Freitag, 21.02.2020

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Kostümverleih Streb: Damit andere Fasching feiern können

Der Rother Traditionskostüm-Verleih feiert ein Doppeljubiläum - 09.02.2020 06:20 Uhr

Brigitte Streb (li.), ihre Tochter Petra und Enkelsohn Simon Fischer stoßen im prall gefüllten Kostümkeller mit einem Gläschen Sekt auf ein Doppeljubiläum an. © Foto: Marco Frömter


Eigentlich hätten die Sektkorken bereits 2019 knallen sollen. "Wir befinden uns schon im 66. Jahr", so Streb. Die Jubiläumsfeier wurde kurzerhand verschoben, um auch das 100-Jährige gebührend zu würdigen.

Als junges Mädchen sei’s Brigitte Streb ein regelrechter Graus gewesen, wenn die Faschingszeit eingeläutet wurde: "Meine Mutter war rund um die Uhr für ihre Kunden da." Selbst beim Mittagessen hätte sie sich keine Pause gegönnt, sofern Kundschaft vor der Tür stand: "Das hat mich ganz schön genervt."

Dennoch führte Brigitte Streb den Kostümverleih fort, den sie bis heute mit Herz und Seele betreibt. Sie habe mittlerweile die Ladenöffnungszeiten "optimiert", doch Fasching feiert die Familie Streb selbst nur wenig. Wie auch? "Es kommen ja ständig Leute zu uns", freut sich Brigitte Streb. So seien die Wochenenden während der närrischen Zeit stets ausgebucht: "Da wird gewaschen und gebügelt." Lediglich den einen oder anderen Faschingsumzug besuche man.

In Veitshöchheim vertreten

Was nie ausgelassen wird, ist das große Faschings-Highlight "Fastnacht in Franken". Selbige werde obligatorisch auf dem heimischen Bildschirm verfolgt. "Live" seien die Strebs dort aber niemals anzutreffen, meint Brigitte Streb. Obwohl das nicht so ganz stimmt: "Wir sind da mit unseren Kostümen vertreten", so Streb.

Ein Geheimtipp ist der Kostümverleih in Roth also längst nicht mehr. "Zu uns kommen Faschingsbegeisterte bis aus Weiden oder Ingolstadt." Selbst von Menschen aus anderen Bundesländern werde man aufgesucht. Seitens der Stadt Roth haben die Strebs im Hinblick auf ihr besonderes Engagement bereits eine "Ehrenurkunde für Brauchtumspflege" überreicht bekommen.

Tatkräftige Unterstützung erhält Brigitte Streb von ihrer Tochter Petra. Die sei genauso in den Laden hineingewachsen wie Enkelsohn Simon Fischer. Der könne sich übrigens gut vorstellen, den Verleih eines Tages fortzuführen. "Noch ist es ein Hobby, die Tradition soll aber weiterleben."

Steampunk auch im Fasching in

Für den 22-Jährigen geht es also nicht nur ums Verleihen. Heuer habe er etliche Kostüme selbst entworfen – und das mit Erfolg. Da wäre etwa sein "Steampunk"-Outfit. Diese Mischung aus futuristisch anmutenden Klamotten und alten, abgewetzten Accessoires sei "der absolute Renner", beteuert Simon Fischer. Nahezu die komplette Ausstattung wäre bereits verliehen beziehungsweise reserviert.

Von den Ideen ihres Enkels ist Brigitte Streb somit "mehr als begeistert", klar. Doch das Zepter wolle sie so schnell nicht aus der Hand geben: "Ich mach’ weiter, so lange ich kann." Strebs Mutter stand immerhin bis ins stolze Alter von 85 Jahren fürs Narrenvolk zur Verfügung...

Marco Frömter E-Mail

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