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Kitas und Grundschulen: So lief der erste Tag nach dem Lockdown

Seit Montag sind Grundschulen und Kitas wieder geöffnet. Wechselunterricht und häufiges Lüften. - 22.02.2021 18:00 Uhr

"Ich bin froh, dass die Kinder wieder da sind", sagt Brigitte Fürbeth (li.), die Leiterin der Kindertagesstätte St. Martin in Schwabach.

22.02.2021 © Günther Wilhelm


Nach dem monatelangen Lockdown haben gestern neben den Grundschulen auch die Kitas wieder geöffnet. Voraussetzung ist in der jeweiligen Kommune eine Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100. Das ist im Landkreis Roth und in Schwabach der Fall, obwohl in den vergangenen Tagen die Werte wieder gestiegen sind.

"Arche Noah"

Auch der Hilpoltsteiner LBV-Kindergarten "Arche Noah" öffnete gestern wieder seine Pforten. "Papa, ist Corona jetzt vorbei?", fragt die vierjährige Josepha ihren Vater angesichts der für sie überraschend vielen Kinder, die von ihren Eltern am Morgen dort abgegeben wurden. Kein Wunder, denn während der Notbetreuung in den vergangenen Wochen traf sie in ihrem Kindergarten nur wenige Spielkameradinnen- und -kameraden an.

Hereinspaziert: Wie die „Arche“ in Hilpoltstein haben am Montag viele Kitas wieder ihre Pforten geöffnet. Vorausgesetzt der Inzidenzwert liegt unter 100.

22.02.2021 © Foto: Tobias Tschapka


Nun, diese Frage konnte der Papa leider nicht bejahen. Auch die Mund- und Nasenmasken aller Eltern und Erzieherinnen deuten nicht auf ein Ende der Pandemie hin. Aber immerhin bedeutet die Öffnung der Kindertageseinrichtungen sowohl für die Kinder als auch für die Eltern einen lang ersehnten Schritt Richtung Normalität.

Kita St. Martin

"Die Kinder strahlen und hüpfen, sie freuen sich, dass sie wieder da sein dürfen. Und das freut mich sehr", sagt Brigitte Fürbeth, die Leiterin der evangelischen Kindertagesstätte St. Martin in Schwabach. "Und die Eltern sind auch erleichtert. Wenn man Schulkinder im Homeschooling und kleine Kinder zu Hause betreuen muss, dann ist das schon nicht einfach. Manche Eltern sind am Ende."

Allerdings: Ein "gewisses Zittern" bleibt. Die weitere Entwicklung der Pandemie ist nicht vorherzusehen. "In Nürnberg ist die Inzidenz wieder über 100", blickt Brigitte Fürbeth besorgt in die Nachbarstadt. Schwabach liegt bei über 70. Droht schon wieder die nächste Schließung? Brigitte Fürbeth mag gar nicht daran denken: "Dieses Hin und Her, das zermürbt."


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Zunächst aber freut sie sich über den Neustart. Von den 52 Kindern in den zwei Kindergarten- und der Krippengruppe sind 40 gekommen. Das sei eine Quote im normalen Rahmen. Einige wenige Eltern hätten ihr auch gesagt, dass sie ihr Kind sicherheitshalber weiter daheim lassen. "Aber das ist die Ausnahme", so Brigitte Fürbeth.

Vorsichtsmaßnahmen führen zum "eingeschränkten Regelbetrieb". Das heißt konkret, dass Eltern nicht in die Kita kommen, sondern ihre Kinder an der Tür abgeben. Das Team achtet dann darauf, dass die einzelnen Gruppen getrennt bleiben. So gut es irgend geht: "In den Randzeiten zwischen 7 und 7.30 Uhr ist das schwierig, aber ab 8 Uhr ist jedes Kind in seiner Gruppe", so die Leiterin. Klar ist auch, dass alle Erzieherinnen Maske tragen.


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Ein unlösbares Problem aber ist der Abstand innerhalb der Gruppen. "Wie soll man ein Krippenkind mit 1,5 Meter Abstand wickeln? Oder auch mal trösten. Mit Abstand geht das nicht", sagt Brigitte Fürbeth.

Schwingt da ein wenig Angst mit? "Ich fühle mich sicher", betont sie. Hoffen auf die Impfung? "Die Stimmung ist geteilt. Eine Mehrheit würde sich sofort impfen lassen", erklärt Brigitte Fürbeth. "Aber noch ist Kita-Personal ja nur in Priorität drei. Mal sehen, ob das so bleibt."

Luitpoldschule Schwabach

Sitzen mit Abstand und alle 20 Minuten durchlüften: Das ist in den Schulen, wie in der Luitpoldschule in Schwabach, selbstverständlich. Ebenso wie der Wechselunterricht.

22.02.2021 © Foto: Günther Wilhelm


Szenenwechsel: Von der Kita in die Grundschule. Der kleine Stimmungstest in der Luitpoldschule könnte klarer nicht sein. Wer freut sich, dass er wieder zur Schule kann? In der dritten Klasse von Julia Warenhöfer schnellen alle Arme nach oben.

"Der Start war gut", sagt Rektorin Silke Blomeyer. Was nicht heißt, dass es einfach ist. Um die Abstände in den Klassenzimmern einhalten zu können, gibt es Wechselunterricht – und zwar in neuer Form: Gewechselt wird zwischen Schule und Lernen daheim nicht wöchentlich, wie beim ersten Lockdown, sondern tageweise. "Damit sind wir einfach näher dran an den Kindern", erklärt Silke Blomeyer.


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Am besten wäre natürlich der Präsenzunterricht für alle. Aber Immerhin: "Für Grundschüler ist der Wechselunterricht besser als der Distanzunterricht", ist Silke Blomeyer überzeugt. "Ich bin froh, dass die Kinder wieder da sind."

In der Schule gilt Maskenpflicht für Lehrer und Schüler, alle 20 Minuten wird gelüftet. "Das geht richtig gut", so die Rektorin. Das einzige kleine Problem: "Innen ist es so frisch wie draußen. Manche Kinder waren wegen der Sonne schon etwas zu sommerlich angezogen."

TOBIAS TSCHAPKA, GÜNTHER WILHELM pg

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