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Freitag, 27.11.2020

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Photovoltaik auf Dächern

Allersberg macht den Weg frei für genossenschaftliche Bürgersolaranlagen auf öffentlichen Gebäuden. - 02.11.2020 06:00 Uhr

Erste Bürgersolaranlagen sollen auf den Dächern des Grüngutsammelplatzes (im Vordergrund) und des neuen gemeindlichen Bauhofs (im Hintergrund) entstehen.

01.11.2020 © Foto: Reinhold Mücke


Die Fraktionen der ABF und der FW im Marktgemeinderat hatten beantragt, die Dächer der öffentlichen Gebäude für eine Bürgersolaranlage (Photovoltaik) nutzen zu lassen. Noch in diesem Jahr sollte möglichst gestartet werden mit den Dächern des neuen Bauhofes, der Feuerwehr und des neuen Grüngutplatzes, weil dort jeweils große geeignete Dachflächen zur Verfügung stehen.

Außerdem solle dem Antrag zufolge vom gemeindlichen Bauamt auch das Potential für einen weiteren Photovoltaik-Ausbau erhoben werden, wobei der Gemeinde keine Kosten entstehen sollen. Eine Bürgersolaranlage als Genossenschaftsmodell soll dabei angestrebt werden.

Mit einem Investitionsbetrag sollen sich Interessenten beteiligen können und dafür entsprechende Dividende erhalten. Ein weithin sichtbares Zeichen für klimafreundliche Energiegewinnung in Allersberg würde dabei gesetzt, die Energieautonomie vorangerieben und außerdem ein Beitrag zur Energiewende geleistet, heißt es in der Begründung. Außerdem hätte der Markt Einnahmen durch die Vermietung der Dachflächen und Allersberger Bürgern würde sich mit kleinen Beträgen die Möglichkeit bieten, sicher in erneuerbare Energien zu investieren.

In einer Vorprüfung habe man festgestellt, so griff Bürgermeister Daniel Horndasch den Antrag auf, dass dies beim neuen Bauhofgebäude und bei der Überdachung des Grüngutsammelplatzes kein Problem darstelle. Allerdings müsse das Feuerwehrhaus derzeit noch ausgenommen werden, weil dort das Dach eine Undichtigkeit aufweist.

Man nehme landwirtschaftliche Flächen für Energiegewinnung in Anspruch, kam Willibald Harrer (FW) auf das Vorhaben der Verwirklichung einer Freiflächenphotovoltaikanlage bei Göggelsbuch zu sprechen, doch seien auch geeignete Dachflächen vorhanden. Auf eine Anfrage von Tanja Josche (Grüne) stellte Bürgermeister Horndasch klar, dass ein Genossenschaftsmodell angestrebt werden solle, wobei man sinnvollerweise in eine bestehende Genossenschaft mit einsteige. Es sollte aber auch die Nutzung des Stroms für eigene Zwecke möglich sein. Aber ansonsten wolle der Markt nichts damit zu tun haben, sondern lediglich als Vermieter auftreten.

In der Vergangenheit habe es dazu schon öfter einen Anlauf gegeben, erinnerte Norbert Schöll (CSU). Aber aus Amortisationsgründen sei dies nach Berechnungen stets abgelehnt worden. Auch das Dach der Grundschule sei dafür schon in Betracht gezogen worden, habe sich aber als nicht geeignet erwiesen. Schöll sähe es aber lieber, wenn die Gemeinde dafür selbst investieren würde.

Dann müsste der Markt das mit Krediten finanzieren, hielt ihm der Bürgermeister entgegen, und das Bauamt habe dann auch dafür die Verantwortung. Horndasch ließ über den vorliegenden Antrag abstimmen, der Beschlussvorschlag wurde einstimmig angenommen.

Anschließend wurde dem Antrag des Allersberger Bürger Forums und der Freien Wähler "Bürgersolaranlagen auf öffentlichen Gebäuden" zugestimmt und die Verwaltung beauftragt und ermächtigt, für den Bau von Photovoltaikanlagen auf den gemeindlichen Dächern zu sorgen, die hierfür sinnvoll und statisch geeignet erscheinen, beginnend mit dem neuen Bauhof und der Halle des Grüngutplatzes.

Die von der Verwaltung dazu abzuschließenden Verträge sollen beinhalten, dass Gemeindebürger grundsätzlich die Möglichkeit haben müssen, sich in Form von Genossenschaftsanteilen direkt oder indirekt an den Anlagen zu beteiligen.

Der Gemeinde dürfen durch die Anlagen im Bau oder Betrieb keine nennenswerten Kosten entstehen, diese Kosten sind vom Betreiber zu tragen und der Betreiber muss (zum Beispiel über Versicherungen oder Kaution oder Gutachten) sicherstellen, dass den gemeindlichen Gebäuden oder der Gemeinde kein Nachteil entsteht. Außerdem muss dem Beschluss zufolge die Gemeinde auf diese Weise verbilligten Strom beziehen können.

REINHOLD MÜCKE

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