Kampfgeist und Nervenstärke

23.2.2020, 17:56 Uhr
Kühler Kopf und ungebrochener Kampfgeist. Nach zwei heillos unterlegenen Sätzen schob Dennis Dickhardt die Verzweiflung beiseite und machte aus dem Rückstand einen von vier Fünf-Satz-Siegen.

Kühler Kopf und ungebrochener Kampfgeist. Nach zwei heillos unterlegenen Sätzen schob Dennis Dickhardt die Verzweiflung beiseite und machte aus dem Rückstand einen von vier Fünf-Satz-Siegen. © Archivfoto: Salvatore Giurdanella

Das hohe Ergebnis ist nicht unbedingt Ausdruck totaler Hilpoltsteiner Überlegenheit, sondern unterstreicht den Kampfgeist und die Nervenstärke der Gäste. Von den sechs Begegnungen, die erst im fünften Satz entschieden wurden, gewann der TV vier. Dazu kamen zwei Vier-Satz-Siege. So kamen die Mittelfranken auf erstaunliche 22:16 Satzgewinne, obwohl sie im Ballverhältnis mit 344:353 knapp unterlegen waren. "Das war so eng, so knapp, so eine gute Leistung von beiden, das hätte auch andersrum ausgehen können", brachte es TV-Manager Bernd Beringer auf den Punkt.

Die Maßnahme der Mainzer, erstmals den 17-jährigen Shootingstar Nikhil Kumar einzusetzen, aber nur in den Einzeln, wurde neutralisiert. Der Amerikaner steuerte zwei mehr oder minder mühsame Siege gegen Alexander Flemming und David Reitspies bei, doch dafür machten die Hilpoltsteiner in den Doppeln, zuletzt gegen Saarbrücken eine Schwachstelle, die volle Beute: Francisco Sanchi und Alexander Flemming ließen sich von Simon Berglund und Maciej Kubik zwar eine 2:0-Führung abnehmen, waren aber im Entscheidungssatz 11:8 wieder voll da. Etwas spannender machten es David Reitspies und Dennis Dickhardt, die gegen Cedric Meissner und Simon Soderlund nach 1:2-Rückstand ausglichen und mit einem 11:9 auf 2:0 erhöhten.

Der in den Doppeln geschonte Nikhil Kumar hatte seine liebe Mühe, gegen Alexander Flemming in Fahrt zu kommen. Der Hilpoltsteiner Käptn gewann die ersten beiden Sätze knapp und war nach 5:1 dicht dran am 3:0. "Doch dann war auf einmal der Stecker gezogen", schildert Beringer die Situation. Flemming verlor noch 9:11 und machte in den nächsten beiden Sätzen fast keinen Stich. Die Befürchtung, dass die Hilpoltsteiner Führung den Bach runter gehen würde, wurde nicht wahr. Zum einen landete David Reitspies gegen Simon Berglund den ersten Vier-Satz-Sieg. Zum anderen zeigte das hintere Paarkreuz Zähne gegen favorisierte Mainzer.

Dabei war Dennis Dickhardt nach zwei chancenlosen Sätzen gegen Maciej Kubik drauf und dran aufzugeben. Doch dann bekam er den Kopf frei, hat wieder an sich geglaubt und die Partie noch gedreht – bei 11:9 im fünften Durchgang mit eisernen Nerven. Francisco Sanchi war gegenüber seiner jüngsten Vorstellung nicht wiederzuerkennen. Vier Sätze benötigte er gegen Cedric Meissner, wobei es fast auch drei getan hätten.

Beim Siegpunkt zum 6:1 machte Alex Flemming seinen ersten Auftritt wett. Beim 3:2 über Simon Berglund holte er einen 0:2-Rückstand auf und machte mit 14:12 den Punkt. Damit war die Luft aus der Spitzenbegegnung raus. Hier drehte Nikhil Kumar auch gegen David Reitspies einen 0:2-Rückstand in einen Sieg.

Für Beringer bedeudet die Vorstellung einen Schub für die beiden ausstehenden Heimspiele. Das nächste steht am 8. März gegen Borussia dortmund auf dem Programm. Mit Kunstrad-Weltmeisterin Milena Slupina im Showteil: "Das wird zusätzliche zuschauer rekrutieren."

FSV Mainz – TV Hilpoltstein 2:6. Simon Berglund/Maciej Kubik - Francisco Sanchi/Alexander Flemming 5:11, 10:12, 11:6, 11:3, 8:11; Cedric Meissner/Simon Soderlund - David Reitspies/Dennis Dickhardt 9:11, 11:7, 6:11, 11:7, 9:11; Nikhil Kumar - Alexander Flemming 10:12, 9:11, 11:9, 11:3, 11:2; Simon Berglund - David Reitspies 6:11, 9:11, 11:6, 9:11; Maciej Kubik - Dennis Dickhardt 11:3, 11:5, 7:11, 6:11, 9:11; Cedric Meissner - Francisco Sanchi 8:11, 5:11, 12:10, 6:11; Nikhil Kumar - David Reitspies 8:11, 9:11, 11:9, 11:7, 11:8; SimonBerglund - Alexander Flemming 11:6, 11:5, 10:12, 6:11, 12:14.

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