Dienstag, 22.10.2019

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Machbarkeitsstudie: Rother Hallenbad schlägt Wellen

Ein Interview mit dem Stadtbaumeister - 10.10.2019 06:02 Uhr

Ein Hallenbad für Roth könnte Wirklichkeit werden. Und vielleicht gibt es sogar irgendwann ein Nachtschwimmen wie hier im Gredinger Hallenbad. . . © Foto: Jürgen Leykamm


Nachdem der Wunsch immer wieder besprochen, verworfen oder mit Alternativen bestückt wurde, steht der Bau eines Bades jetzt erneut auf der Tagesordnung. Im Bauausschuss wird heute über eine Machbarkeitsstudie diskutiert. Wir sprachen vorab mit Stadtbaumeister Wolfgang Baier.

Herr Baier, das Hallenbad ist seit Jahrzehnten Thema in der Stadt. Welche Hürde wurde jetzt beseitigt, damit eine Studie überhaupt angegangen werden kann?

Wolfgang Baier (54) ist seit Januar 2019 als Nachfolger von Lydia Kartmann Stadtbaumeister in der Kreisstadt Roth. Zuvor war der Bauingenieur als Stadtbaumeister in Helmbrechts in Oberfranken tätig. © Foto: Carola Scherbel


 Man hat sich ja in den vergangenen Monaten über Standorte Gedanken gemacht, das wird auch Thema in der Novembersitzung des Stadtrates sein. Dann geht es aber zunächst darum, ein Raumprogramm zu fixieren – die Möglichkeiten reichen von Lehrschwimmbecken bis Spaßbad. Mehrheitlicher Tenor ist dabei schon, dass ein Spaßbad ausscheidet.

 

Ist das auch Ihre Meinung?

Ja, das ist auch meine Meinung. Ich hatte in Helmbrechts schon mal das Vergnügen, ein Bad zu bauen, ich weiß also sozusagen, wie’s geht. Sinnvoll wäre ein 25-Meter-Becken, eventuell mit einem Hub-Boden. Und dann sollten wir überlegen, was wir noch dazufügen, um mehr Spaßcharakter zu erreichen. Zum Beispiel eine kleine Saunalandschaft. Aber es kann nicht später nach dem Motto gehen: "Darf’s noch ein bisschen mehr sein?" Denn jedes einzelne Modul kostet auch mehr. Erster Schritt ist also, das Raumprogramm festzuzurren. Danach schauen wir uns die beiden möglichen Standorte am Freizeitbad und am Schulzentrum an. Wo geht es? Wo geht es nicht. Mit Bürgermeister und Fraktionen wurde darüber auch schon gesprochen.

 

Bedeutet ein Ja des Stadtrates zum Auftrag für diese Studie denn auch, dass ein Bau tatsächlich Aussicht auf Verwirklichung hat?

Ja. Wenn die Grundlagen gelegt sind, wird über das Wohin entschieden, und dann geht es darum, was es kostet. Allerdings braucht das Projekt schon noch viel Zeit. Vielleicht können wir in einem Jahr in die Planung einsteigen und ab 2021, nein, eher 2022 an die Umsetzung gehen. In Helmbrechts hat es von 1996 bis 2002 gedauert, bis das Bad dann wirklich fertig war.

 

Nimmt das Projekt jetzt vielleicht deshalb Fahrt auf, weil sich das Image der Stadt ändern soll und immer öfter von der Sportstadt die Rede ist?

Hm, das wird unterschiedlich diskutiert und ich kann und will der Findung einer für Roth spezifischen Stadtmarke nicht vorgreifen. Aber auch in den Nachbargemeinden werden zurzeit Bäder gebaut oder gemeralsaniert. Man muss auf jeden Fall beachten, dass der Betrieb eines öffentlichen Bades immer defizitär ist.

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Was darf es denn kosten?

Das kann ich leider nicht beantworten. Dafür gibt es noch überhaupt keine Zahlen. Um das besser einschätzen zu können, müssen wir uns erst das Rahmenprogramm genau anschauen.

 

Neben Plänen wie Überdachung des Freibades gab es zwischenzeitlich auch die Idee, gemeinsam mit Schwabach und Rednitzhembach ein Hallenbad in Rednitzhembach zu bauen und zu betreiben. Was hätten Sie von dieser Variante gehalten?

Eine ähnliche Diskussion gab es im Landkreis Hof damals auch. Dann haben doch die beiden Gemeinden jede für sich, ein Hallenbad gebaut. Es müsste dazu eine Art Zweckverband gegründet werden. Ich denke, da wären noch größere Verhandlungen nötig gewesen, und der Plan wäre noch schwieriger zu realisieren. Unter dem Strich: Wenn man die Möglichkeit hat es vor Ort in Roth zu bauen, in der Kreisstadt, dann sollte man es auch machen.

 

INTERVIEW: CAROLA SCHERBEL E-Mail

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