Moritz Taschner: Den nächsten Rekord schon im Blick

1.1.2019, 15:42 Uhr

© Simon Fischer

Seit seinem elften Lebensjahr interessiert sich der Schüler Moritz Taschner für den Kraftsport. Ein guter Freund hat ihn damals darauf gebracht. Es folgt diszipliniertes Einzeltraining. Seit der heute 15-Jährige im Sommer 2017 einem professionellen Verein, dem AC Bavaria Forchheim, beigetreten ist, räumt er deutschlandweit einen Titel nach dem anderen ab.

So bei der bayerischen Meisterschaft im Kraftdreikampf Ende 2017. Dort sichert er sich nicht nur den ersten Platz, sondern stellt auch gleich fünf Rekorde auf. Den bayerischen Rekord in der Kniebeuge mit 180 kg, den bayerischen Rekord auf der Bank mit 120 kg, den bayerischen und zugleich deutschen Rekord im Kreuzheben mit unglaublichen 206,5 kg und gleichzeitig den bayerischen Rekord im Totalen mit insgesamt 506,5 kg Gesamtgewicht.

Nur eine Woche danach stemmt sich der Rother bei der deutschen Meisterschaft in Chemnitz auf den ersten Platz in seiner Altersgruppe und sichert sich den Titel "Deutscher Meister im Kraftdreikampf".

Ein tolles Erlebnis sei das gewesen, erinnert sich Taschner. Die ganze Familie war damals mitgekommen, um anzufeuern und auch viele andere Zuschauer waren vor Ort. "Da war ich noch richtig nervös, mittlerweile geht das", sagt Taschner. Um sich unmittelbar vor dem Wettkampf fokussieren zu können und die Nervosität etwas zu lindern, hört er am liebsten Musik.

Ein Erfolgsrezept, das auch bei der deutschen Meisterschaft in Randersacker im Juni des vergangenen Jahres aufgeht. Beim Aufwärmen hat Taschner zwar noch ein eher ungutes Gefühl, doch im Wettkampf lässt er seine Konkurrenten in der Jugendklasse bis 120 kg alt aussehen. Mit einem unglaublichen Vorsprung von 140 kg zum Zweitplatzierten sicherte er sich die Goldmedaille. "Der Kopf ist beim Gewichtheben entscheidend", weiß Taschner. Dieser hilft ihm auch, eine Woche zuvor bei den bayerischen Meisterschaften im Kraftdreikampf. In der Disziplin Kniebeuge stemmt er 175 Kilo, auf der Bank bracht er 115 Kilo in die Höhe und im Kreuzheben folgen 190 Kilo.

Immer an seiner Seite: sein Trainer Jörg Wiemann vom AC Bavaria Forchheim. Seit anderthalb Jahren ist Moritz Taschner Mitglied des Vereins. In Roth und der näheren Umgebung gebe es keine Fitnessstudios und Vereines, die sich auf das Krafttraining und Gewichtheben konzentrieren. "Ich bin dann meist am Wochenende oder in den Ferien in Forchheim zum trainieren", sagt der Schüler. Doch damit ist es nicht getan. Über 16 Stunden die Woche zieht sich der 15-Jährige in den eigens eingerichteten Keller zurück und stemmt Gewichte. Hanteln und Equipment im Wert von rund 1000 Euro lagern hier.

Ein perfekter Start

Fast alles hat er sich von seinem Taschengeld gekauft, sagt Taschner. Um reichlich Muskelmasse aufzubauen, setzt Taschner zudem auf viel Nudeln und Reis. Außerdem "alle drei Stunden reichlich Eiweiß", sagt er. Aktuelle bringe er es auf 122 Kilogramm. Vor dem nächsten Wettkampf in der Altersklasse bis 120 Kilogramm müssen die zwei Kilos wieder runter, sonst dürfte Taschner nicht antreten.

An manchen Tagen sei es hart, sich selbst zu motivieren, gibt der Rother zu. Dann hilft ihm der Gedanke daran, dass er gesund ist und etwas aus sich machen kann. Über die Nominierung zum Sportler des Jahres 2018 freut er sich ganz besonders. "Das ist eine riesen Ehre für mich", sagt er.

Die Auszeichnung wäre auch der perfekte Start in das neue Jahr. Auf die Preisverleihung folgt im März die deutsche Meisterschaft im Kraftdreisport. Bei dem Wettkampf, der ganz in der Nähe im oberpfälzischen Oberölsbach stattfinden wird, möchte der Schüler einen neuen Rekord aufstellen.

"Ich will insgesamt die 700 Kilogramm knacken", sagt er. Darüber hinaus hofft er, im kommenden Jahr in den Nationalkader aufgenommen zu werden und "international anzutreten".

 

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