Öffnungen möglich? Die Freibäder sind noch nicht so weit

18.5.2021, 06:00 Uhr
Schon im vergangenen Jahr waren die Freibadgäste coronagebeutelt. Unser Foto zeigt eine Szene aus dem Hilpoltsteiner Stadtbad.

Schon im vergangenen Jahr waren die Freibadgäste coronagebeutelt. Unser Foto zeigt eine Szene aus dem Hilpoltsteiner Stadtbad. © Foto: HiZ-Archiv/Tobias Tschapka

HILPOLTSTEIN - Klingt gut: Am Freitag, 21. Mai, kann die Badesaison eröffnet werden, meinte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder kurz vor dem vergangenen Wochenende und ließ damit Schwimmmeister, aber auch Bürgermeister und Geschäftsstellenleiter ratlos zurück.


Freibäder: Kalt erwischt 


Nicht nur im Freizeitbad in Roth war man ob dieser spontanen Ankündigung vollkommen überrascht. Auch die Verantwortlichen in den Freibädern des südlichen Landkreises wussten nicht, wie ihnen geschah. Sie stehen zum einen vor einem Zeitproblem und zum anderen haben sie wortwörtlich keinen Plan, wie denn die Öffnung vonstatten gehen soll.

Das große Rätselraten

Wie im Vorjahr mit sogenannten Slots (Zeitfenster) und Terminvereinbarungen und einer Höchstzahl von Badegästen? Und wie schaut es mit Tests aus? Muss zum Besuch eines Freibades ein aktueller negativer Test vorgezeigt werden?

Das große Rätselraten begann. Und nicht nur der Hilpoltsteiner Bürgermeister Markus Mahl echauffierte sich angesichts dieser konzeptlosen Söder’schen Aussage. "Wir warten bis etwas von oben kommt", erklärte er gestern und fügte hinzu, dass er genau wisse, dass der 21. Mai als Startsignal für die Badesaison im Hilpoltsteiner Stadtbad nicht zu halten sei. Nicht nur mangels Vorgaben aus München. "Wir brauchen mindestens eine Woche, um die Becken aufzuheizen, meinte er gestern.

Schon alleine deshalb sei der 21. Mai nicht machbar. Vielleicht klappe es bis zum 1. Juni, sagte er – natürlich ohne Gewähr.


Eine entspannte, aber kurze Freibad-Saison geht zu Ende


Auch der Hilpoltsteiner Bademeister Friedrich Taschner ärgert sich darüber, dass die "große Politik noch keine Ansage gemacht hat". Unabhängig davon, dass das neue Sanitärgebäude noch nicht fertig sei. Deswegen will er im alten Trakt zumindest die Toiletten öffnen. Duschen sei wegen der Aerosole sowieso nicht drin.

Auch sei der Weg hinter zum Planschbecken noch nicht fertig. Der lange Winter habe den Zeitplan für Sanierung und Neubau eines Sanitärgebäudes ganz schön durcheinandergewirbelt. Sein Fazit: "Ich denke nicht, dass wir noch im Mai öffnen", zumal auch das Wetter alles andere als vielversprechend sei.

In Heideck sei es unmöglich, ohne staatliche Verlautbarung die Pforte zum Freibad zu öffnen. "Bis 21. Mai schaffen wir es sowieso nicht, weil noch einige Arbeiten anstehen." Wie zum Beispiel ein Legionellen-Test, dessen Auswertung gut zwei Wochen in Anspruch nehmen würde. Ein Riesenproblem sei die Informationspolitik der Staatsregierung, die – zumindest noch gestern Nachmittag – nicht existent sei. Ein weiteres Problem sei die unsichere Wetterlage. Das Bad für einige Stunden zu öffnen wäre einfach ineffektiv.

Einzig im Thalmässinger Freibad wäre ein Öffnung zum 21. Mai "theoretisch möglich", wie Julian Karch von der Marktverwaltung erklärte. "Die Becken sind voll und das Einlasskonzept wird derzeit vorbereitet." Aber auch die Marktgemeinde stünde ohne Verlautbarung ziemlich im Regen. Außerdem braucht die Kommune für den Betrieb im Freibad noch jemanden für den Einlass und die Kasse. Wer Interesse hat, soll sich unter (0 91 73) 90 90 melden.

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