Nordmanntanne gefällt

Kaniber eröffnet Christbaumsaison in Sindersdorf

19.11.2021, 17:00 Uhr
Damit hier keine fake news verbreitet werden: Eigentlich übernahm Landtagsabgeordneter Volker Bauer ja das Fällen des ersten Christbaums der Saison. Aber fürs Pressefoto griff die Ministerin auch gern selber zur Säge.

Damit hier keine fake news verbreitet werden: Eigentlich übernahm Landtagsabgeordneter Volker Bauer ja das Fällen des ersten Christbaums der Saison. Aber fürs Pressefoto griff die Ministerin auch gern selber zur Säge. © Tobias Tschapka, NN

Natürlich durfte aus gegebenem Anlass auch der Vorsitzende des Vereins "Bayerische Christbaumanbauer", Thomas Emslander, nicht fehlen. Der freute sich, dass es nach einem Jahr Pause endlich wieder einen offiziellen Termin gab. Man habe ja auch die Amtszeit der Christbaumkönigin um ein Jahr verlängert, weil eben die meisten Termine im vergangenen Jahr ausgefallen waren.

Raus aus dem Homeoffice

"Ich bin sehr froh, dass ich mein Amt nicht länger nur aus dem Homeoffice und über die Sozialen Medien ausüben muss", freute sich die Christbaumkönigin Andrea Meier aus Markt Indersdorf, die übrigens die Erste ihres Amtes ist.

Michael Gerner stellte seinen Gästen den Betrieb vor, der von drei Generationen bewirtschaftet werde. Sein immer noch aktiver Vater hätte 1990 die Idee zum Christbaum-Anbau gehabt, zunächst nur auf einem Hektar. Damals hatte man ganz klassisch noch Ackerbau mit Schweine- und Kühehaltung betrieben, und war auf der Suche nach einem neuen Standbein. Die Idee habe sich durchgesetzt: Seit 2005 werde hier selbst produziert "und eines der größten Highlights für unsere Kunden ist die Möglichkeit, den eigenen Weihnachtsbaum selber zu sägen", so Gerner.

Visionen wie diese wären es, die einen Familienbetrieb à la Gerner zu einem innovativen Unternehmen machen würden, lobte Forstministerin Kaniber. "Sie sind ein wunderbares Beispiel für die Diversifizierung eines früher rein landwirtschaftlichen bayerischen Betriebes", zumal die Gerners an der Autobahn ja auch noch ihr Schocolat-Café betreiben, lobte Kaniber die breite Aufstellung des Dreigenerationenbetriebs.

"Umso mehr freue ich mich, heute diesen für mich schönsten Termin des Jahres bei ihnen begehen zu dürfen", so Kaniber. Aber auch auf alle anderen bayerischen Christbaumerzeuger sei sie sehr stolz, immerhin würden sich mittlerweile rund 80 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher für einen Baum aus Bayern entscheiden.

Das Siegel "Geprüfte Qualität – Bayern" garantiere unter anderem, dass die Bäume während der vergangenen drei Jahre nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt und frühestens am 10. November geschnitten worden seien. "Wer auf einen bayerischen Christbaum zurückgreift, kann also auch etwas für das Klima tun."

Mondphase stimmt genau

Apropos Klimawandel: Die Bayerische Staatsregierung unternehme größte Anstrengungen, die Wälder im Freistaat klimafest aufzustellen. "Es ist für uns eine Herzensangelegenheit grundsätzlicher Art, Bayerns grüne Lunge zu schützen und zu schonen", betonte Kaniber. Für das kommende Haushaltsjahr habe man 96 Millionen Euro für Bayerns Wälder veranschlagt – "es werden weder Kosten noch Mühen gescheut".

Anschließend durfte die Forstministerin zur Tat schreiten und den ersten Baum der Saison fällen. Streng genommen übernahm den schweißtreibende Part der Landtagsabgeordnete Volker Bauer (CSU). Aber für das Pressefoto nahm Kaniber gerne auch selbst die Säge in die Hand. Bei dem Baum handelte es sich um eine Nordmanntanne, "nach wie vor der Trendbaum für das Weihnachtsfest", sagte Gerner. Und laut Emslander sei dieser Baum sowieso ein ganz besonderer, da es sich um einen "Mondphasenbaum" handle.

"Wenn ein Christbaum kurz vor dem elften Vollmond des Jahres geschlagen wird, hält er praktisch ewig", ist Emslander überzeugt, der aber auch seine Hoffnung zum Ausdruck brachte, dass man heuer "durchverkaufen" könne. "Aufgrund des Lockdowns hatten wir vergangenes Jahr Umsatzeinbußen von bis zu 50 Prozent", so Emslander. Er forderte daher, dass die Politik "alles tun muss, damit so was nicht noch einmal passiert".