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Nachfolger gesucht: Was wird aus dem Hilpoltsteiner Schlemmerland?

Die Verpachtung der Immobilie wird durch Corona vorerst ausgebremst. - 10.04.2021 12:00 Uhr

Zum Schluss noch ein Dankeschön an die treuen Kunden: Im November vergangenen Jahres machte auch die Bäckerei Schmidt dicht. Dies war letztlich das Ende fürs Schlemmerland in der Hilpoltsteiner Marktstraße.

09.04.2021 © Foto: HiZ-Archiv/Tobias Tschapka


Vor gut einem Dreivierteljahr gehörten Marktstraße und -platz hungrigen Schülern. Das "Schlemmerland" in der Hilpoltsteiner Marktstraße war für Jugendliche und Kinder aller Schularten, aber auch für Angestellte der benachbarten Rathäuser und des Finanzamtes das Nonplusultra, wenn es um die schnelle mittägliche Verpflegung ging.

Mittag für Mittag pilgerten Heerscharen von Schülern über die Christoph-Sturm-Straße zum Marktplatz, um sich im "Schlemmerland" an der heißen Theke oder beim Schmidt-Bäcker an Gebäck zu stärken. Der Zerfall des "Brotzeittempels" begann im Juli vergangenen Jahres, als sich Jura Fleisch aus wirtschaftlichen Gründen aus der Burgstadt zurückzog.

Das Unternehmen wolle sich künftig auf Großkunden wie Audi und Siemens konzentrieren, ließ die Geschäftsführung im Sommer vergangenen Jahres wissen. Der zweite Paukenschlag ertönte dann im November 2020, als sich die Heidecker Großbäckerei Schmidt aus dem "Schlemmerland" zurückzog.

Absehbarer Abgang

Ein Abgang, der absehbar war, denn ohne Metzgerei fehlte der Bäckerei die wirtschaftliche Basis. Schmidt zog im Spätherbst ins nagelneue "Gänsbach-Center" in der Industriestraße ein und hinterließ in bester Zentrumslage eine Gewerbebrache. Lediglich eine Yogaschule im ersten Stock des Hauses verleiht dem einstigen Brezen- und Schnitzeldorado einen Hauch von Leben.

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Mit der Schließung von "Schlemmerland" verschwand auch das mittägliche, quirlige Treiben auf dem Marktplatz. Kein "Schlemmerland", keine Schüler. Doch der leere Marktplatz ist nicht der Schließung einer Versorgungsstation geschuldet: Es war und ist die Corona-Pandemie, die Erwachsene und Schüler in die Homeoffices trieb.

Und Corona sei es auch, was den einen oder anderen Interessenten eher zurückhaltend auf das Objekt reagieren lasse, meint Immobilienbesitzer Hans Krauß. Nachfragen würde es zuhauf geben, und nicht nur Gastronomen würden ihr Interesse bekunden.

"Wir brauchen geregelte Öffnungszeiten"

Krauß hingegen räumt ehrlich ein, dass ihm ein gastronomischer Betrieb nach dem Vorgängermodell "Schlemmerland" am liebsten wäre. Zumal im Erdgeschoss des Hauses die Infrastruktur zum Beispiel für die Metzgerei nach wie vor existiere: Kühlhaus, Klimaanlage und, und, und ...

"Wir bräuchten nicht so viel herausreißen", erklärt er und schwärmt vom Vorgängermodell. "Wer hier verkauft, verdient viel Geld", rührt er die Werbetrommel für den Standort in Hilpoltstein und nimmt Corona mit einer tüchtigen Portion Fatalismus hin. "Wir müssen schauen, was auf uns zukommt. Auf jeden Fall brauchen wir geregelte Öffnungszeiten."

Das "Schlemmerland" sei ein absoluter "Frequenzbringer für die Innenstadt" gewesen und habe für "gute Belebung" des Zentrums gesorgt, betont der Hilpoltsteiner Bürgermeister Markus Mahl. "Lebensmittel gehen immer", fügt er dem Standortvorteil hinzu. Wenn da nur nicht diese Corona-Pandemie wäre ...

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