der Dorfladen wirtschaftlich nur schwer trage, sei er auch als "soziale Einrichtung" unverzichtbar und müsse notfalls mit Subventionen gesichert werden.

Als weitere "Herausforderung der nächsten Jahre sieht Riedl die Verkehrsinfrastruktur in der Gemeinde. Täglich seien viele Bürger auf dem Weg nach Georgensgmünd zu Einkaufsmärkten, Schule, Hallenbad, Ärzten und Arbeitsplätzen. Deshalb sei eine "zumutbare, sichere Verkehrsanbindung durch Fuß-Radwege und Busse zum Nachbarort unabdingbar. Man werte dabei Gmünd nicht als Konkurrenten, sondern als "strategischen Partner".

Bürgerideen einfließen lassen

Als Zukunftsschwerpunkt liegt Riedl nach eigenen Angaben die "richtige Baulandpolitik" am Herzen: Durch einen starken "Siedlungsdruck aus dem Ballungsraum Nürnberg" seien die Röttenbacher Baulandpreise in den letzten sechs Jahren um 40 Prozent bis auf 190 Euro pro Quadratmeter "explodiert". Hier gelte es, Ideen zu entwickeln, dass die eigenen jungen Mitbürger nicht zu "neuen Heimatvertriebenen" werden, wenn sie sich ihr Häuschen im Ort nicht mehr leisten könnten.

Zum Abschluss erklärte Riedl sein Verständnis einer guten Amtsausübung des Bürgermeisters. Seine Devise lautet: "Sich selbst nicht so wichtig nehmen, aber trotzdem mit überlegtem Engagement und Mut die Aufgaben eines Bürgermeisters erfüllen!" Die Gemeinde Röttenbach weiter zu entwickeln, sei eine gemeinschaftliche Aufgabe. Es dürfe nicht sein, dass Entscheidungen nur "im stillen Kämmerlein" oder in kleinem Zirkel einer exklusiven Fraktion gefällt und Ideen und Vorschläge anderer Gemeinderatsgruppen ignoriert würden. Riedl versicherte. "Sollte ich gewählt werden, werde ich das Amt des Bürgermeisters überparteilich anpacken und die Fraktionen FW und SPD genauso aktiv in die Arbeit einbinden wie meine CSU-Fraktion, denn für mich gibt es keinen Gemeinderat erster und keinen Gemeinderat zweiter Klasse." Bürgerbeteiligung werde zudem groß geschrieben: "Ich will die Wünsche der Bürger in meine tägliche Arbeit mit aufnehmen und deren Ideen in die Beratungen mit einfließen lassen."

Nach seiner Kür zum Kandidaten konnte sich Riedl über viele Gratulanten freuen. Roths Bürgermeister Ralph Edelhäußer und Georgensgmünds zweiter Bürgermeister und Kreisrat Georg Schiffermüller sicherten ihm als "Nachbarn" gute Partnerschaft mit Röttenbach zu.

Die CSU-Kandidaten für den Gemeinderat im Überblick:

1. Christian Riedl

2. Michael Kauschka

3. Anton Schmidtlein

4. Alfred Knäblein

5. Andrea Lang

6. Oskar Merlein

7. Michael Gerstner

8. Julian Kurzböck

9. Michael Heinrich

10. Erika Kauschka

11. Martin Mühl

12. Martin Dinkel

13. Rupert Rückert

14. Jürgen Sewe

15. Markus Horndasch

16. Thekla Singer

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